Filmplakat Ananas Express
4,5/10

„Das ist wie Gottes Vagina.“ (Ananas Express, 2008)


Ananas Express

Besprechung

Dale Denton (Seth Rogen) ist ein Gerichtsvollstrecker, er stellt Vorladungen zu. Nicht der Job, bei dem man sich beliebt macht, aber auch nicht gerade kaputt. Das kommt Dale gelegen, ist er doch eher faul. Zudem ist er ein starker Verfechter des freien Marihuana-Konsums. Sein Dope bezieht er von dem kauzigen Saul (James Franco), der ihn mag und Dale auch schon mal den extraguten Stoff verkauft.

Eines Abends soll Dale eine Vorladung an Ted Jones (Gary Cole) zustellen. Vorher zieht er sich noch den neuesten Hit rein, den Saul ihm zur Probe gegeben hat: Ananas Express. Dale muss mit ansehen, wie eine Polizistin (Rosie Perez) zu Ted geht, kurz darauf fallen Schüsse und Dale wird Zeuge eines Mordes an einem Asiaten. Bei der Flucht vom Tatort verliert er seinen Joint.

Das ist alles grausam und Dale könnte den Vorfall einfach vergessen, aber er bekommt Angst, man könne den Joint zu ihm zurück verfolgen. Also ab zu Saul.

Zusammen ziehen Saul und Dale los, um zu Sauls Zulieferer zu sehen. Red (Danny McBride) ist noch eine Spur schräger drauf als Saul. Red bezieht seinen Stoff von Ted – was den Kreis schließt. Saul und Dale wollen verhindern, dass Red etwas ausplaudert. Doch kurz zuvor hatte der Besuch von zwei Schlägern, die Ted geschickt hatte.

Von da an sind Saul und Dale auf der Flucht.

Meinung von

Eine dieser Kiffer-Komödien. Gras ist toll, Gras ist lustig, legalisiert es und wir schauen Typen zu, die den lieben langen Tag nichts anderes machen, als sich die Birne vollzuhauen.

Wie am Anfang des Films gezeigt wurde, ist Marihuana gefährlich. Vielleicht nicht so, wie es die Militärs damals gesehen haben wollen, aber dennoch … Wobei unsere Hauptpersonen eine völlig andere Gefahr durch Gras erleben müssen. Ein Jointstummel und die bösen Jungs sind den guten Jungs auf der Spur.

Seth Rogen, den wir normalerweise immer als durchgeknallten Typ — ja auch gerne Kiffer-Typ — kennen, ist in Ananas Express zwar nicht auf einmal ein seriöser Anwalt, aber dennoch etwas ernstzunehmender als sein Kompagnon Saul, sprich James Franco. Tatsächlich sollten die beiden eigentlich die Rolle des jeweils anderen gespielt haben, doch Regisseur David Gordon Green dachte sich: Warum nehmen wir nicht Franco, den gut aussehenden Schwiegersohn-Typen, stecken ihn in die Kiffer-Pyjamahose und lassen ihn irre lachen? Gesagt, getan. Und siehe da: Franco spielt den Haschbruder, der seine Oma so sehr liebt und eigentlich nur auf der Suche nach einem Freund ist, sehr gut.

Überhaupt wird das Thema Freundschaft groß geschrieben in dem Streifen. Dale muss ist in einer Beziehung mit einer viel jüngeren Frau (Amber Heard), aka Highschool-Schülerin und denkt sich, das ist alles schöne Spielerei. Doch irgendwann muss er auch mal Verantwortung übernehmen, zu seiner Freundin stehen. Dann ist da Saul, der, wie schon erwähnt, ein herzensguter Typ ist, der nur einen Freund sucht. Das kapiert Dale jedoch nicht so recht und braucht auch hier etwas Nachhilfe.

Schließlich wird noch Red ins Spiel geworfen und das Chaoten-Trio ist komplett. Red wird erschossen, geschlagen, gefoltert und was-weiß-ich-noch — ohne dabei draufzugehen. Er ist nicht gesund, aber auch nicht tot. Einige Angriffe musste Red auch von Dale und Saul über sich ergehen lassen. Also dürften diese eigentlich nicht seine Freunde sein. Doch man findet zueinander.

Kiffen verbindet? Kiffen ist toll? Ist es das, was der Film uns sagen will? Ich denke nicht. (Jedenfalls nicht nur.) Das sind Nebenelemente. Im Vordergrund steht eine durchgeknallte Chaostruppe, die auf der Flucht ist. Für den Zuschauer ist es nur Spaß. Nicht der hochwertigste Humor, aber immerhin lustig. Vermutlich ist er mit einem geringen Alter und einem gewissen THC-Gehalt im Blut lustiger. Das kann ich allerdings nicht beweisen.

Für alle Normalköpfe ist Ananas Express eine verrückte Komödie, die den Genuss von Marihuana als Grundlage hat. Vermutlich ist der Film eher für ein jüngeres Publikum gedacht. Vermutlich das selbe Publikum, das auch Superbad mag. Schließlich hat Seth Rogen beide Stücke geschrieben.

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