Filmplakat Walhalla Rising
4/10

„Er wuchs in der Hölle auf.“ (Walhalla Rising, 2009)


Walhalla Rising

Besprechung

Einauge (Mads Mikkelsen) wird von dem Wikinger-Clan wie ein Tier gehalten. Immerzu muss er in Kämpfen Mann-gegen-Mann antreten. Jedes Mal gewinnt er. Einauge redet nicht, er kämpft nur. Die anderen Männer haben Angst vor ihm. Wenn der Kämpfer in seinen Käfig gesperrt wird, muss immer der kleine Are (Maarten Stevenson) mit Einauge in den Käfig, um dessen Ketten festzumachen.

Eines Tages kann Einauge fliehen. Er metzelt seine Peiniger, einzig Are überlebt. Einauge duldet den Jungen. Als sie auf eine Gruppe Christen stoßen, bieten diese ihm an, mit ihnen ins Heilige Land zu reisen. Die Christen wollen Jerusalem zurückerobern.

Die Überfahrt ist quälend, es gibt keinen Wind, das Boot ist ständig von Nebel umhüllt. Doch die Truppe unter der Führung des fanatischen Eirik (Ewan Stewart) schafft es, wieder Land unter die Füße zubekommen. Nur ist das nicht das Heilige Land. Wie es scheint, sind die Männer in der Hölle gelandet.

Meinung von

Die Geschichte eher Durchschnitt. Eine Horde Wikinger, die eigentlich Christen sind, wollen im Jahre 1000 n. Chr. ins Heilige Land ziehen und haben einen Wilden bei sich. Dabei landen sie nicht am Zielort, sondern in Amerika. Das ist nicht das Land, das ihnen der Anführer Eirik versprochen hat.

Gesprochen wird nicht gerade viel in Walhalla Rissig. Herrje, der Hauptdarsteller sagt in 93 Minuten nicht ein Wort! Karge Dialoge passen jedoch zur Landschaft. In dem Film ist alles spartanisch, rustikal, entbehrt jeder Freude, jeden Lebens. Die Landschaft im hohen Norden, in Suteland, ist leer, unfreundlich, kalt, windig, unfruchtbar. Das wird alles in hohem Kontrast gezeigt, die Farbigkeit heruntergeschraubt. Dann pfeift ständig der Wind — da wird einem schon kalt ums Herz.

Mads Mikkelsen ist böse. Nicht furios, aber getrieben von Zorn — weshalb er auch ein so guter Kämpfer ist. Er wird wie Vieh gehalten, an einer Kette und bekommt kaum zu essen. Kein Wunder, dass er stinksauer ist. Selbst die Gruppe Christen hat schon von ihm gehört und Angst vor ihm. Anstatt gegen ihn zu kämpfen, nehmen sie ihn mit auf ihrer Quest.

Die Überfahrt ist eine Qual — nicht nur für die Figuren im Film. Es passiert nichts. Es gibt kaum Dialoge, nur Nebel, braune oder blaue Nebelwände. Einzig das Blut, wenn es fließt und spritzt, ist knallrot. Sonst hat der Film kaum Farbe.

Man muss ihn nicht gesehen haben. An einigen Stellen war ich kurz davor auszuschalten.

Die Geschichte bekommt vielleicht vier Punkte, die "Dialoge" zwei. Die Optik, die reißt dann doch noch einiges heraus. Die ist wirklich gelungen. Es gibt dramatische Kontraste und spannende Perspektiven. Dafür gibt's acht Punkte. Macht im Schnitt wirklich gut gemeinte vier Moviejunkie-Punkte. Eher müssten es drei sein.

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