Filmplakat The Impossible
5,5/10

„Go out and help people. You're good at it.“ (The Impossible, 2012)


The Impossible

Besprechung

Es sollte ein schöner Urlaub über die Weihnachtsfeiertage in Thailand werden. Eine Familie kommt in einem schönen Hotel unter und lässt es sich gut gehen – bis die Hölle über sie hereinbricht. Am 26. Dezember 2004 rollt ein Tsunami über das Ferienörtchen und trennt die Familie.

Mutter Maria (Naomi Watts) kann in den Fluten ihren ältesten Sohn Lucas (Tom Holland) finden. Gemeinsam kämpfen sie sich voran, als die Welle abgeebbt ist. Maria ist schwer verletzt. Zum Glück werden sie gefunden.

Vater Henry (Ewan McGregor) kann in der zerstörten Ferienanlage seine beiden jüngeren Söhne, Thomas (Samuel Joslin) und Simon (Oaklee Pendergast), finden. Da er aber an dem Gedanken festhält, dass seine Frau noch lebt, gibt er schweren Herzens seine beiden Kinder in die Obhut von Fremden. Henry macht sich zusammen mit einem ebenfalls von seinen Lieben Getrennten namens Karl (Sönke Möhring) auf die Suche nach Maria.

Meinung von

Wenn The Impossible so ins Kino gekommen wäre, hätte ich herzlich wenig Interesse daran gehabt, den Film zu sehen. Warum soll ich auch einen Herzschmerz-Film anschauen, der auf einer wahren Katastrophe beruht und in dem eine Familie auseinandergerissen wird? Meinen Abend kann ich wirklich besser verbringen. Aber The Impossible lief im Streit's (†) in der Sneak. Dafür ist diese Vorschau immer gut.

Unterm Strich zeigt der Film wirklich nicht die Art von Film, die ich mir gerne anschaue. Da ich aber nun einmal schon im Kino rumsaß, schaute ich ihn mir auch an. The Impossible basiert also auf einer wahren Geschichte. Die Bilder der Flutwelle, die sich ihren Weg durch die Palmenhaine bahnt, haben wir alle noch vor Augen. Die Familie, deren Geschichte hier erzählt wird, ist nicht - wie man angesichts der Schauspieler denken mag - amerikanisch oder britisch, sondern spanisch. Aber das ist am Ende egal.

The Impossible ist eine Mischung aus Roadmovie in Ruinen, Suche nach Familienangehörigen und Wunderfilm. Am Ende fragt man sich schon, wie das alles so hat passieren können. Wenn es nicht auf Tatsachen basieren würde, müsste man sagen, die Drehbuchschreiber haben ganz dick aufgetragen und viel Unlogik sowie Aus-dem-Himmel-Gegreife zusammengemischt. Wirkt alles sehr unrealistisch, wenn am Ende Henry zufällig in dem Krankenhaus auftaucht, in dem seine Frau liegt. Lucas sieht ihn, die beiden Kleinen sind ebenfalls rein zufällig bei dem Krankenhaus. Naja ...

Naomi Watts hat ganz ordentlich gespielt, ob's unbedingt eine Oscar-Nominierung wert war - finde ich nicht unbedingt. Ewan McGregor hat eine ganz große Szene, wenn er vor Fremden zusammenbricht und nicht mal mehr mit seinen Verwandten telefonieren kann. Das ging schon etwas an die Nieren.

Und wie schaut es mit den Kindern aus? Kinder sind bekanntlich immer ein heikles Thema in Filmen, können sie doch so einen Streifen ganz einfach kaputt machen und nerven. Doch hier war keines der drei Kinder gefährlich für The Impossible. Der sechzenhjährige Tom Holland, der im Film wohl eine jüngere Rolle darstellt, spielt überraschend gut. Man merkt, wenn er vom Jungen zum Erwachsenen wird. Ein gut gespielter Bruch.

Ich denke einmal, die Tatsache dass kein Amerikaner auf dem Regiestuhl saß, sondern ein Europäer, tut dem Film sehr gut. Juan Antonio Bayona dürfte nicht durch sein spanisches Œuvre bekannt sein, aber vielleicht ändert sich das mit The Impossible.

Wer Katastrophenfilme mit viel emotionalen Momenten mag, der ist mit The Impossible bestens bedient.

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