Filmplakat Stung
4,5/10

„It sounds like you were born to party.“ (Stung, 2015)


Stung

Besprechung

Paul (Matt O’Leary) fährt mit Julia (Jessica Cook) auf ein abgelegenes und etwas heruntergekommenen Landgut. Julia ist die Besitzerin eines Catering-Services. Paul baut alles auf, wird dabei jedoch immer wieder von Wespen abgelenkt. Diese Viecher sind ungewöhnlich groß.

Als die Abendgesellschaft eingetroffen ist und man “feiert” – es ist eine ziemlich lahme Party – kommen plötzlich irrsinnig viele dieser großen Wespen aus einem Erdloch. Beinahe jeder Gast wird gestochen. Allerdings fallen die Leute dann nicht einfach tot um. Wenn eine Wespe einen Menschen gestochen hat, schlüpft eine menschengroße Wespe aus dem Gast.

Paul, Julia, die Gastgeberin Mrs. Perch (Eve Slatner), ihr Sohn Sydney (Clifton Collins Jr.), die Bedienstete Flora (Cecilia Pillado) und der Bürgermeister Caruthers (Lance Henriksen) können ins Haus fliehen. Doch die Überlebenden werden rasch dezimiert. Die Überlebenden müssen um ihr Leben kämpfen.

Meinung von

Horrorfilme mit riesigen Tieren kennen wir. Der Klassiker des Tier-Horrorfilms ist Formicula. Damals waren es riesige Ameisen, die Angst und Schrecken verbreiteten. Diesmal eben Wespen. Die sind übrigens nur so groß, weil jemand Dünger mit Wachstumshormonen gepanscht hat. Das erinnert wiederum an Tarantula.

Stung entsprang einem Schreibwettbewerb und wurde 2013 in der Nähe von Berlin vom deutschen Regisseur Benni Dietz umgesetzt. Erwartet hatte ich Trash pur – wurde aber enttäuscht. Dietz war nicht mutig genug. Er hat versucht Stung noch ein Quänt­chen Ernsthaftigkeit abzuringen. So fehlt dem Streifen leider das nötige Tempo und die Übertreibung. An vielen Ecken ist er schlicht zu langatmig und vorhersehbar.

Matt O’Leary, der den Schlaumeier in Brick gespielt hat, bringt noch am meisten Humor in den Film. Dabei ist seine Figur nicht übertrieben – wie ich es von einem Trash-Film erwarte –, sondern eher in die Richtung Slapstick gehend. Zumindest am Anfang. Jessica Cook ist zwar nett anzusehen, bleibt aber von der schauspielerischen Leistung eher blass. Bleibt das "schwere Geschütz" Lance Henriksen. Henriksen ist allerdings mächtig alt geworden und so muss er auch vorzeitig abtreten. Schade.

Stung ist technisch gut umgesetzt und man merkt, dass sich viel Mühe gegeben wurde. Für knapp 2,5 Millionen Dollar haben sie da noch einiges rausgeholt. Dennoch springt der Funke nicht über. Der Film kommt einfach zu brav daher. Wobei er auch ein oder zwei Fragen bei mir aufwarf: Wieso feiert man im Herbst eine Gartenparty? Wieso sind da noch Wespen unterwegs? Wieso musste der Film "in den Staaten" spielen (obwohl wir doch wissen, dass er bei Berlin gedreht wurde)? Wieso spielt das Radio im Haus ein altes, deutsches Lied? Wieso gibt es immer nur eine Wespengröße (erst die etwas größeren – davon aber viele, später nur die menschengroßen und schließlich die riesengroße Wespe — wo sind die Zwischenstadien alle hin?)

Neben der Anleihe bei Tarantula bedient sich Stung auch bei Alien. Wenn Paul im Keller des Hauses/Wespennestes festgehalten wird und die "Mutterwespe" eine Made gebiert, die Paul schlucken soll, dann erinnert das schon arg an die eierlegende Alien-Königin aus z.B. Aliens oder Alien vs. Predator. Das macht den Film aber auch nicht besser. Und für eine Hommage reicht es auch nicht aus.

Ich glaube es war der Produzent Christian Becker, der mit Regisseur Benni Dietz beim Fantasy Filmfest vor dem Film auf der Bühne stand und der sagte, Stung sei ein kleiner, blöder Film und man solle nicht zu viel erwarten. Das rate ich auch. Was ich schade finde.

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