Filmplakat Wenn Liebe so einfach wäre
7/10

„You've gone native!“ (Wenn Liebe so einfach wäre, 2009)


Wenn Liebe so einfach wäre

Besprechung

Jane (Meryl Streep) und Jack Adler (Alec Baldwin) sind seit zehn Jahren geschieden, Jack mittlerweile mit der jungen Agness (Lake Bell) verheiratet. Auf einer Feier treffen die beiden ehemaligen Eheleute wieder einmal aufeinander. Jane trifft es sehr, ihren Mann mit der jüngeren, knackigeren Frau zu sehen. Zu allem Unglück findet in den nächsten Tagen in New York auch noch die Abschlussfeier ihres Sohnes statt, wo die gesamte Familie eingeladen ist.

Jane und Jack trinken am Vorabend der Feier an der Hotelbar einige Drinks miteinander, essen, trinken mehr, tanzen — und landen schließlich im Bett. Jack ist hocherfreut. Der Sex war nie besser und im Grunde hat er doch auch immer noch etwas für seine Ex-Frau übrig. Zunächst lehnt Jane diese Form der Beziehung ab, doch auch sie findet den Sex klasse. Außerdem kann sie nun “die andere Frau” sein, die Art von Frau, die jede verheiratete Frau so sehr hasst. Jane und Jack haben eine heimliche Beziehung miteinander.

Obwohl Jane die Schäferstündchen genießt und diese ihr Schwung geben, nagt das schlechte Gewissen an ihr. Das wird nicht gerade besser, als der Architekt Adam (Steve Martin) in ihr Leben tritt. Endlich ein Mann in ihrem Alter, für den sie wieder Gefühle empfinden kann. Aber da ist doch immer noch Jack, der Mann, der sie in- und auswendig kennt, wo sich Jane geborgen und sicher fühlt.

Meinung von

Den Film gab es als Sneak-Preview im Streit's (†). Keiner wusste, was uns geboten werden würde. Als dann klar war, womit wir uns die nächsten zwei Stunden beschäftigen durften, war das Gestöhne und Gebuhe im Saal groß. Hinter uns ging sogar jemand aus dem Kino. Sein Pech!

Wenn Liebe so einfach wäre ist eine nette Komödie um Beziehungen, Sex, Versteckspiel und verwirrte Gefühle — alles von etwas betagteren Protagonisten vorgestellt.

Auch wenn der Streifen einige Längen hat — es gab Passagen, da konnte ich die Augenlider von innen inspizieren — und mir die "ältere Frauen sitzen schnatternd und glucksend mit einem Glas Rotwein in der Hand herum und benehmen sich wie kleine Mädchen"-Szenen auf den Keks gingen, habe ich mich doch teilweise köstlich amüsiert.

Ganz groß ist natürlich Alec Baldwin als Lover. Seine Nacktszene mit dem Macbook war ein absoluter Brüller und der gesamte Saal hat tierisch gelacht. Älteren Herrschaften beim Jointrauchen zuzusehen ist ebenfalls äußerst amüsant. John Krasinski hatte eine nette Nebenrolle als Schwiegersohn in Spe. Der arme Kerl musste Dinge mit ansehen, um die ihn niemand beneiden wird. Der Typ hatte auch einige Lacher auf seiner Seite.

Meryl Streep spielt durchaus gut. Ich kann mich - oh Wunder - nicht so unbedingt in die Rolle einer Mittfünfzigerin eindenken, aber ihre Gewissenskonflikte kamen gut rüber, aber auch der Spaß am Zusammensein mit dem Ex. Der Film endet entgegen meinen Erwartungen nicht mit einem für Hollywood typischen Ende. Es ist kein Knall-und-Fall-Happy End. Aber es ist wohl ein versöhnliches Ende.

Wenn Liebe so einfach wäre ist nicht ein Muss, aber wenn er mal im Fernsehen läuft, kann man ihn sich gerne anschauen. Frauen dürfte er wohl noch einen Tick besser gefallen ...

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