Filmplakat Zurück in die Zukunft
9/10

„Mein Name ist Darth Vader. Ich bin ein Außerirdischer vom Planeten Vulkan.“ (Zurück in die Zukunft, 1985)


Zurück in die Zukunft

Besprechung

Wir schreiben das Jahr 1985. Marty McFly (Michael J. Fox) hat eigentlich ein gutes Leben. Er hat eine süße Freundin (Claudias Wells), sein Kumpel, der Erfinder Doc Brown (Christopher Llyod) hat was ganz Großes im Ärmel – nur seine Eltern sind … naja. Mutter Lorraine (Lea Thompson) ist der Flasche zugeneigt, Vater George (Crispin Glover) ist ein Schisser und lässt sich immerzu von seinem Vorgesetzten Biff (Thomas F. Wilson) ausnehmen.

Doc Brown hat wie gesagt etwas Großes erfunden, das er Marty zeigen will. Mitten in der Nacht, auf dem Parklpatz der hiesigen Mall soll sich Marty einfinden. Doc überrascht Marty mit einer Zeitmaschine. Und um einen oben draufzusetzen, steckt die Zeitmschine in einem DeLorean.

Durch einen Unfall landet Marty im Jahre 1955. Hier trifft er auf seinen Vater und seine Mutter, als diese 17 waren. Lorraine verknallt sich in Marty – was aus so vielen Gründen gar nicht geht. Marty sucht Hilfe bei Doc Brown aus dem Jahre 1955. Der ist natürlich arg überrascht, als ein Junge aus der Zukunft vor seiner Tür steht. Doch er glaubt Marty und hilft ihm.

Marty muss alles daran setzen, dass sich seine Eltern ineinader verlieben, sonst wird er nie geboren. Wenn das nicht schon schwer genug ist, bei einem George, der sich nichts zutraut, macht der junge Biff Marty das Leben zusätzlich schwer.

Meinung von

Einer der besten Filme der 80er Jahre! Ich habe den damals im Kino gesehen. Ja, Kinders. Das könnt Ihr kaum von Euch behaupten, dass Ihr einen wirklich wichtigen Film "damals im Kino" gesehen habt, als er das erste Mal (!) dort lief. Ich schon. Und seit 1985 habe ich ihn auch noch unzählige Male wieder gesehen. Ein Klassiker, in dem man auch nach 27 Jahren noch Dinge entdecken kann, die einem zuvor nicht aufgefallen waren.

Regisseur Robert Zemeckis hat zusammen mit Schreiber Bob Gale eine zeitlose (Kalauer) Komödie um Zeitreisen geschaffen. Wir sehen, dass auch unsere Eltern mal Teenager waren, dass sie vielleicht sogar mal gut aussahen. Ein Schock! Zurück in die Zukunft hat so viel für die damalige (Jugend-)Kultur geschaffen. Ein "McFly" ist immer ein trotteliger Typ, den man ärgern kann. Crispin Glover, der sonst eher schräge Rollen gespielt hat und heute nicht wirklich bekannt ist, konnte sich damit ins Gedächtnis einer ganzen Generation einbrennen. Und natürlich Michael J. Fox ...

Der Junge war damals Anfang 20 und drehte erfolgreich eine TV-Serie. Zemeckis schoss zunächst ein paar Szenen mit einem jungen Eric Stoltz — hauptsächlich weil "die da oben das wollten". Michael J. Fox war zwar die Wunschbesetzung, doch der drehte wie gesagt die NBC-Serie Familienbande. Schließlich setzte sich Zemeckis durch, schmiss Stoltz raus und holte doch noch Fox ins Boot. Der pendelte fortan ständig zwischen zwei Sets hin und her und fand kaum Schlaf.

Zurück in die Zukunft ist witzig, originell und intelligent. Ja, das klingt abgedroschen, aber das habe ich bisher trotzdem so noch nicht zu einem Film geschrieben. — Glaube ich zumindest ... Zurück in die Zukunft ist Kulturgut und eigentlich sollte jeder den Flux-Kompensator kennen. Eine Schande, wenn nicht.

Herrlich sind Szenen wie z.B. die, in der Marty 1955 für eine Band spielen muss, damit sich seine Eltern ineinander verlieben können. Marty spielt einen "Oldie" — kein Arsch weiß, was ein Oldie ist, oder eine Wiederholung. So kam Chuck Berry zu seinem größten Hit: dank einem Jungen aus der Zukunft. Ein wunderbares Zeitparadoxon.

Zurück in die Zukunft hat vielleicht zwei oder drei unlogische Dinge — wenn man das gesamte Konzept der Zeitreise mal als möglich und logisch ansieht. Zemeckis wurde bei dem Gedanken der Zeitreise eindeutig von H.G. Wells' Die Zeitmaschine inspiriert. Nur musste das alles moderner sein und mobiler. Also wurde die Zeitmaschine in ein Auto gebaut. Ich habe bekanntlich nichts mit Autos am Hut, aber ein DeLorean gefällt mir seit Zurück in die Zukunft immer noch.

Der Film, der von Steven Spielberg produziert wurde, strotzte nur so vor Product Placement. Das ist mir damals natürlich nicht aufgefallen, aber heute? Pepsi, Texaco und Nike waren wohl die Hauptsponsoren ... Der Wahnsinn. Die Schuhe von Nike sind heute wieder in.

Und natürlich das Maintheme von Huey Lewis and the News. Ein Klassiker!

Ein Muss für Filmfreunde. Auch fast 30 Jahre nach dem Erscheinen ist der Film lustig, spannend und mitreißend. Kenner können sich stundenlang darüber unterhalten und lachen.

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