Filmplakat Thomas Crown ist nicht zu fassen
7,5/10

„Es ist mein Begräbnis. Du bist nur Leidtragende.“ (Thomas Crown ist nicht zu fassen, 1968)


Thomas Crown ist nicht zu fassen

Besprechung

Der Millionär und Bankier Thomas Crown hat einen perfekten Bankraub geplant. Die Beteiligten wissen nichts voneinander, über 2,6 Millionen Dollar werden erbeutet. Darüber ist die Versicherung natürlich nicht besonders begeistert. Deshalb setzen sie die freischaffende Ermittlern Vicki Anderson (Faye Dunaway) auf den Fall an. Sie gilt als knallhart und hat eine hohe Erfolgsquote.

Nach einigem Gehirnjogging kommt die smarte Blonde auf die Spur von Thomas Crown. Zunächst heftet sie sich an seine Fersen, dann lernt man sich kennen.

Schnell wird aus dem Versuch Crown dingfest zu machen eine Liebschaft.

Meinung von

Ein wunderbar gefilmter, stylischer Spät-60er-Film mit einem gewohnt coolen McQueen und einer noch jungen, sexy Faye Dunaway.

Crowns Plan ist das perfekte Verbrechen — so denkt er. Nötig hat er so einen Bankraub nicht, aber wenn man die Mittel, die Zeit und die Nerven dazu hat, dann kann man auch solch gewagten und raffinierten Raubzüge über die Bühne bringen. Im Grunde könnte sich Crown zurücklehnen, doch dann taucht Vicki auf.

War er vorher gelangweilt, wird nun sein Spieltrieb angesprochen. Zunächst umkreisen sich die beiden Kontrahenten. Sie ist sich nicht 100% sicher, dass Crown der Täter war und er muss erst noch herausfinden, was sie will.

Ins Spiel steigt Vicki ein als knallharte Ermittlerin. Sie spielt ein ums andere Mal nicht sauber. Auf gar keinen Fall sauber …

Wie es zu erwarten war, kommen sich Vicki und Thomas näher. Es entsteht eine verzwickte Situation, in der Vicki hin- und hergerissen ist zwischen Pflichtbewusstsein und Erotik, Thomas muss sich entscheiden zwischen Nervenkitzel und Beziehung.

Thomas Crown ist nicht zu fassen benutzt sehr oft — und das mag ich — die Technik des Split-Screens. Gerade am Anfang gibt es mehrere Handlungen, die gleichzeitig stattfinden, auch zeitgleich zu sehen. Das wirkt alles wie kunstvolle Collagen, die uns Regisseur Norman Jewison, der mit McQueen auch schon bei The Cincinnati Kid zusammen gearbeitet hat, hier präsentiert.

Faye Dunaway, die bei Thomas Crown ist nicht zu fassen noch recht frisch im Filmgeschäft war — und auch noch nicht kaputtgeliftet — ist die perfekte kühle Blonde. Erst langsam bekommen wir mit, dass ihre Vicki eifersüchtig wird, wenn Crown sich mit anderen Frauen trifft. Auch wenn das hier eigentlich so überhaupt nichts zu suchen hat, aber so möchte ich doch erwähnen, dass Mrs. Dunaway damals fantastische Beine hatte …

Thomas Crown ist nicht zu fassen zeichnet sich nicht nur durch seine tolle visuelle Umsetzung, die knisternde Erotik zwischen Crown und Vicki während ihres Schachspiels und die Ungewissheit, wie der Film denn nun ausgehen wird aus. In dem Film kam auch die längste Kussszene vor, die es bis dahin im Kino zu sehen gab. Fast eine Minute wird da rumgeknutscht — ohne Zunge versteht sich, aber immerhin.

Autofreak McQueen wird sich bestimmt bei den Szenen mit dem Strandbuggy sehr wohl gefühlt haben.

Obwohl McQueens Coolness wunderbar rüberkommt, eine Sache stört doch an seiner Schauspielkunst. Seine euphorischen Lachanfälle wirken arg gekünstelt.

Thomas Crown ist nicht zu fassen sollte man als Filmfreund gesehen haben. Für heutige Sehgewohnheiten ist der Film an manchen Stelle bestimmt "zu ruhig" …

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