Filmplakat The Innkeepers
4,5/10

„Pessimism is just a higher form of optimism.“ (The Innkeepers, 2011)


The Innkeepers

Besprechung

Es ist das letzte Wochenende, dann macht das altehrwürdige Yankee Pedlar Inn dicht. Der Besitzer ist weit weg, die beiden letzten Mitarbeiter sind Claire (Sara Paxton) und Luke (Pat Healy). Gäste sind auch kaum noch welche da. Eine Mutter mit Sohn, die tierisch nervt und – frisch eingetroffen – die ehemalige Schauspielerin Kelly (Leanne Rease-Jones).

Claire und Luke teilen sich die Schichten. Wer wach ist, soll mit dem Mikrofon auf Geisterjagd gehen. Vor vielen Jahren hatte sich eine versetzte Braut in dem Inn erhängt. Luke hat schon “sonderbare Erscheinungen” erlebt, Claire noch nicht. Doch das soll sich ändern.

Claire ist geradezu eifersüchtig, dass Luke etwas vom Inn-Geist mitbekommen hat, sie aber nicht. Deshalb ist sie sehr hartnäckig mit ihren Versuchen, den Geist aufzuspüren. Immerhin bleibt nicht mehr viel Zeit. Als Claire dann unerklärliches Klavierspiel wahrnimmt, findet sie in der alten Kelly eine Verbündete. Die versteht sich nämlich auf Kontaktaufnahme zu “Spirits“.

Meinung von

Zweiter Fantasy Filmfest-Beitrag für die Moviejunkies 2011. Diesmal war auch MJ Thorsten dabei. Wenn ich ehrlich sein soll, dann muss ich leider sagen, dass ich noch nie ein Freund dieses Genres gewesen bin. The Innkeepers ist ein klassischer Horror-Grusel-Film. Werden die Streicher schriller, wissen wir, dass gleich etwas passieren wird. Regisseur Ti West gönnt sich allerdings ein ums andere Mal den Scherz die Erwartung des Schockmoments nicht zu erfüllen. Jedenfalls nicht sofort. Die Musik geht weiter, droht und noch immer passiert nichts. Bis es *Bämm* macht, sich jeder erschreckt und einige Besucher im Kinosaal nervös lachen.

Für mich ist das alles nichts. Ich bin da ganz ehrlich, ich habe oft nur "Hörkino" gemacht, sprich die Augen zu gehabt.

Was an The Innkeepers gefiel, das sind die beiden sympathischen Schauspieler Sara Paxton und Pat Healy. Healy ist ein skurriler, lustiger Zeitgenosse, Paxton klare Sympathie-Trägerin. Man nimmt ihr ihre Gefühle, ihre Überraschung und ihr Entsetzen ab. Sie ist keine Scream-Queen und kein dummes Blondchen. Sehr angenehm. Paxton und Healy bringen dem Film einen extra MJ-Punkt ein.

Die Geschichte selber ist recht dünn. Die Auflösung verdient nicht den Namen und ist sehr unbefriedigend. Es bleiben einige Fragen offen. Als der Abspann lief, meinte ein Zuschauer hinter uns Das hätte man auch in einer Kurzgeschichte bringen können. Muss ich Recht geben.

Eines noch, was gefiel: Ein von einem Geist heimgesuchtes, altes Hotel — wo vermutet man das? In einem abgelegenen Wald, einem Moor o.ä.? Das Yankee Pedaler Inn ist ein altes Hotel mitten in irgendeiner Stadt. Das fand ich mal angenehm un-stereotypisch.

Übrigens gibt es ein Yankee Pedlar Inn in Western Connecticut. Wie es ausschaut, wurde in dem Inn gedreht. Oder sie haben Teile dem Inn nachempfunden. Ob es in dem echten Inn spukt? Unheimlich ...

Freunde des Genres werden (vermutlich) ihren Spaß haben. Mir blieb Paxton.

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