Filmplakat Suck
8,5/10

„If you need blood, we can pull over and you can suck on a cow.“ (Suck, 2009)


Suck

Besprechung

Die kanadische Band “The Winners” macht ihrem Namen nicht gerade Ehre. Selbst ihr Manager Jeff (Dave Foley) kündigt. Doch Band-Leader Joey (Rob Stafaniuk) hält an seinem Traum fest. Selbst als seine Ex-Freundin und Bassitin der Band, Jennifer (Jessica Paré), mit einem unheimlichen Typen abhaut und die Band sitzen lässt, geht es weiter.

Jennifer stößt später wieder zu den drei Bandmitgliedern und deren Roadie und “Mädchen für alles” Hugo (Chris Ratz). Allerdings ist sie nun etwas blasser. Was der Band aber irgendwie gut tut. Jennifer ist der Anziehungspunkt für die Fans. Langsam geht es bergauf für die Winners.

So tourt die Band bis nach New York. Unterwegs wird den Bandmitgliedern klar, dass Jennifer ein Vampir ist. Aber wenn es der Karriere dienlich ist, darf sie auch schon mal Blut saugen und Hugo macht hinter sauber. Das sieht der Vampir-Jäger Eddie Van Helsing (Malcolm McDowell) anders. Er ist der Rockband auf den Fersen.

Meinung von

Mein letzter Beitrag, den ich im Fantasy Filmfest gesehen habe. Das Fest fing für mich mit der Horror-Komödie Tucker and Dale vs Evil an und endete ebenfalls mit einer Kömodie. Einer ziemlich schrägen. Und irgendwie billig ist Suck auch. Abgesehen von einem vermutlich nicht allzu hohem Budget, ist der B-Movie-Charakter aber wohl auch gewollt. Die einzelnen Stationen zwischen den Städten, in denen die Band auftritt, werden mit einem Modell des Band-Wagens als Stop-Motion-Animation gezeigt. Hat alles dadurch schon wieder Charme.

Suck ist neben einer Vampir-Komödie vor allem eine Liebeserklärung an den Rock'n'Roll. Schon deswegen, weil solche Alt-Rocker wie Alice Cooper (spielt einen Bartender — kommt uns bekannt vor?), Iggy Pop (ein Produzent) und Henry Rollins (Radiomoderator) mitwirken. Schön diese großen Herren in Sprechrollen zu sehen. Und Rollins mit Haaren ... ;-)

Regisseur, Schreiber und Hauptperson Rob Stefaniuk — Who the fuck is Rob Stefaniuk? — bietet allen Musik-Kennern aber auch noch ein fröhliches Cover-Raten sowie einige Filmzitate. So darf Iggy Pop aus Frankenstein zitieren. Außerdem denke ich, ist die Figur des Vampirjägers Eddie Van Helsing dank des neuen Vornamens eine Anspielung an Eddie Van Halen. Oder? Schließlich haben wir noch die Figur Hugo. Der junge Mann, der auch so gerne ein Vampir wäre, erinnert doch arg an Renfield in Dracula. Anspielungen überall ...

Die Schauspieler der Band sind unbekannt. Also hierzulande. Macht aber nichts. Sie spielen ihre Rollen alle gut. Der Obervampir Queeny (Dimitri Coats) ist schon eines Blickes wert, so diabolisch ist der. Wild!

Eines sei noch gesagt: Suck hat etwas von einer Rock-Oper. Zum Beispiel wenn der Vampir Queeny Jennifer zum Vampir macht — da wird gesungen. Wem das also nicht schmeckt, der sollte Abstand von diesem kleinen Film nehmen, oder zumindest mit der richtigen Erwartung/Haltung in den Film gehen. Das ist kein Grund sich diesen nicht-schnulzigen Vampirfilm versauen zu lassen. Suck hat wirklich einige sehr schöne Ideen. Ich könnte ihn mir ruhig noch mal anschauen. Nicht sofort, aber "Aus den Augen, aus dem Sinn" klappt hier nicht.

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