Filmplakat Wolverine: Weg des Kriegers
6/10

„Du reißt ja ganz schön die Fresse auf in deiner roten Unterhose.“ (Wolverine: Weg des Kriegers, 2013)


Wolverine: Weg des Kriegers

Besprechung

Logan (Hugh Jackman) ist seines Lebens leid. Er hat sich in den Wäldern Canadas versteckt und will nichts mehr mit der Welt oder dem Heldendasein zu schaffen haben. Wenn er schläft, träumt er von Jean (Famke Janssen), die er umbringen musste, obwohl er sie doch geliebt hat. Eines Tages findet ihn Yukio (Rila Fukushima), die ihn überredet nach Japan mitzukommen. Ihr Auftraggeber, der mächtige Industrielle Yashida (Hal Yamanouchi) schickt nach ihm, um ihm dafür zu danken, dass er ihm einst in Nagasaki das Leben gerettet hat.

Yashida will Logan ein Geschenk machen. Bevor er wegen Alter und Krankheit selber stirbt, bietet er dem unverletzbaren Mutanten an, ihm seine Kräfte zu nehmen. Logan würde dann ganz normal altern und sterben können. Logan lehnt ab.

Auf der Beerdigung von Yashida soll dessen Enkelin Mariko (Tao Okamoto) von der japanischen Mafia entführt werden, doch Logan eilt zu Hilfe. Gemeinsam fliehen sie – nicht ohne Kämpfe mit der Mafia. Diese Gefechte verlaufen allerdings anders als gewohnt. Logan scheint nicht mehr so zu heilen, wie er es sonst immer getan hat. Allmählich kommt Logan dahinter, wieso Mariko entführt werden soll, wer ihm seine Selbstheilungskräfte nahm und was sich hinter dem großen Ganzen verbirgt.

Meinung von

Wolverine: Weg des Kriegers knüpft an die Ereignisse im total vermurksten dritten Teil der X-Men-Saga, Der letzte Widerstand, an. Logan musste Jean umbringen, doch nagt es noch ungemein an ihm. Yukio holt ihn aus seiner eigenbrötlerischen Haltung heraus. Doch erst mit dem Auftreten von Mariko lebt der Mutant auf.

Wie der Film mit dem ersten Wolverine-Teil zusammenhängt, ist nicht ganz klar. Wolverine: Weg des Kriegers müsste eigentlich davor angesiedelt sein. Kann er jedoch nicht, schaut man sich die End-Credit-Szene an. Logan am Flughafen, Magneto (Ian McKellen) hält ihn an und plötzlich ist Professor X (Patrick Stewart) da. Logan (und der Zuschauer) sind in dem Moment sehr verwundert, wie der Professor wieder da sein kann, wo er doch in Der letzte Widerstand desintegriert wurde – das bleibt ein Geheimnis. Immerhin erklärt Magneto, dass eine Bedrohung bevorstünde, kombiniert mit dem Werbespot für Trask Industries und wir befinden uns vor X-Men: Zukunft ist Vergangenheit. Verwirrt? Willkommen im Club ...

Doch weg von der Endszene, hin zum eigentlichen Film. Auch der hat zumindest einen Logikfehler, der einem ins Gesicht springt. Logan kann sich an die Ereignisse in Nagasaki erinnern, das war am 9. August 1945. Aber in X-Men 2 haben wir doch gelernt, dass beim Injizieren des Adamantiums Logans Erinnerungen komplett ausgelöscht wurden. Wieso erinnert er sich an ein Ereignis das vor dem Adamantium-Skelett liegt? Und wenn ihm im Endkampf die Adamantium-Klauen abgeschlagen werden … Dass ihm seine Knochen-Krallen wieder wachsen ist ja in Ordnung, aber wie bekommt er denn bitte wieder das Adamantium da drauf? Das war doch ein hochkomplizierter Vorgang?

Genug der Fehler. Wolverine: Weg des Kriegers hat mir beim ersten Mal Anschauen nicht gefallen. Erst beim zweiten Schauen eröffnet sich der "Geist" des Films einem etwas mehr. Es wird deutlich, dass Logan müde ist. Er will nicht mehr Held sein. Er will nicht mehr ewig leben. Er hat seine geliebte Jean verloren und träumt ständig von ihr. Dann kommt Yashida und erklärt dem Mutanten, dass der ein Krieger sei und wie jeder Krieger sehne er sich nach einem glorreichen Tod. Das hat Logan so anscheinend noch nie gesehen. Hier kommt die japanische Mentalität durch.

Man taucht allgemein etwas in diese Kultur ein. Ich gehe einmal davon aus, dass die Filmemacher sich entsprechend informiert haben, damit das durchaus realistisch ist. In den Comics gab es ebenfalls eine Zeitspanne, die Logan in Japan verbracht hat.

Man muss etwas Geduld aufbringen, um zu verstehen, warum die japanische Mafia hinter Mariko her ist. Das wird nicht gleich erklärt. Man muss auch Geduld aufbringen, wenn man mal einen Witz hören möchte. Wolverine: Weg des Kriegers ist nicht lustig, hat keine Wortwitze, die Spannung ist verhalten, da zum einen die Bösewichten Viper (Svetlana Khodchenkova) sehr blass daher kommt und der "Silberne Samurai", aka Yashida, ebenfalls zu kurz kommt. Der taucht nur im Endkampf auf, vorher hat man nie etwas davon mitbekommen.

So plätschert Wolverine: Weg des Kriegers vor sich hin. Er ist solide gemacht, aber ihm fehlt zu viel um gut zu sein. Da der Streifen nichts zu den X-Men-Filmen beiträgt, kann man den Streifen eigentlich auch auslassen.

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