Filmplakat Vier Hochzeiten und ein Todesfall
7/10

„Im Namen des Vaters und des Sohnes und des heiligen Schweißes ... Geistes.“ (Vier Hochzeiten und ein Todesfall, 1994)


Vier Hochzeiten und ein Todesfall

Besprechung

Charles (Hugh Grant) wird in letzter Zeit ständig auf Hochzeiten eingeladen. Alle um ihn herum heiraten. Manchmal ist er ein Trauzeuge. Während überall die große Liebe zugeschlagen hat, ist Charles eher einer, der sich herumtreiben lässt. Nie hält es ihn lange bei einer Frau. Dennoch macht sich langsam der Wunsch breit, “die Eine” zu finden. Für ihn muss es mit einem Donnerschlag beginnen.

Auf der jüngsten Hochzeit trifft er die Amerikanerin Carrie (Andre MacDowell), in die er sich nicht nur schlagartig verguckt, er schläft auch mit ihr. Dann ist sie auch schon weg. Zurück nach Amerika. Auf der nächsten Hochzeit laufen sich die beiden erneut über den Weg. Alles scheint gut zu werden für Charles. Doch Carrie offenbart dem oft schusseligen Briten, dass sie bereits verlobt sei. Eine Welt bricht für Charles zusammen. Da hat er endlich “die Eine” gefunden und dann ist sie bereits vergeben an einen alten, langweiligen Schotten. Zu allem Unglück lädt Carrie ihn und seine Freunde auch nur zu ihrer Hochzeit ein.

Meinung von

Der Filmtitel ist eigentlich Programm. Autor Richard Curtis schrieb über das, was alle Leute mögen: Hochzeiten. Wir lernen nichts vom Privatleben unserer Protagonisten kennen. Wir sehen sie nur auf Hochzeiten. Charles wird ständig in komische Situationen geworfen. Sei es das Gespräch mit dem verwirrten Hochzeitsgast oder eine grausame Tischgesellschaft, bestehend aus seinen Ex-Freundinnen.

Viel Inhalt hat Vier Hochzeiten und ein Todesfall nicht. Es ist eine amüsante Ansammlung von komischen Momenten und lustigen Charakteren. Neben Hugh Grant, der mit diesem Film seinen internationalen Durchbruch feierte, glänzt Simon Callow als gealterter Schwuler mit unglaublicher Lebensfreude. Er hält die Gruppe um Charles, dessen Mitbewohnerin Scarlett (Charlotte Coleman), den Geschwistern Tom (James Fleet) und Fiona (Kristin Scott Thomas) sowie seines Lovers Matthew (John Hannah) zusammen. Tom ist leicht vertrottelt, seine Schwester recht düster drauf. Neben den Freunden ist auch Charles’ tauber Bruder David (David Bower) ein regelmäßiger Gast auf den Festlichkeiten.

Bei den Hochzeiten dreht es sich immer um das Verhältnis zwischen Charles und Carrie. Der Todesfall betrifft einen aus der Gruppe von Freunden und bringt etwas Würze in das sonst so zuckersüße Schauspiel.

Vier Hochzeiten und ein Todesfall ist eine wirklich lustige Romcom, vermutlich liegt das daran, dass sie britisch ist. Neben den oben genannten Schauspielern tritt auch Rowan Atkinson als ultranervöser Pastor auf. Atkinson und Curtis arbeiteten zuvor bereits an den TV-Serien Blackadder und Mr. Bean zusammen. Der Film traf einen Nerv und wurde zum Kassenerfolg. Das lag u.a. am Lied "Love is all around" von Wet Wet Wet. Das gibt es heute auch nicht mehr, dass ein Lied einen Film bekannt macht, bzw. unweigerlich mit dem Streifen verbunden ist.

Vier Hochzeiten und ein Todesfall ist mittlerweile ein Film für den Sonntagnachmittag. Nett, harmlos, amüsant.

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