Filmplakat Take Shelter
6,5/10

„Es wird einen Sturm geben, einen, wie Ihr ihn noch niemals erlebt habt.“ (Take Shelter, 2011)


Take Shelter

Besprechung

Der Arbeiter Curtis LaForche (Michael Shannon) bekommt schreckliche Albträume von einem vernichtenden Sturm. Diese Visionen sind so stark und beängstigend, dass er anfängt im Garten einen Luftschutzbunker zu bauen. Seine Frau Samantha (Jessica Chastain) versteht sein Handeln nicht, so auch die Nachbarn nicht.

Zum Bau des Bunkers leiht er sich übers Wochenende Maschinen von der Arbeit aus, sein Kumpel Dewart (Shea Whigham) hilft ihm. Weil Curtis nicht gefragt hat, wird er gefeuert. Mit seinem Job verliert er auch die Krankenversicherung, die für eine wichtige Operation seiner kleinen Tochter Hannah (Tova Stewart) aufkommen sollte. Langsam bricht für Curtis alles zusammen.

Seine Albträume werden begleitet von der Angst, er könne wie seine Mutter an Schizophrenie leiden. Er versucht sich Hilfe zu holen.

Meinung von

Ein seltsamer Film, den Regisseur und Autor Jeff Nichols da abgeliefert hat. Take Shelter ist ein sehr ruhiger Film, bei dem man nicht weiß, was er sein will. Es könnte tatsächlich, wie Curtis befürchtet, ein Film sein, der sich mit einer psychischen Erkrankung eines Mannes befasst und seiner Angst, den Verstand zu verlieren. Die Situation belastet sein soziales aber auch sein familiäres Leben. Spielt sich das wirklich nur in Curtis' Kopf ab? Oder steckt doch mehr dahinter?

Michael Shannons ohnehin steinernes Gesicht hilft das Bild des vor Angst gelähmten Mannes zu unterstützen. Viel spielt sich im Inneren von Curtis ab, nach außen besteht er aus einer Mauer. Um ihn herum bricht die Welt langsam zusammen, die Leute entfremden sich von ihm. Die Handlung spielt sich langsam, ganz langsam zum Höhepunkt hin – der dann doch nicht der Höhepunkt ist. Samantha, die einen ungeheuren Groll auf ihren Mann hegte, steht am Ende doch zu Curtis. Gemeinsam erlebt die Familie Laroche das große Finale.

Take Shelter lässt den Zuschauer auf weiten Strecken alleine. Nichols nimmt die Kinogänger nicht an die Hand und erklärt ihnen jeden seiner Gedanken. Man soll sich selber einen Reim auf die Geschichte machen. Am Ende war ich jedenfalls platt und sprachlos. Man sollte sich dessen gewahr sein, dass der Film gute zwei Stunden geht. Wenn dann nicht viel passiert, werden diese Stunden lang. Einfach mal mitnehmen, dann den Streifen anschauen.

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