Filmplakat Underworld – Aufstand der Lykaner
5,5/10

„Du musst anfangen den Tanz der Politik zu lernen, um ruchlos und durchtrieben zu sein.“ (Underworld – Aufstand der Lykaner, 2009)


Underworld – Aufstand der Lykaner

Besprechung

Die Lykaner und die Vampire, die beide von Corvinus abstammen, sind nun seit zwei Jahrzehnten im Streit. Viktor (Bill Nighy) ist das amtierende Oberhaupt der Vampire. Die Werwölfe sind anfangs noch wilde Tiere und können sich nicht in Menschen zurück verwandeln. Da gebiert eines Tages eine Wölfen ein menschliches Kind. Wider besseren Wissens tötet Viktor das Kind nicht. Er zieht Lucian (Michael Sheen) groß, hält ihn aber als Sklaven – mit einigen wenigen Privilegien.

Die Wölfe werden immer mehr und wilder. Das bedeutet, dass auch die normalen Menschen heimgesucht werden und somit ihren Tribut an die Vampire nicht mehr zahlen können. Unzufriedenheit kommt auf, davor wird Viktor auch von Coloman (David Aston) gewarnt, doch der hört nicht zu. Er hat zudem mit seiner widerspenstigen Tochter Sonja (Rhona Mitra) zu kämpfen, die eigentlich an seiner Seite im Rat sitzen sollte, aber stattdessen lieber in den Wäldern Jagd auf Wölfe macht.

Was Viktor nicht weiß: Sonja und Lucian sind ein Liebespaar. Lucian will fliehen, endlich seine Freiheit erlangen, doch Sonja kann nicht mitkommen.

Meinung von

Zum einen ist Underworld - Aufstand der Lykaner eine klassische Rome und Julia-Geschichte. Zwei Liebende aus unterschiedlichen, verfeindeten Häusern (hier: Rassen), die sich nicht lieben dürfen. Dann ist der Film noch die Entstehungsgeschichte des Underworld-Franchises. Im ersten Teil sehen wir immer wieder fragmentartige Rückblenden, wie es zu der Fehde zwischen Vampiren und Werwölfen gekommen ist – in Underworld - Aufstand der Lykaner wird die Geschichte in voller Länge erzählt.

Kam Lucian in Underworld zunächst noch als heruntergekommener Bösewicht herüber, änderte sich das zum Ende hin. Im dritten Teil von Underworld gehen wir also in die frühen Jahre zurück und sehen, wie Lucian zu dem wurde, was er ist. Underworld - Aufstand der Lykaner ist nicht aus der Sicht der Vampire gedreht, wie seine beiden Vorgänger, sondern aus der Sicht der Werwölfe. Das wundert nicht, war Regisseur Patrick Tatopoulos doch für die Gestaltung der Werwölfe in Teil 1 und 2 zuständig.

Der Film spielt also vor vielen Hundert Jahren. Er sollte bewusst nicht so aussehen, wie seine Vorgänger. Die setzen auf Gothik-Stil, Tatopoulos ging ins Romanische. Dennoch ist der Streifen düster und blaustichig. Hier ist nichts edelstahlsauber, sondern rau wie zu Zeiten der Kreuzzüge und Ritter. Das mag zeitlich richtig sein, ist aber ein massiver Bruch mit der lieb gewonnen Ästhetik der ersten beiden Teile. Man muss also umdenken.

Bill Nighy spielt erneut übertrieben theatralisch, was aber seine Figur auch sein soll. Michael Sheen ist der Helden-Typ, der seine Leute, seine Lykaner, aus der Knechtschaft befreien will. Die verbotene Liebe ist der große Auslöser für die Fehde zwischen den beiden Rassen. Nach dem Anschauen kann man den Hass zwischen Vampiren und Werwölfen besser verstehen. Trotz der Tatsache, dass Underworld - Aufstand der Lykaner recht ehrgeizig umgesetzt wurde, fehlt ihm etwas. Dennoch ist es richtig, dass Underworld - Aufstand der Lykaner gedreht wurde. Für Underworld-Fans ein Muss, auch wenn keine belackte Kate Beckinsale diesmal dabei ist.

Was sich mir jedoch nicht erschließen konnte: Wenn das alles im tiefsten Mittelalter spielt, wieso laufen da Vampir-Models rum? In der Vampir-Burg ist ein Haufen dünner, weiblicher Vampire als Deko unterwegs, die alle rückenfreie Kleider aus dünnen Stoffen tragen und Spaghetti-Träger haben. Das ist nun aber wirklich ein massiver Stilbruch! Und wieso muss eigentlich jeder Regen gleichzeitig ein Gewitter sein? Diese Stroboskope gehen einem ganz schön auf den Senkel.

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