Filmplakat Takers
3/10

„Bet big. Win big.“ (Takers, 2010)


Takers

Besprechung

Nach einem genial ausgeführten Bankraub, ist die Diebesgruppe um Gordon Jennings (Idris Elba) am verteilen der Beute. Ihnen auf den Fersen ist der L.A.-Polizist Jack Welles (Matt Dillon). Während die fünfköpfige Bande sich auf Erholung einstellt, wird in einem Gefängnis der Insasse namens Ghost (T.I.) entlassen. Ghost saß fünf Jahre ein. Nun will er bei seinen alten Kollegen vorbeischauen. Die sind jedoch von dem gewalttätigen Ghost und seiner Anwesenheit nicht sonderlich erfreut.

Ghost ist seinerzeit für die Bande ins Gefängnis gegangen und will sein Geld haben. Außerdem bietet er den Dieben einen großen Coup an. Er organisiert einen ganz grossen Raubüberfall. Die Informationen und Pläne bekommt er von einer Gruppe böser Russen.

Seine alte Gang steht Ghost sehr skeptisch gegenüber, besonders Jake Attica (Michael Ealy), da Ghost dessen Freundin Rachel (Zoe Saldana) anmacht, mit der erst schon mal was hatte.

Die Planungen für den ziemlich kurzfristig angesetzten Raub schreiten voran. Fünf Tage hat die Gang. Derweil kommt Welles langsam auf die Fährte der Räuber.

Meinung von

Als ich den Trailer sah, dachte ich, den Streifen könne man sich durchaus anschauen. Außer Hayden Christiansen, der den Taktiker A.J. spielt, kannte ich zwar niemanden, aber das muss ja nichts bedeuten. Die Damenwelt der anwesenden Sneak-Gemeinschaft kannte noch Paul Walker — und juchzte und seufzte trotz ihrer diversen Lenze unentwegt.

Die Geschichte ist nicht der schlimmste Stoff, der auf Zelluloid gebannt wurde. Gerade der erste Raub gefällt. Er geht schnell über die Bühne, die Flucht zeugt von Einfallsreichtum. Schnell ist man an sog. "Heist"-Filme erinnert wie z.B. Ocean's Eleven. Letzterer hat im Vergleich zu Takers jedoch Witz, Charme und vor allem Hauptfiguren. In Takers gibt es keine Person, die man als Anführer bezeichnen kann. Eine gleichberechtigte, mehrköpfige Mannschaft von wahnsinnig cool gestylten Räubern — kein George Clooney, kein Brad Pitt.

Es gibt die obligatorischen Verfolgungsszenen, einen völlig überzeichneten (und im Original kaum zu verstehenden) Bösewicht, eine zugegeben nette Parcour-Verfolgung und schließlich — man hat sich mehr schlecht als recht bis zu den letzten 20 Minuten durchgehangelt —, ein extrem schlechtes Ende. Die Russen treffen auf unsere Gentleman-Gauner, die stets gut gekleidet sind — muss man zugeben —, tragische Cello-Musik setzt ein, Zeitlupe, fliegende Menschen mit den Fingern am Abzug. Wären noch die weißen Tauben aufgeflogen, hätte man meinen können, in einem John Woo-Film zu sitzen. Ein "Held" stirbt heroisch ... und mir wurde nur noch schlecht.

Mit Mühe und Not hätte man dem Film noch ein oder gar zwei Punkte mehr geben können, wenn man es wirklich gut gemeint hätte, das Ende jedoch reißt den Film brutal in den Keller. Es gibt kaum etwas Schlimmeres, als wenn man aus dem Kino kommt und sich über die Dummheit des Film ärgert. So hier geschehen.

Matt Dillon ist blass und man kann keine Sympathie für ihn aufbauen. Eigentlich ist jeder der Charaktere nichts-sagend. Man muss Takers nicht gesehen haben. Schade, so ein gut gemachter Gruppen-Raub-Film hat an sich schon was. Bei Takers fehlt jedoch die "Seele". Da helfen auch die Familientragödchen am Rande nicht: ein Räuber hat eine alkoholkranke Schwester, der Polizist ist zerrissen zwischen Beruf und Tochter.

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