Filmplakat World War Z
7/10

„Movement is life.“ (World War Z, 2013)


World War Z

Besprechung

Plötzlich laufen sie und fallen über die Menschen her. Wer gebissen wird, verwandelt sich innerhalb von Sekunden in einen Zombie.

Gerry Lane (Brad Pitt) kann gerade noch mit seiner Familie aus Philadelphia fliehen. Sein alter UN-Kumpel Umutoni (Fana Mokoena) lotst ihn auf einen Flugzeugträger. Hier setzt man ihm die Pistole auf die Brust: Entweder macht er sich auf die Suche nach einem Heilmittel, oder seine Familie wird wieder ans Festland gebracht.

Gerry macht sich auf eine Reise rund um den Globus, auf der Suche nach Patient Zero – oder irgendeinem anderen Heilmittel. Durch Zufall kommt er einer Lösung nahe. Aber die umzusetzen ist verdammt gefährlich.

Meinung von

Ein Film, bei dem die Schauspieler - oder mehr die Statisten - viele Kalorien verbraucht haben dürften. Es wird ohne Ende gerannt und gerannt. Zwar sind die Zombies auch mal träge, stehen dumm in der Ecke herum, wenn man aber einen Auslöser betätigt, werden sie auf einmal äußerst flink. Angenehm dabei ist, dass man mit World War Z keinen Gore-Film vorliegen hat. Man sieht kaum etwas von der Gewalt. Die Masken bleiben zurückhaltend. Gedärme sieht man jedenfalls nicht.

Dennoch sind die Zombies recht gruselig. Die üblichen Schockmomente, wenn einer der Untoten aus einer dunklen Ecke auf einen (noch) Lebenden stürzt, nehmen wir mal raus. Aber vor allem am Ende haben wir einige Zombies, die einfach nur schnappen. Das ist grotesk witzig und irgendwie schaurig.

Es wird nicht erklärt, woher die Krankheit kommt. Auch sind die Patienten mehr krank als Zombie. Mal von der Tatsache abgesehen, dass auch ein halb verbrannter Körper noch zuckt ...

Nett fand ich den Gedanken, dass Mutter Natur ein Serienkiller ist, die gerne angibt und Brotkrumen hinterlässt, damit man ihr auch auf alle Fälle auf die Spur kommt.

Aber ansonsten ist World War Z ein Joggingfilm. Schnell erhöht Regisseur Marc Forster das Tempo und hält es für eine Weile, findet jedoch zum Glück auch immer wieder ruhige Momente. Also Zeitabschnitte, in denen nicht gerannt wird. Brad Pitt macht seine Sache solide, wenn auch zu routiniert. An ein oder zwei Stellen erkannte ich Gesichtsausdrücke aus anderen Filmen. Das sind ganz typische Bewegungen und Blicke, die er immer wieder macht.

Man darf nicht viel denken bei dem Film. Es gibt einige Ungereimtheiten, wie z.B. die Tatsache, dass das Flugzeug, mit dem sie aus Israel fliehen, doch so nah an dem W.H.O.-Forschungszentrum niederging, dass Gerry und seine Gehilfin Segen (Daniella Kertesz) es nicht mehr weit haben, da hinzukommen. Mir war auch nicht ganz klar, wieso ausgerechnet der UN-Mitarbeiter Gerry Lane so wahnsinnig wichtig und scheinbar die einzige Rettung für die Menschheit sein soll.

Was mich zudem gewundert hat, ist die Tatsache, dass Gerry die "Brotkrumen" von Mutter Natur so toll hat identifizieren können. Drei Beobachtungen führen zur Lösung. Dabei sind zwei auf der Flucht und aus dem Augenwinkel geschehen, wohingegen die dritte Beobachtung aus der Ferne stattfand. Wie er dann aus diesen sehr flüchtigen Beobachtungen auf die tatsächliche Lösung des Problems kam, ist - gelinde gesagt - "sportlich".

World War Z ist nette Unterhaltung mit wohligem Grusel. Es ist schon beeindruckend, wenn sich eine Zombiemasse wie eine Welle durch die Gassen Jerusalems wälzt. Die Geschichte ist schnell erzählt und schnell vergessen.

3D brauchte man übrigens wieder einmal nicht. Einzig mein Nachbar, der sonst auch gerne Zombie-Shooter spielt, der war sehr angetan. Für ihn war World War Z wie ein Konsolenspiel, nur ohne Controller, dafür in 3D und mit wummerigem Sound.

Übrigens wurde das Ende des Films komplett neuverfilmt. Das ursprüngliche Ende sah düsterer aus, ohne Happy End für Gerry und seine Frau Karin (Mireille Enos). Auch sah die "Lösung" im Kampf gegen die Zombies zunächst völlig anders aus. So kam ein etwas weichgespültes Ende heraus.

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