Filmplakat Zu scharf, um wahr zu sein
7/10

„I love you, like I love TV.“ (Zu scharf, um wahr zu sein, 2010)


Zu scharf, um wahr zu sein

Besprechung

Kirk (Jay Baruchel) arbeitet am Flughafen bei der Personenkontrolle. Hier hängt der dürre Junge mit seinen Kumpels Stainer (T.J. Miller), Jack (Mike Vogel) und Devon (Nate Torrence) auch nach der Arbeit ab.

Eines Tages kommt sie daher: Molly (Alice Eve). Blond und wunderschön. Kirk ist zu der Traumfrau nett, wissend, dass er bei so einer eh nie landen kann. Doch Gevatter Zufall will es, dass die beiden doch wieder aufeinandertreffen. Kirk konnte Molly aus einer Patsche helfen und sie lädt ihn prompt zum Eishockey-Spiel ein. Was soll schon passieren? So eine würde doch niemals etwas von so einem Normalo wissen wollen. Oder doch?

Molly will — und lernt Kirks schräge Familie kennen. Die Zusammenführung mit Mollys Familie verläuft hingegen nicht glücklich. Kann das ungleiche Paar zusammenkommen?

Meinung von

Der Trailer versprach das, was man mit dem Film auch bekommen hat: Eine Art American Pie für Mitgewachsene, sprich: etwas ältere Mitmenschen, die American Pie schon in der Jugend gesehen haben. Nun sind sie raus aus der Pubertät und schlagen sich mit Beziehungen herum. Es ist nicht mehr nur noch Triebbefriedigung, was das tägliche Leben bestimmt.

Ein Typ, der sich im Grunde auf jedem Schulhof mit dem Kopf unten im Mülleimer wiederfinden würde, trifft auf die Traumfrau schlechthin. Sie ist klar eine 10, während Kirk vielleicht eine 4, mit Chance eine 5 ist. Das kann niemals etwas werden.

"Zum Glück" kommt die gut aussehende Molly aus einer gescheiterten Beziehung mit einem Typen, der in der selben Liga spielte wie sie und der sie betrogen hat. Da ist so eine harmlose Bohnenstange eine sichere Sache. Der kann sie bestimmt nicht verletzen.

Ja, wir sehen schon, hier geht es nicht nur um Anzüglichkeiten, das Fremdschämen (wenn es um Kirks Familie geht) oder flapsige Sprüche. Regisseur Jim Field Smith will noch mehr erzählen. Es geht um falsche Selbstwahrnehmungen, um Selbstvertrauen, um "Klassifizierungen" von Mitmenschen und die Unmöglichkeit, unterschiedliche "Klassen" zu vermischen. Aber auch um die Liebe, die solche Grenzen überschreiten kann.

Allerdings bleibt die Paarbildung zwischen Kirk und Molly doch etwas mau oder auch "zu glatt". Kollege Hans moserte nach dem Film noch, Zu scharf, um wahr zu sein entbehre jeglicher Realität. Ja, stimmt. Aber trotzdem kann man sich amüsieren. Wäre es besser, wenn wir den Streifen in der Kategorie Fantasy antreten ließen?

Bevor das hier zu tiefgründig wird: zurück zu dem, was einem am meisten ins Auge fällt. Nein, nicht Alice Eves Oberweite, sondern der Humor. Deftig, anzüglich, aber nie allzu platt.

Hauptdarsteller Jay Baruchel spielte bisher eher Nebenrollen, nun also steht er im Mittelpunkt. Dabei muss man genau hinschauen, so dünn und seltsam ist er. Hat er ganz ordentlich gemacht.

Was gestört hat, das waren die unheimlich hohen Absätze von Alice Eve, ihr Dauergrinsen und die Tatsache, dass der Film wohl von Pepsi gesponsert zu sein schien. Unglaublich, wie oft das Logo auftauchte ...

Eine harmlose Romantikkomödie, die beide Geschlechter ansprechen dürfte. Einige sehr große Brüller gab es, Zu scharf, um wahr zu sein ist aber kein Film, den ich unbedingt weiterempfehlen muss. Schadet jedoch auch nicht, schaut man ihn sich an. Zusammen mit ein paar Kumpels und einem Bier dürfte der Streifen eine schöne Zeit bescheren. Ich hatte jedenfalls einen amüsanten Abend.

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