Filmplakat What Happened to Monday?
7/10

„Wir haben auf diesem Planeten als Spezies kläglich versagt, unsere eigene Ausrottung vorangetrieben.“ (What Happened to Monday?, 2017)


What Happened to Monday?

Besprechung

2043 hat es die Menschheit dann endlich geschafft: Der Klimawandel hat die Erde massiv verändert. Sandstürme haben zugenommen, Essen wird knapp. Man hat deswegen auf genetisch manipulierte Lebensmittel gesetzt. So kann man zwar die hungrigen Mäuler wieder füttern, aber es gibt einen Nebeneffekt: Mehrfachgeburten. Plötzlich sind so viele Menschen auf der Erde, dass Essen und Wasser wieder nicht ausreichen. Es wird eine Ein-Kind-Politik durchgedrückt.

Karen Settmann hat in dieser Zeit Siebenlinge zur Welt gebracht und ist im Kindbett gestorben. Ihr Vater Terrence (Willem Dafoe) kümmert sich um die sieben Mädchen. Eigentlich müssten sechs weggegeben und in einen Kryoschlaf versetzt werden, doch Terrence schafft es, die sieben Mädchen (Clara Read) heimlich großzuziehen. Als sie alt genug sind, dürfen sie immer an dem Tag der Woche raus, nach dem sie benannt sind.

30 Jahre später hocken die Settmann-Geschwister (Noomi Rapace) in der Wohnung gefangen. Jede der völlig unterschiedlichen Frauen darf zwar einmal in der Woche raus und den Job von Monday machen – alles unter dem Namen ihrer Mutter –, aber das kann es nicht sein. Eines Tages kommt Monday nicht mehr zurück. Wo ist sie? Tuesday geht am Dienstag raus, versucht herauszufinden, wo ihre Schwester geblieben ist, doch auch sie kommt nicht mehr zurück nach Hause.

Meinung von

Die Grundlage der Geschichte – Klimawandel, Hungersnöte, Überbevölkerung – ist nicht so abwegig oder fantastisch. Leider. Eine Ein-Kind-Politik ist unter diesen Bedingungen absolut denkbar und richtig. Als wir den wunderbaren Werbespot zum Thema "Gib uns deine überschüssigen Kinder, wir frieren sie ein und wenn wir eine Lösung gefunden haben, wecken wir sie wieder auf" gezeigt wird, ist aber klar, dass das so einfach nicht sein kann. Da steckt noch etwas Mieses dahinter.

Doch vorher geht es um die beklemmende Situation der unterschiedlichen Frauen. Obwohl eineiig und zusammen großgezogen, sind die sieben Frauen allesamt komplett anders. Monday ist die strebsame Arbeiterin und Erstgeborene. Damit ist sie immer ein Vorbild für die Schwestern. Tuesday ist eher die Kifferin. Wednesday ist die Sportliche. Thursday ist die Rebellin. Friday die Computerfachfrau und Nerddame. Saturday ist die Partymaus. Schließlich ist Sunday die "Mutter", die Gläubige, die Schwester, die alle zusammen hält.

Der Plan der Schwestern (oder besser von Opa Terrence) ist, dass alle als Karen Settmann auftreten. Wer rausgeht, unterrichtet abends die anderen Schwestern genau darüber, was passiert ist. So kann es zu keinen Ungereimtheiten kommen. Ein schwieriger, aber anscheinend funktionierender Plan.

Der Plan kann aber eigentlich nicht aufgehen. Tuesday hat rötlich gefärbte Haare, Thursday hat kurze Haare – das umgehen die Damen durch Einsatz von Perücke und Schminke. Aber wenn eine Friday sagt, sie sei anders als die anderen Schwestern und könne nicht mit Menschen … wie soll die dann die Rolle der Karen Settmann spielen, ohne dass das auffällt? Also hier hakt der Film.

Davon abgesehen ist er bis auf die Sache mit dem Kryoschlaf nicht allzu sehr vorhersehbar. Der Haupt-Twist ist sogar ziemlich überraschend. Und der Weg dahin ein angenehm spannender. Wenn Monday und Tuesday weg sind, stellen sich nicht nur die übrig gebliebenen Schwestern, ob sie sich überhaupt vor die Tür begeben können? Angenommen, Tuesday ist tot und das ist vom System aufgenommen, dann ist eine Wednesday doch auffällig wie ein bunter Hund. Sobald sie an den ersten Checkpoint geht, wird das System sagen "Ne, warte mal. Du bist doch tot!" – Viel Spaß beim Erklären.

Technisch und schauspielerisch ist der Film sauber umgesetzt. Das muss man zugeben. Ein Thriller, den man sich mal anschauen kann, der aber nicht ganz weit vorne innerhalb des Genres anzusiedeln ist.

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