Filmplakat The Last Man on Earth
6,5/10

„You're freaks! I'm a man! The last man.“ (The Last Man on Earth, 1964)


The Last Man on Earth

Besprechung

Seit drei Jahren besteht das Leben des Wissenschaftlers Dr. Robert Morgan (Vincent Price) aus einer grausamen Routine. Morgens steht er auf, kümmert sich um die Leichen vor seiner Tür und schmeißt sie in eine brennende Grube. Er muss überprüfen, ob er noch genug Benzin für seine Generatoren hat und dann macht er sich auf die Suche nach den Vampiren.

Nach einer mysteriösen Epidemie ist er der letzte Mensch auf der Welt. Alle anderen Menschen sind entweder gestorben oder zu trägen Vampiren mutiert, die nachts an Morgans Tür schlagen und ihn umbringen wollen. Der Wissenschaftler hingegen versucht tagsüber die Schlupflöcher der Monster zu finden und endgültig alle auszurotten.

Eines Tages läuft ihm plötzlich doch noch ein Mensch über den Weg. Ruth Collins (Franca Bettoia) hat zunächst Angst vor Morgan, doch er nimmt sie in seinem Heim auf und sie beginnt ihm zu vertrauen. Allerdings hat Ruth ein dunkles Geheimnis.

Meinung von

Die Thematik ist eine ungewöhnliche, doch die Ausstattung des Films — der nach einem Roman von Richard Matheson entstand — und der Hauptdarsteller Vincent Price sind "typisch" für die Horror- und Gruselfilme der 60er-Jahre. Das geht hin bis zu dem "Ahahaa"-Chor, der von Zeit zu Zeit unheilschwanger jault.

Ansonsten ist Last Man on Earth stimmungsvoll, Vincent Price läuft einsam umher, führt Selbstgespräche, schwelgt in Erinnerungen, als die Epidemie sich ausbreitete und er zunächst nicht an Vampire denken wollte, bis seine Frau (Emma Danieli) auch von der Seuche befallen wird und als Untote vor seiner Tür steht.

Price steht an zwei Stellen kurz vor dem Wahnsinn, wenn er irre lacht und schließlich weint. Ja, er war nicht unbedingt der beste Schauspieler — aber das muss man im Kontext betrachten. "Damals" war so ein Film gruselig hoch zehn und Price nicht umsonst der "Meister des Makabren". Der Film ist sehr leer, traurig und einsam. Also eigentlich auch so, wie er wohl angedacht war.

Ich habe zwar nie den Roman von Richard Matheson gelesen, aber ich kann mir durchaus vorstellen, dass das Buch gut umgesetzt wurde. Oder nicht? Immerhin hat Matheson teilweise sogar am Skript mitgeschrieben, war aber im Endeffekt unzufrieden mit seiner Arbeit.

Am Ende des Films stellt sich heraus, dass es nicht nur die tumben, fast Zombie-artigen Blutsauger gibt (was mich gewundert hat, wieso die so träge und langsam sind), sondern noch eine andere Fraktion — zu der auch Ruth gehört. Diese sind zwar infiziert, aber lebend. Und sie haben alle Angst vor Morgan. Immerhin ist er "anders". Morgan, als einziger Mensch auf Erden, ist das Monster. Die Perspektive hat sich somit völlig verschoben. Ein interessantes Thema um Vorurteile und Diskriminierung — verpackt in einem Horror- ..., naja Grusel-Film. Wobei ich mich nicht wirklich gegruselt habe.

Die Dialoge sind teils hölzern und das Schauspiel schlecht. Dennoch ist The Last Man on Earth mit Vincent Price ein wichtiger Film aus dem Horror-Genre. So wichtig, dass er auch oft als Vorlage zu Die Nacht der lebenden Toten angesehen wird.

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