Filmplakat Spartacus
8/10

„Wenn ein freier Mensch stirbt, verliert er die Freude am Leben. Ein Sklave verliert den Schmerz.“ (Spartacus, 1960)


Spartacus

Besprechung

Das Römische Reich ist auf der Höhe seiner Ausbreitung. Der Sklave Spartacus (Kirk Douglas) wird an den Gladiator-Händler Batiatus (Peter Ustinov) verkauft. Dieser lässt den aufständischen Mann ausbilden, in der Hoffnung, ihn später gewinnbringend zu verkaufen. Spartacus lernt bei Batiatus in Capua die Sklavin Varinia (Jean Simmons) kennen und lieben. Als diese an den Römer Crassus (Laurence Olivier) verkauft wird, zettelt Spartacus einen Aufstand an. Die Sklaven fliehen und der ehemalige Gladiator Spartacus wird ihr Anführer. Sein Trupp zieht durchs Land und befreit überall Sklaven.

In Rom sieht man das natürlich nicht gerne. Nun hat die Stadt nicht nur interne Feindseligkeiten, sondern auch Aggressoren von außen. Im Inneren stehen sich Crassus und Gracchus (Charles Laughton) gegenüber. Der eine will die Ordnung durch eine Diktatur wieder herstellen, der andere kämpft mit anderen Bandagen. So schickt er zum Beispiel Crassus’ Protegé Marcus Publius Glabrus (John Dall) in den Kampf gegen Spartacus – wissend, dass der es nicht mit den Gladiatoren aufnehmen kann und er somit auch Crassus schwächt.

Spartacus zieht mit seiner Horde befreiter Menschen van Capua nach Brundisium an der Ostküste. Hier will er mit seinen Leuten auf gecharterten Piratenschiffen in die Freiheit fahren. Doch Rom ist stark und schickt ihm zwei Armeen hinterher.

Meinung von

Ah, einer dieser monumentalen Sandalenfilme aus den 1960ern. Aber keiner von der billigen Sorte. Hier wird nicht nur ein Starensemble aufgefahren, sondern auch eine riesige Menge an Statisten – wie es damals üblich war –, ein Regisseur, der noch einige bedeutende Filme schaffen sollte sowie eine Geschichte, die vom damals auf einer schwarzen Liste stehenden Dalton Trumbo geschrieben wurde.

Amerika war noch in den letzten Zügen der Hexenjagd auf kommunistische Drehbuchschreiber. Spartacus zeigt einen armen Mann, der sich hocharbeitet und seine Freiheit erlangt. Das kam gut an. Es war ein offenes Geheimnis, dass Trumbo für das Drehbuch verantwortlich war. Kirk Douglas selber wollte den Drehbuchautor mit Schreibverbot für seinen Film haben (Douglas war ausführender Produzent). Es war Douglas, der dann auch den Namen Trumbo im Vorspann hat zeigen lassen.

Spartacus ist bombastisch und groß angelegt. Über drei Stunden zeigt uns Stanley Kubrick das alte Rom. Nicht die übliche Dekadenz, aber doch die Intrigen, die es in Rom gab, sind zu sehen. Laurence Olivier ist willensstark und auf eine feine Art brutal. Er zeigt seine Kraft nicht, er wirkt im Dunkeln. Wenn Rom am verzweifeln ist, lässt er sich zum Diktator ausrufen. Sein Gegenspieler Charles Laughton spielt einen Charakter, der eigentlich sehr eklig daher kommt. Olivier wirkt nobel, Laughton hingegen verschlagen. Doch ist es Laughtons Gracchus, der am Ende etwas mehr Edelmut beweist.

Ein Sklave, der sich befreit und gegen seine Peiniger erhebt. Das ist ein großartiger Stoff. Wir sehen mächtige Massenszenen, Flüchtlinge, die einen Berg wie Ameisen herabströmen. Aber auch eine bombastisch angesetzte Kampfszene zwischen den freien Gladiatoren und den römischen Legionen. Damals unbedingt notwendig, heute eher nervend: die Liebesszenen zwischen Spartacus und Varinia. Das ist Hollywood-Schmalz der 1960er. Kann man nichts gegen machen.

In der Urversion wurden einige Szenen herausgeschnitten, die in der restaurierten Version zu sehen sind. Während des Kampfes gegen die Römer wird einem die Hand abgeschlagen, das Blut spritzt – ich denke, das war eine Szene, die nicht gezeigt wurde. Ebenso die, in der Crassus seinen jungen Sklaven Antoninus (Tony Curtis) fragt, ob er Austern möge – und Schnecken. Eine sehr sexuale Anspielung, gibt Crassus doch zu, dass er beides mögen würde. Das war definitiv eine Szene, die damals rausgeschnitten wurde.

Ein gut gemachter Film mit guten Schauspielern, das ist Spartacus. Ein Film, den man mal gesehen haben sollte. Spartacus dürfte noch folgende Filme beeinflusst haben, so z.B. Gladiator. Auf alle Fälle hat sich Kirk Douglas mit dem Streifen unsterblich gemacht.

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