Filmplakat South
0,5/10

„You come to New York - you will be shot!“ (South, 2009)


South

Besprechung

Nach einem Bankraub, der aus dem Ruder lief und Opfer forderte, flieht der Ganove Bruce McGray (Matthew Mark Meyer) von L.A. nach New York. Hier will er kurz untertauchen und dann weiter nach Del Rio. Bruce hat ein Buch von seiner Ex-Freundin Maria (Jimena Hoyos) erhalten und er weiß nicht warum. Darin sind Aufzeichnungen und das Bild einer jungen Frau, aber er weiß nicht, woher er sie kennt.

Langsam beginnt die Erinnerung Stück für Stück zurückzukommen.

Die Mechanikerin/Piano-Laden-Angestellte Dana (Claudia Vick), die im selben Haus wie Bruce lebt, wird ständig von ihrem Mann misshandelt. Irgendwann kreuzen sich die Wege von Dana und Bruce.

Meinung von

Scheiße! Das waren 105 Minuten meines Lebens, die ich liebend gerne wieder haben möchte. Oder alternativ hätte ich gerne eine Medaille dafür, dass ich dieses grausame Teil überstanden habe. Noch besser: Jemand gibt mir Geld dafür, dass ich Filmkritiken schreibe. Dann würde so was etwas erträglicher werden. Etwas ...

Als in der Sneak im Streit's (†) angekündigt wurde, dass beim Ratespiel niemand auf den Film getippt habe, bekamen so manche Kinogänger schon Angst. Als dann ORF auf der Leinwand erschien, war der erste Stich gesetzt. Das konnte nicht gut gehen — und es ging wahrlich nicht gut aus.

Ich war nicht der Einzige: Wir saßen da, alle im Leid vereint, weil niemand, aber auch wirklich niemand wusste, wovon der Film handelte oder gar wie er hieß. Der Titel lief erst im Abspann und man muss sich eine gute Stunde durch eine Aneinanderreihung von Bildern und teils schlechten Dialogen quälen, um endlich eine Spur von einer Handlung zu erhaschen. Es lag nicht an mir! Selbst nach dem Film, ich saß in der Bahn, hörte ich Leute schimpfen und meckern, was für ein %&$@#§-Film das war. Die überlegten gar, nicht mehr so schnell in die Sneaks zu gehen. Ich kann es ihnen nicht verübeln.

South lässt keine Handlung erkennen. Meine Nachbarin wollte — und da hat sie es wirklich gut gemeint — eine Ähnlichkeit zu Memento gesehen haben. Nur sind die Flashbacks in Christopher Nolans Film als solche erkennbar. In South werden diese zunächst — so scheint es — willkürlich in den Bildfluss (Handlung ist nicht vorhanden) eingeflochten. Dass Bruce unterdrückte, bzw. "verlorene" Erinnerungen hat, wird lange nicht klar. Schließlich immer wieder Telefonate mit Maria. Gott, das war alles nur nervig und ärgerlich.

Neben der nicht vorhandenen Memento-Ähnlichkeit sah meine Nachbarin übrigens noch eine Verbindung zu Jim Jarmusch-Filmen. Okay, die Bildersprache kann tatsächlich ein wenig an Jarmusch erinnern. Dann hört es aber auch schon auf. Der Film fängt mit Unschärfen an, mit Handkameras, die eine uns unbekannte Frau aufdringlich verfolgen. Damit hat ja bei mir schon mal jeder Film verloren ...

Erst später finden sich noch einige schöne, oder zumindest interessante Schwarz-Weiß-Aufnahmen. Alleine dafür bekommt der Film seinen halben Moviejunkie-Punkt. Sonst hatte er nichts! Keine Handlung, keine Spannung, keinen Faden, keinen Humor, keine tollen Dialoge. Eine andere Nachbarin fühlte sich zeitweise, das sagte sie mir nach dem Film, an eine schlechte Theateraufführung einer zehnten Klasse erinnert.

Was South schaffte: Er vereinte so ziemlich das gesamte Publikum im Streit's in der Meinung, einen schlechten Film gesehen zu haben. Viele waren sauer — ich eingeschlossen. Noch nie sah ich so viele Menschen nach kurzer Zeit den Kinosaal verlassen!

Eigentlich tut es mir ein wenig leid, so schlecht über einen Film zu schreiben. Aber South ist eine Frechheit.

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