Filmplakat The Man Who Wasn’t There
7/10

„Ich? Ich rede nicht viel. Ich schneide nur die Haare.“ (The Man Who Wasn’t There, 2001)


The Man Who Wasn’t There

Besprechung

Ed Crane (Billy Bob Thornton) raucht Kette, ist mit seinem Leben als Frisör im Laden seines Schwagers nicht gerade zufrieden und zudem betrügt ihn seine Frau (Frances McDormand) mit deren Chef, Big Dave (James Gandolfini). Das Leben plätschert so dahin. Nichts passiert. Bis — ja bis ein Mann auf dem Frisierstuhl hockt, der Ed von seinem Traum erzählt: Trockenreinigung. Das ist es, das ist die Zukunft! Ed denkt nach und erhofft sich davon auch seine Zukunft. Es werden nur 10.000 Dollar benötigt. *hmm* Woher nehmen?

Wer hat Geld? Genau: Big Dave. Da der sowieso mit Eds Frau rummacht, soll er auch bezahlen. Ed erpresst ihn.

Das Geld wird übergeben. Ed reicht es weiter an den Trockenreinigungs-Mann. Blöde nur, dass der Deal auffliegt. Big Dave stellt Ed zur Rede, es kommt zum Kampf und … — Naja. Soll hier ja keine Nacherzählung werden. Schaut ihn Euch selber an. Basta.

Meinung von

Schwer zu beurteilen. Ist es nun ein guter oder ein schlechter Film? *grübel* Die Coen-Brüder, die hier Regie führen, kommen mit einer durchaus runden Story daher. Die Charaktere sind gut gezeichnet, Billy Bob Thornton spielt exzellent und überhaupt fand ich die Ästhetik des Films durch die S/W-Aufnahmen zu tiefst beeindruckend. So etwas habe ich schon lange nicht mehr gesehen. Ein ausgeklügeltes Spiel aus Licht und Schatten. Klasse.

Also was hält mich davon ab, dem Film 10 Moviejunkie-Punkte zu geben? Keine Ahnung. Er ist irgendwie zu ruhig. Ich hatte schon wieder den ollen Kafka im Hinterkopf. *schauder*

Der Film bekommt aber auch Pluspunkte durch den skurillen Humor. Ist nicht ganz mein Hau-druff-Humor, aber auch nett. Schöne Szene: Wenn Eds Frau in der Badewanne liegt, er ihr seine Zigarette gibt. Alles extrem ruhig fließend. Sie nimmt einen Zug, haucht genüsslich aus und lässt ohne jegliche Emotion den Satz Ich liebe Dich! ab. Das haut rein, kommt aus dem heiteren Himmel. — Himmel? Noch eine schöne Szene, dann höre ich auch auf: Ein Unfall mit dem Wagen passiert. Die Kamera zeigt Bäume von schräg unten. Aus dem Off kommt Eds Stimme, der über dies und jenes nachdenkt. Die Einstellung geht irrsinnig lang, als plötzlich das verunglückte Auto gaaaanz langsam über die Leinwand fliegt. — So was mag ich.

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