Filmplakat Street Kings
6,5/10

„Wie kannst du einen abknallen, der gerade am Scheißen ist!?“ (Street Kings, 2008)


Street Kings

Besprechung

Detective Tom Ludlow (Keanu Reeves) ist bei der Sitte und arbeitet auf sehr ungewöhnliche, harte Art und Weise. Mancher möchte sagen, er bewegt sich im illegalen Bereich, nur um seine Ziele durchzusetzen. Verbrecher werden einfach liquidiert, ganz ohne Gerichtsverfahren. Sein Captain, Jack Wander (Forest Whitaker), deckt ihn jedes Mal. Auch als Toms ehemaliger Partner Terrence Washington (Terry Crews), vor seinen Augen von Gangstern ermordet wird. Tom hätte nicht an dem Tatort sein dürfen und dummerweise hat er im Feuergefecht selber eine Kugel in Washington hinterlassen. Die Aufsichtsbehörde kann Tom noch beruhigen, aber Captain James Biggs (Hugh Laurie) hängt Tom an den Fersen.

Über Umstände kommt Tom mit Paul Diskant (Chris Evas) zusammen, der eigentlich die Sache mit der “verirrten Kugel” fixen soll. Es wird schnell klar, wer die beiden Mörder von Washington sind. Tom und Paul machen sich kreuz und quer durch L.A. auf die Suche nach den Tätern. Als sie sie finden, sind sie jedoch keinen Deut schlauer.

Bei der Fahndung nach den wahren Tätern sticht Tom in diverse Wespennester, die ihm das Leben sehr, sehr schwer machen.

Meinung von

Mr. Steingesicht Keanu Reeves als Antiheld. Na gut, nicht wirklich, aber sein Charakter geht sehr skrupellos vor, setzt sich übers Gesetz hinweg. Gerade will er seinem alten Partner eins in die Fresse hauen, da kommen zwei Ganoven daher und mähen Washington über den Haufen. Wieder einmal hat sich Tom in eine blöde Situation begeben, wieder einmal haut ihn sein Chef raus.

Auch wenn es nicht gut für Tom aussieht, geht er daher und versucht die Killer seines Ex-Partners dingfest zu machen. Auch hier geht er wieder hart und unerbittlich vor. Am Ende findet er jedoch nicht das, was er gesucht hat. Der Twist bahnt sich langsam an, ist nicht auf einmal da. Der Zuschauer hat Zeit, dem Geheimnis selber auf die Spur zu kommen.

Keanu Reeves spielt routiniert. Wie die meisten seiner Figuren bleibt auch Tom Ludlow unnahbar und kalt. Der Zuschauer wird nicht warm mit ihm. Er ist der harte Cop, der auch schon mal das Telefonbuch zur Hand nimmt, um Informationen aus einem Verdächtigen rauszuprügeln. Seine Motive sind zwar gut, seine Methoden hingegen nicht. So oder so bleibt Reeves blass. Wie immer. Regisseur David Ayer kitzelt wenigstens noch ein bisschen Menschlichkeit aus der Figur heraus. Tom trinkt und das, weil ihm die Arbeit irgendwie doch zu schaffen macht. Das Leid, das er sieht und seine eigenen Methoden schlagen ihm auf den Magen. Das wird angedeutet, aber nicht konsequent durchgezogen.

Forest Whitaker wirkt ein wenig wie eine Karikatur eines größenwahnsinnigen Welteroberers. Da hätte man von dem Oscar-Gewinner (Der letzte König von Schottland) durchaus mehr erwartet. Der spätere Captain America, Chris Evans, ist blass, aber immerhin sympathisch. Nur seine letzten Worte sind völlig sinnlos. Wieso er in der Situation auf die Art reagiert, ist unverständlich und dumm.

So bleibt Street Kings eine nette Action-Unterhaltung ohne besonderen Tiefgang. Okay, die wenigsten Actionstreifen haben Tiefgang. Ist schon klar. Ich wollte es nur noch einmal gesagt haben.

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