Filmplakat The Endless
2,5/10

„Dying takes a second. A shitty life is long.“ (The Endless, 2017)


The Endless

Besprechung

Vor zehn Jahren sind die beiden Smith-Brüder Justin (Justin Benson) und Aaron (Aaron Moorhead) aus den Fängen eines Ufo-Selbstmord-Klans entflohen. Seit zehn Jahren versuchen sie ihr Leben wieder auf die Reihe zu bekommen, schlagen sich mit schlechten Jobs durch, haben keine Freunde, keine Freundinnen. Da trudelt ein Video aus dem Camp Arcadia bei den Brüdern ein, das die Erinnerungen an die Zeit damals weckt. Aaron will noch einmal zurück ins Camp. Justin ist dagegen, aber seinem Bruder zuliebe fahren beide dorthin, von wo sie geflohen sind.

Im Camp selber scheint alles in Ordnung zu sein. Auch wenn es eigentlich keinen Anführer gibt, so ist doch Hal (Tate Ellington) das Sprachrohr der Gruppe. Aaron fühlt sich zu Anna (Callie Hernandez) hingezogen. Es scheint alles in Ordnung zu sein, aber wenn man genauer hinschaut, stimmt hier etwas nicht. Was hat es mit diesen seltsamen “Lava-Nadeln” auf sich, die überall herumstehen? Die nächtliche Aktion mit dem Tauziehen, wobei das Tau irgendwo im Dunkeln, irgendwo in der Luft zu schweben scheint – was hat es damit auf sich? Und da ist noch ein seltsamer Mann, der immer äußerst energisch durch die Gegend geht, aber nicht ansprechbar ist …

Justin findet tief unten im See eine Schatulle mit einer Kassette darin und im Camp gegen alle ab. Endlich wieder eine Nachricht. Was ist hier los?

Meinung von

Ich meine das ehrlich: Was ist da los? Der Film, bei dem die Hauptdarsteller auch gleichzeitig Regisseure waren, ist eine einzige "What the Fuck!?"-Arie. Vor allem am Anfang ist der Streifen mit seinen blassen, viel zu hellen Farben anstrengend zu verfolgen. Der Sauerstoffmangel im Savoy führte dazu, dass ich das ein oder andere Mal leicht weggedöst bin. Ich habe aber nicht den Eindruck, allzu viel verpasst zu haben. Als dann die Geschichte mehr Fahrt aufnimmt – wenn Aaron abhaut und sich verläuft – dreht der Film voll ab.

Autor Justin Benson muss ein paar ganz, ganz miese Pilze eingeworfen haben, um sich so einen kranken Scheiß auszudenken. Justin Smith trifft bei seinem Gang durch die Wälder auf Shitty Carl (James Jordan), der tagsüber immer wild durch die Gegend stampft. Nun verfolgt Justin Carl, nur um den in einer Hütte verschwinden zu sehen,. Als Justin die Tür öffnet, hängt dort Carl an der Decke. Aber Carl steht auch hinter Justin ... und erklärt ihm vage, was in dieser Gegend abgeht.

Irgendwas oder irgendwer ist "da oben" und beobachtet die Leute. Es gibt kreisförmige Areale, in denen die Menschen in Schleifen gefangen sind. Das erklärt auch, warum die Einwohner von Camp Arcadia nicht altern. Oder auch nicht. Eigentlich wird hier nichts wirklich erklärt. The Endless ist eine endlose Ansammlung von Seltsamkeiten und Mindfucks. Justin trifft bei seiner Suche nach seinem Bruder auf Mike (Peter Cilella) und Chris (Vinny Curran). Shitty Carl hat Justin eine Karte mitgegeben, die ihm den Weg zu Mike weist. Von hier soll Justin eine Waffe für Carl besorgen. Mike und Chris sind aber Figuren aus dem Benson/Moorhead-Streifen Resolution. Hier spielen sie genau die Rollen, die sie auch in The Endless darstellen. Noch einmal: What the Fuck!!?!

Zwischendurch fühlte ich mich an Enemy erinnert, der ebenso unverständlich, wirr und abgefuckt ist.

Als ich nach dem Kino schnell durch den Regen zum Bahnhof gestolpert bin, habe ich an der Ampel noch ein Pärchen sich über den Film unterhalten gehört. Dabei erzählte er, dass Justins und Aarons Flucht am Ende eventuell keine Flucht war. Immerhin heißt der Film "Endless" und da war auch noch etwas mit der Autobatterie ... Das gab mir zu denken. Obwohl das nach dem Hirnknoten-Streifen echt schwer fällt.

Wer sich gerne an Drogen labt und – vermutlich am besten in einer gleichgesinnten Gruppe – "seltsame" Filme schaut, der ist mit The Endless bestens bedient. Der Film ist wie der Blick in ein drogengeschwängertes Hirn. Viel Spaß dabei! Ansonsten: Finger weg! (Von den Drogen und vom Film.)

Wer weiß, vielleicht ist der Film ja gut. Ich habe ihn nur nicht verstanden. Aber ich hatte den Eindruck, das hat kaum einer im Kino ...

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