Filmplakat Stirb langsam
9,5/10

„Ich werde jetzt langsam bis drei zählen. Auf gar keinen Fall bis vier.“ (Stirb langsam, 1988)


Stirb langsam

Besprechung

Der New Yorker Polizist John McClane (Bruce Willis) ist nach Los Angeles gekommen, um mit seiner Frau Holly (Bonnie Bedelia) und den Kindern Weihnachten zu feiern. Zwischen John und Holly kriselt es, seit sie vor sechs Monaten nach L.A. wegen eines großartigen Jobangebots gezogen ist.

John wird zum Nakatomi-Tower gebracht, wo Holly und ihre Firma gerade eine Weihnachtsfeier feiern. Der Cop ist gerade dabei sich vom Flug zu entspannen, als ein Haufen gut organisierter Krimineller unter der Leitung von Hans Gruber (Alan Rickman) die Party stört und alle gefangen nimmt. Nur John kann entkommen und ist nun der Bande ein Dorn im Auge, die in den Tower gekommen ist, um Wertpapiere im Wert von 640 Millionen Dollar zu stehlen.

Der ungebetene Gast John schaltet einen Gauner nach dem anderen aus, bis diese Jagd auf ihn machen. Unterstützung von der Polizei bekommt John zunächst nur durch den Streifenpolizisten Sergeant Al Powell (Reginald VelJohnson). Der hiesige Polizeichef Dwayne T. Robinson (Paul Gleason) ist jedenfalls keine große Hilfe. Ebenso wenig der Journalist Thornburg (William Atherton), der mit seiner penetranten Art über das Geschehen zu berichten, John in Schwierigkeiten bringt.

Meinung von

Weihnachten ohne Stirb langsam ist kein Weihnachten. Zwar kannte man Bruce Willis schon aus der TV-Serie Das Model und der Schnüffler, richtig gestartet ist seine Karriere aber wohl mit dem Stirb langsam-Franchise. Für jeden Heranwachsenden ist der junge Bruce Willis ein Rohmodel von Mann. Wer wollte nicht mit blutverschmiertem Ripp-Unterhemd Bösewichte kalt machen?

Regisseur John McTiernan ist hier etwas Großes gelungen. Nicht die bösen Russen sind die gewaltigen, waffenstarrenden Gegner — wie damals so üblich —, sondern ein internationales Team aus skrupellosen Gangstern, die einen genialen Plan, eine funktionierende Ablenkung und das nötige technische Wissen mitbringen, um diesen Millionen-Coup über die Bühne zu bringen. Doch haben sie nicht mit dem Polizisten John McClane gerechnet.

Das ist Action pur, es gibt unzählige Explosionen und Tote. "Damals", als der so genannte Bodycount ein Grund für Kritik vom FSK — bzw. dem amerikanischen Pendant — war, wurde Stirb langsam ob der vielen Tote gerügt und verteufelt. Heute rümpft niemand mehr darüber die Nase.

Dass der Schauplatz in einem begrenzten Raum, den oberen Etagen eines abgesperrten Hochhauses, angesiedelt ist, macht den Film noch spannender. John kann nirgendwo hin. Kontakt nach außen kann er nur über einen Funkkanal aufnehmen, den auch die Bösewichte abhören. Eine ausweglose Situation, wie es scheint. Das macht Stirb langsam so mitreißend und hat ihm über all die Jahre eine große Fangemeinde eingebracht.

Natürlich darf man neben dem (überzeichneten) männlichen Prototypen von John, nicht den eleganten und abgrundtief bösen Gegner Hans Gruber übersehen, der hervorragend von Alan Rickman dargestellt wird. Glatt und gefährlich kommt er daher.

Schließlich darf man eines der wichtigsten Filmzitate der Geschichte nicht vergessen, das aus Stirb langsam stammt: Yippie ya yeah, Schweinebacke! Wobei niemand weiß, wie man das richtig schreibt. Eine geniale Übersetzung — ausnahmsweise mal — eines bösen Ausdrucks aus dem Amerikanischen. Man ziehe seinen Hut vor den für die Synchronisation Verantwortlichen.

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