Filmplakat Bad Teacher
6/10

„Wir ziehen uns Pott … – 'n Pott Tee rein.“ (Bad Teacher, 2011)


Bad Teacher

Besprechung

Nach einer gescheiterten Verlobung und der damit einhergehenden Toilettenspülung für die Zukunftsplanung, muss Elizabeth Halsey (Cameron Diaz) doch wieder in die verhasste Schule zurück und als Lehrerin arbeiten. Ihr Bock-Faktor ist unter dem Null-Punkt, die neue Siebte wird nur mit Videofilmen abgespeist, während Elizabeth schläft.

Die nervige Oberstreber-Lehrerin Amy Squirrel (Lucy Punch) trägt auch nicht zur Gemütsaufheiterung bei. Eher im Gegenteil. Die Frau nervt extrem und entwickelt sich schnell zur Nemesis von Elizabeth.

Elizabeth braucht einen neuen Plan. Der ist schnell gefunden. Will Frau einen (reichen) Mann, braucht sie größere Brüste! Zumal der neue Aushilfslehrer Scott Delacorte (Justin Timberlake) offensichtlich auf große Brüste steht. Elizabeth setzt alles daran, um an Geld heranzukommen. Alles.

Nebenbei wehrt sie die Anbandeleien von Sportlehrer Russell Gettis (Jason Segel) ab und stößt mit ihrer extrem offenen Art sowohl Schülern als auch deren Eltern ein ums andere Mal vor den Kopf.

Meinung von

Ich hatte Schlimmeres befürchtet, bekam dann aber eine ganz amüsante, nicht zu flache Komödie geboten. Bad Teacher war nicht erste Wahl, sondern nur eine Notlösung. Die hätte in die Hose gehen können — tat es jedoch nicht.

Die Diaz spielt ansehnlich. Man nimmt ihr die lustlose, gefrustete Lehrerin ab. Sie ist angepisst, weil sie von ihrem reichen Lover abgesägt wurde. Außerdem geht ihr die Miss 100%-ig, Kollegin Squirrel, tierisch auf den Keks. Geld ist ihr einziger Antriebsmotor. Da passt es, dass der neue Lehrer aus reichem Hause kommt. Dicke Dinger müssen her, um ihn einzufangen. Dumm nur, dass die Squirrel sich an seine Fersen heftet. Das hebt Elizabeths Stimmung keinen Deut. Sie flieht in Miesepetrigkeit und Drogen. Scheiß auf die Gören. Päda-was?

Der Film plätschert dahin, hat keine besonderen Peinlichkeiten zu bieten, präsentiert uns dafür eine grausam eklige Happy-Family-Schule, in der sich alle Lehrer lieb haben. Justin Timberlake ist ein Weichei, absolut geleckt und wenn er mit Elizabeth Sex hat, lässt er seine Jeans an. Ganz oft denkt man "Die sind doch alle krank da!". Aber man hat seinen Spaß damit.

So ist Bad Teacher eine harmlose Komödie mit einigen bös-bissigen Einlagen. Cameron Diaz spielt ihre Rolle ordentlich, Timberlake bleibt gewollt blass, Jason Segel dankenswerter Weise sehr ruhig und im Hintergrund. Lucy Punch lernt man schnell hassen und möchte ihr ihren Hals umdrehen. Der Delphin-Narr und Schulleiter Wally Snur (John Michael Higgins) rundet das bunte Personal gelungen ab. Bad Teacher ist ein Film, der sich um die Figur der Diaz dreht, alle anderen sind nur Statisten.

Wofür ich dankbar bin: Die Geschichte ist nicht weichgespült. Soll heißen, Elizabeth ist nicht erst griesgrämig und hat dann ein "Schlüsselerlebnis", plötzlich ist sie die gute Lehrerin. Sie bleibt bis zum Ende schonungslos offen und pissig. Auch ist die Beziehung zum Sportlehrer nicht der Dreh- und Angelpunkt des Films. Wir haben also keine typische Sommer-RomCom vorliegen. Zwischen den Beiden läuft bis zur letzten Minute eigentlich nichts. Sehr erholsam.

Außerdem ist es stets heikel, mir einen Film mit Kindern vorzusetzen. Die nerven meistens. Zum Glück spielen sie hier — obwohl der Streifen an einer Schule spielt — nur nebenbei mit und fallen nicht ins Gewicht.

Bad Teacher kann man sich ansehen, wenn nichts anderes läuft (oder wie bei uns der Fall: der gewünschte Film nur in 3D läuft, worauf man dann gerne verzichtet). Verpasst man ihn, geht die Welt nicht unter. Schaut man ihn sich an, hat man von den 92 Minuten Laufzeit bestimmt 50 bis 60 Minuten etwas zu lachen.

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