Filmplakat Was nicht passt, wird passend gemacht
8/10

„Haut ab ihr Spassemacken.“ (Was nicht passt, wird passend gemacht, 2002)


Was nicht passt, wird passend gemacht

Besprechung

Irgendwo in Deutschland (genauer: bei Unna) stehen drei Bauarbeiter auf und machen sich an ihr Tagewerk. Bevor es an die Arbeit geht, fahren Kalle (Ralf Richter), Kümmel (Hilmi Sözer) und der Polier Horst (Willi Thomczyk) erst einmal noch zu ihrem Chef Werner Wiesenkamp (Dietmar Bär). Dieser gibt eine schöne Party für den Bürgermeister und solche Leutchen, die einem als Bauunternehmer hilfreich und wichtig sein können. Auf der Party sehen wir auch den Architekturstudenten Philip (Peter Thorwarth), der noch ein Praktikum braucht, das er dann auch bei Wiesenkamp absolviert. Und die schöne Tochter von Horst, Astrid (Alexandra Maria Lara), ist auch dabei.

So. Die drei Chaoten arbeiten also auf der Baustelle vom Wiesenkamp. Gebaut wird so ein olles Ökohaus von einem Lehrerehepaar (grausame Typen). Und nun soll der brave und saubere Philip dort sein Praktikum machen. Na toll. Die Chaostruppe hat aber ihren Chef auch noch belabert, er möge noch einen Polen einstellen, der helfen kann. Wiesenkamp schafft einen an, der aber bei einem Unfall verunglückt. Der Pole kommt (zerkleinert) ins Fundament. Der Spaß beginnt …

Der Pole taucht komischerweise immer wieder auf. Auf dem Parkplatz vom Baumarkt oder im Puff. So tot kann der also gar nicht sein. Philip macht sich jedenfalls riesige Gedanken, ist er doch der Meinung, den armen Mann auf dem Gewissen zu haben.

Derweil passiert noch eine Katastrophe: Wiesenkamp macht pleite. Aber in der Not raufen sich alle, Chaotentruppe und der sauber Philip, zusammen.

Meinung von

Was nicht passt, wird passend gemacht ist (ja, wir wissen es alle) von den Machern von Bang Boom Bang (obwohl damals kein Arsch den Film gesehen hat ...). Hier haben wir mal einen Film, der einfach lustig ist. Er versucht nicht krampfhaft lustig zu sein, er ist auch nicht peinlich lustig. Was nicht passt, wird passend gemacht ist einfach aus dem Leben gegriffen. Hier sieht man, wie es auf dem Bau zugeht (gehen kann), die Nöte eines Bauunternehmers, der nicht mit den Finanzen umgehen kann, der Vater, der nicht mit ansehen kann, wie seine Tochter erwachsen wird und und und. So was passiert überall und zu jeder Zeit. Nur ist es nie so komisch, wie in diesem Film.

Besonders klasse ist natürlich wieder einmal Ralf Richter! Wat is' das für'n Proll. Nur er kann den Bauch mit soviel Stolz vor sich hertragen. Ergänzt wird er durch Hilmi Sözer, mit dem er auf dem Bau immer einen auf Samurai und Karatekämpfer macht. Herrlich. Ebenfalls stimmig (und dabei so unglaublich abstoßend) ist das Lehrereheparr, für die Wiesenkamp das Haus bauen lässt. Boah. Grausig! Schön mit Fahrradhelm und dem für Lehrer typischen Verbesserungstick: Das Fundament, Herr Kümmel. Das Fundament ist ein Neutrum! *würg*

Ich kann den Film ohne Bedenken empfehlen.

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