Filmplakat The Numbers Station
2/10

„No loose ends!“ (The Numbers Station, 2013)


The Numbers Station

Besprechung

Jahrelang war Agent Emerson Kent (John Cusack) im Außendienst tätig und hat auch Menschen im Auftrag seiner Regierung liquidiert. Seine Aufträge bekam er über ein System entschlüsselungssicherer Zahlenkombinationen. Das System ist mehr als 70 Jahre alt und immer noch bewährt.

Eines Tages versagt er in seinem Job und wird von seiner Agency zum “Babysitter-Dienst” abgestellt. In einer alten amerikanischen Militärstation irgendwo in der Pampa Englands bewacht er von nun an Katherine (Malin Akerman). Die Dame gibt die verschlüsselten Nummern über den Äther weiter. Fest im Glauben, etwas Gutes für ihr Vaterland zu tun. Emerson macht seinen Job, ist aber innerlich gebrochen und verzweifelt.

Eines Tages finden die beiden beim Schichtwechsel die Basis kompromittiert vor. Das Pärchen aus der vorherigen Schicht wurde ausgeschaltet. Emerson schafft es gerade noch, sich und Katherine in der Anlage in Sicherheit zu bringen. In dem Komplex eingeschlossen – die Angreifer versuchen von außen hinein zu kommen – versuchen die Beiden die Situation zu durchschauen.

Langsam ergibt sich ein Bild. Die Angreifer haben einen gefährlichen Plan und Katherine sowie Emerson stehen definitiv im Wege.

Meinung von

Das war unser letzter Beitrag auf dem Fantasy Filmfest 2013. Und ganz ehrlich: auch der langweiligste. Der dänische Regisseur Kasper Barfoed schafft es in seinem ersten großen Film nicht, Spannung und Tempo aufzubauen. Eine Szene zeigt wie gebrochen Emerson ist, das eigentliche Dilemma der Figur wird jedoch nicht richtig beleuchtet. Erst gen Ende wird klar, dass Emerson ein Problem mit dem System hat, für das er jahrelang gemordet hat.

Die Grundidee ist nicht mal die schlechteste: die Bösewichte sind in die Anlage eingedrungen und haben schriffierte Meldungen senden lassen, die verheerende Folgen für den Apparat haben wird, für den Emerson arbeitet. Wie können die Eingeschlossenen aus der Klemme wieder rauskommen? Emerson muss sich und Katherine gegen die Eindringlinge beschützen, Katherine steht unter Zeitdruck einen bestimmten Code zu knacken, um die tödlichen Befehle, die zuvor gesendet wurden, wieder rückgängig zu machen. Alles eine brenzliche Situation, aber es kommt nicht wirklich Spannung auf.

John Cusacks kaputter Charakter wirkt nicht wirklich so, als würde er unter der Last seiner Vergangenheit zermalmt werden. Emerson wirkt vielmehr einfach nur gelangweilt.

Knapp 90 Minuten zieht sich die Geschichte zäh dahin. Ich würde den nicht mal empfehlen, wenn er im Fernsehen neben dem Musikantenstadl liefe. (Das Musikantenstadl würde ich allerdings auch nicht empfehlen.)

Eine Frage muss dann zum Schluss auch noch einmal gestellt werden: Was hatte The Numbers Station bitte schön auf dem Fantasy Filmfest zu suchen?!? Von Fantasy war hier keine Spur zu sehen. Null. Das ist ein Thriller, der dazu noch lahm umgesetzt ist. Damit kann er im Grunde schon wieder kein Thriller sein ...

hoch