Filmplakat Syriana
5/10

„Du sprichst wohl kein Farsi, du Sohn einer Ziege?“ (Syriana, 2005)


Syriana

Besprechung

Bob Barnes (George Clooney) ist ein alternder CIA-Agent, schon etwas dicklich und macht kurz vor der Pensionierung einen Fehler: Er verbockt einen Waffenhandel. Eine der Waffen wird abgezweigt und für unbestimmte, nicht kontrollierbare Zwecke eingesetzt. Das ist nur ein Handlungsstrang in dem Film.

Ein anderer Handlungsstrang beschäftigt sich mit der Fusion von zwei großen Ölproduzenten. Diese wollen auf Ölfelder in Kasachstan zugreifen. Also gilt es, den Emir gütlich zu stimmen. Die Fusion steht nebenbei noch unter Beobachtung des Kartelamts.

Dann haben wir außerdem den jungen Familienvater Bryan Woodman (Matt Damon), der ein Finanz-Spezialist ist. Bei einem Besuch beim umworbenen Emir kommt eines seiner Kinder tragisch ums Leben. Der Prinz, Nasir Al-Subaai (Alexander Siddig), der den Öldeal lieber mit den Chinesen, als mit den Amis machen möchte, bietet Woodman einen Job als Berater an. Woodman nimmt an und steht voll und ganz hinter den Ideen des Prinzen, das Land zu demokratisieren.

Und Bob? Bob soll den Prinzen aufhalten, die Geschäfte mit den Chinesen abzuschließen (man nannte es auch: den Prinzen töten). Dass der CIA ihn damit nur verheizen will — weiß er natürlich nicht.

Meinung von

Nicht ganz mein Fall der Film. Zu viele Handlungsstränge, die miteinander verwoben sind. Nichts gegen die Grundidee von verquickten Handlungen, aber dann sollen sie auch etwas schneller sichtbar zusammenpassen. Der Film hat zu viele Längen. Man tappt lange im Dunkeln, was das alles soll. In der Schule haben wir doch alle gelernt, wie man einen Spannungsbogen aufbaut - hier war die Anlaufphase kilometerlang, um dann ganz schnell wieder abzufallen.

Diese Längen und der scheinbar nicht vorhandene Zusammenhang führten dann auch dazu, dass die gute Frau S. sich extrem langweilte und gerne gegangen wäre. Ich glaube mich zu erinnern, dass sogar tatsächlich Besucher früher gegangen sind ...

Die Thematik ist gut. Keine Frage. Es geht um Korruption und fiese Machenschaften im Zusammenhang mit Ölgeschäften. Ein kritisch angefasstes Thema. Aber die Umsetzung ist einschläfernd. Man möchte sagen: "Zu real", also nicht fürs Kino aufbereitet. Schade eigentlich. Clooney hat sehr gut gespielt! Damon war auch ansehnlich und Siddig gibt einen sehr charismatischen Prinzen. Deshalb auch ein Bonuspunkt, sonst wären es nur vier Moviejunkie-Punkte.

hoch