Filmplakat The Book of Eli
6,5/10

„Es muss keinen Sinn ergeben. Das ist Glaube!“ (The Book of Eli, 2010)


The Book of Eli

Besprechung

Die Menschen der USA haben sich vor über 30 Jahren selber in die Luft gejagt. Der große Bang war da, der große Blitz. Die Landschaft ist öde, Wasser ist rar, Essen und Zivilisation ebenso. Der schweigsame Eli (Denzel Washington) wandert seit langer Zeit durchs Land.

Eines Tages kommt er in eine Kleinstadt mitten im Nirgendwo. Zuvor wurde er noch Zeuge eines brutalen Raubmordes. Carnegie (Gary Oldman) hat in der Stadt die Zügel in der Hand. Die Gang, die Eli noch zuvor beobachtet hat, arbeitet für Carnagie. Der ist auf der Suche nach einem Buch. Eli gefällt dem despotischen Führer. Carnagie will den offensichtlich kampftauglichen Eli für sich arbeiten lassen. Um den Wanderer zu überreden, schickt Carnagie ihm Solara (Mila Kundis) aufs Zimmer. Doch Eli will nicht in der Stadt bleiben. Er hat eine Mission. Somit nimmt er auch nicht das Angebot Solaras an.

Als Eli seine Mission wieder aufnimmt, wird er nicht nur von Solara verfolgt, auch Carnegie nimmt mit seinen Leuten die Jagd auf. Der hat es nicht mehr auf Eli abgesehen, sondern auf das Buch, das der Wanderer mit sich trägt.

Meinung von

Die Hughes Brothers zeigen eine sehr düstere Zukunftsversion. Die Menschen schaffen es immer wieder, sich selber ins Steinalter zu bomben. Es mangelt an allem, weshalb manche Menschen auch schon mal andere Menschen essen. Was neben Essen und Trinken vor allem fehlt, das ist Zivilisation und Ordnung. Die Welt ist hell erleuchtet, so dass es schwere Schatten gibt, gleichzeitig fegen immerzu dunkle, unheilvolle Wolken über das Land. Es ist trostlos. Und dann ist da Denzel Washington als wortkarger Pilger. Zunächst ahnt der Zuschauer nicht, um was es sich bei der Mission handelt. Man sieht ihn nur in einem dicken Buch lesen.

Später erfahren wir, dass er dieses Buch nach Westen bringen will, wo es in Sicherheit gebracht werden soll. Was im ersten Moment ein MacGuffin ist, wird später klar enthüllt. Eli transportiert eine Bibel. Und Carnegie will diese Bibel haben. Die Worte, die in diesem Buch stehen, sind so mächtig, dass sie die gebeutelten und verzweifelten Menschen der Post-Apokalypse an ihn binden können. Eli will die Bibel an einen sicheren Ort bringen, Carnegie will sie aus Eigennutz und zur Verstärkung seiner Macht nutzen. Das Buch kann also zum Guten oder zum Schlechten benutzt werden.

Die Optik von Book of Eli ist sehr stimmungsvoll bedrohlich. Natürlich gefällt mir Gary Oldman besser als Denzel Washington — Oldman hat als Bösewicht eben die bessere Rolle. Eli ist ein sehr schweigsamer und in sich zurückgezogener Mensch. Seine gelegentlichen Ausbrüche, in denen er beweist, dass er sich zu verteidigen weiß, helfen nicht wirklich, Eli interessant zu machen.

Zum Glück ist die Geschichte ganz gut.

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