Filmplakat The Game
10/10

„Ich frage mich, wieviel von ihm auch in mir ist.“ (The Game, 1997)


The Game

Besprechung

Nicholas Van Orton (Michael Douglas) ist Investment-Banker. Und: Ein Arsch. Naja, der Jung’ hat ja auch eine schwere Kindheit hinter sich. Aufgewachsen als ältester Sohn von zweien, in einem scheiß-reichen Haus (Papa war – glaube ich – auch so was wie Investment-Banker …). Nie so richtig Liebe und Wärme erhalten. Dann mit angesehen, wie sich der Herr Papa im Alter von 48 Jahren vom Hausdach stürzt. Matsch.

Wir verstehen schnell, warum Nicholas so ein unangenehmer Geselle ist. Die Geschichtchen über seine Vergangenheit lernen wir in 8-mm-Film-Rückblenden kennen. So, der gute Nic wird 48. Das Alter, in dem sich eben sein alter Herr … ihr wisst schon. — Gepaart mit der Tatsache, dass Nic eh nicht auf Geselligkeit steht, passt ihm dieser Geburtstag nicht so recht. Dann kommt noch sein jüngerer Bruder, Conrad (Sean Penn), vorbei. Dass Conrad das Personal des Restaurants, in dem die Brüder speisen, dazu anstiftet, für Conrad ein Ständchen zu halten … — Keine so gute Idee. Und schließlich schenkt Conrad seinem älteren Bruder noch einen Gutschein der Firma “CRS” – Consumer Recreation Services. Woas das? Schweinkram? Nein, Conrad empfiehlt Nic, dort unbedingt anzurufen. CRS macht “Spielchen”, die das Leben verändern. Man bekommt nicht genug davon …

Da Nic versprochen hat, dort mal vorbeizuschauen, und er gerade in der Gegend ist, schaut er eben mal bei CRS rein. Alle nett und freundlich dort. Nichts schmuddeliges. Ja, er wolle an dem Spiel teilnehmen. Dafür muss er allerdings nur “ein paar Formulare” ausfüllen. Nach einem halben Tag mit oft sehr intimen Fragen, geht Nic aus dem Laden raus. “Wir melden uns!” – CRS meldet sich dann auch. Nic wurde abgelehnt. Bitte? Wieso? — Das Spiel hat bekonnen. Das bekommt auch der Dümmste unter uns mit.

Plötzlich liegt in der Einfahrt eine Puppe, die aussieht, als wäre sie vom Haus gefallen. Dann spricht der Nachrichtensprecher im Fernsehen mit Nic. Er wird beobachtet. Es geschehen immer seltsamere Begebenheiten. Dabei lernt er die Kellnerin Christine (Deborah Unger) kennen. Zusammen mit ihr versucht er, den Ereignissen auf den Grund zu gehen. Die beiden ungleichen Gesellen geraten immer tiefer in einen Strudel, der verdächtig nach Verschwörung riecht. Nic kann niemandem mehr trauen. CRS taucht immer wieder in neuen Masken auf. Unter anderem als Cable Repair Service, oder anderen Firmen. Es wird ein Anschlag auf ihn verübt. Schließlich schaltet er die Polizei ein, aber die Firma gibt es mittlerweile nicht mehr. Das Spiel geht trotzdem weiter …

Die folgende Geschichte ist zu komplex, als das ich sie hier erzählen wollte. Nur so viel: Immer wenn man denkt “Okay, jetzt weiß ich, wie der Hase läuft; was das alles soll” springt die Geschichte auf eine andere Ebene und der Zuschauer wird wieder verwirrt. — Wenn auch nicht so dolle, wie der arme Nic.

Meinung von

Kino der Spitzenklasse! Genau wie später in Fight Club, so erzählt Fincher auch hier eine dichte Geschichte, die langsam immer mehr Sinn ergibt. So denkt man zumindest. Immer, wenn der Zuschauer sich auf der richtigen Fährte wähnt, präsentiert uns Fincher einen anderen Abgrund, gefüllt mit neuen grausamen Tieren.

Also ich kann sagen, dass ich diese Sorte von Film sehr mag. Es ist nicht nur so ein Geplänkel. Man muss aufpassen und wird verwundert. Wo hat man das heute noch? Man schaut einen Film und wundert sich!

Ohne Frage: Den Film empfehle ich. Anschauen. Und ohne zuviel zu verraten: Den Streifen könnte man auch "Lektion in Demut" nennen. Unglaubliches Teil ...

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