Filmplakat Tim Burton’s Corpse Bride – Hochzeit mit einer Leiche
9/10

„With this candle ... — I set your mother on fire.“ (Tim Burton’s Corpse Bride – Hochzeit mit einer Leiche, 2005)


Tim Burton’s Corpse Bride – Hochzeit mit einer Leiche

Besprechung

Victor Van Dort ist Sohn eines Fischhändlers und eher schüchtern. Ein Schöngeist. Seine Eltern haben die Hochzeit mit der Tochter der Everglots, Victoria, arrangiert. Jeder verspricht sich etwas von der Heirat. Nur Braut und Bräutigam, die einander nicht kennen, die stehen dem ganzen Unterfangen etwas skeptisch und ängstlich gegenüber.

Bei der Trauungsprobe verbockt Victor alles, weil er einfach viel zu nervös ist. Er flieht in den Wald, um den Kopf freizubekommen und sein Hochzeitsgelöbnis zu üben. Dabei heiratet er irrtümlicherweise eine junge Dame, die den kleinen Nachteil hat, dass sie tot ist. Wie kann sich Victor aus dieser misslichen Lage befreien? Auf der einen Seite ist er mit der Leichenfrau verheiratet, auf der anderen Seite wartet in der Welt der Lebenden noch seine Victoria auf ihn. Und in der Welt “da oben” lauert noch eine Gefahr auf Victoria …

Meinung von

Wunderbarer Animationsfilm. Tim Burton hat ganz in der Tradition von Nightmare before Christmas ein kleines Meisterwerk der Stopp-Motion-Technik geschaffen. Der Film hatte es natürlich schwer, musste er doch mit seinem grandiosen Vorgänger Schritt halten.

Den Vergleich hält Corpse Bride locker stand. Kann man davon sprechen, dass sich in dieser doch schon recht alten Filmkunst die Technik weiter entwickelt hat? Wenn es mir erlaubt ist, dann möchte ich sagen, dass dieser Film technisch weiterentwickelt ist als NbC. Irgendwie wirkt er komplexer, “sauberer”. Okay, das mag an der Story liegen, die diesmal nicht in einer Stadt voll Monster und Geister spielt, sondern zum einen in einem europäischen Dorf, irgendwann im 19. Jahrhundert und zum anderen Teil in der Unterwelt, die eine Stadt wie jede andere auch ist. Nur, dass hier Tote herumlaufen.

Corpse Bride ist also technisch einwandfrei. Wie schaut es mit dem Rest aus? Wie ist die Geschichte? Klasse — keine Längen, keine “Unlogiken” – sofern man von Logik bei diesem Film reden kann. Die Musik von Danny Elfman ist wieder einmal wunderschön – und typisch. Leicht morbide alles, aber dennoch gehen die Lieder beschwingt ins Ohr. Es wird diesmal nicht so viel gesungen wie in NbC. Konnte ich mit leben, da doch so mancher Charakter einen sehr ausgeprägten Akzent hatte, den man nicht immer leicht verstehen konnte. Dennoch würde ich mir den Film nicht auf Deutsch anschauen. Erst im Original kommen z.B. Witze wie Play dead oder Oh, a dead end rüber. Na schön, Spiel toter Hund ginge in dem Fall noch, aber "Sackgasse”? Ne ... Zumal ich eine Abneigung gegen Filme habe, bei denen der deutsche Filmverleih mal wieder der Meinung war, einen Extra-Untertitel zu finden. "Hochzeit mit einer Leiche"? Warum nur?

Unterm Strich ein Film, den man gesehen haben muss und der irgendwann dann auch in der heimischen DVD-Sammlung nicht fehlen darf. Wunderbare Unterhaltung. 77 Minuten, die ab 6 Jahren sind, aber die ich — mal wieder — meiner Nichte nicht zutrauen würde ... Obwohl er nicht so gruselig und düster ist wie NbC.

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