Filmplakat Solaris
5/10

„Wenn Du denkst, es ist eine Lösung, dann stirb hier.“ (Solaris, 2002)


Solaris

Besprechung

Auf einer Raumstation, die den Planeten Solaris umkreist, geschehen seltsame Dinge und erste Todesopfer sind zu beklagen. Kommandant Gibarian (Ulrich Tukur) bittet seinen Freund, den Psychologen Chris Kelvin (George Clooney), um Hilfe. Doch als dieser auf der Station eintrifft, findet er nur noch zwei Besatzungsmitglieder vor — Gibarian hat in der Zwischenzeit den Tod gefunden. Gordon und Snow, die verbliebene Besatzung, befinden sich in einem schlechten seelischen Zustand, der durch die Gegenwart unerwarteter Besucher hervor gerufen wird.

Das ganze Ausmaß des Problems erkennt Kelvin als er plötzlich neben seiner Frau aufwacht, die eigentlich seit Jahren tot ist. Doch Rheya (Natascha McElhone) ist auf der Raumstation durchaus lebendig und einfach nicht wieder tot zu kriegen.

Meinung von

Unendliche Weiten — ich habe es geliebt und ich liebe es noch immer von ganzem Herzen: Science-Fiction. OK, ich bin eher der Robert A. Heinlein-Typ mit Raumschlachten gegen böse Aliens, dieser erst-schießen-dann-fragen-Typ, aber irgendwann entdeckt man Stanislaw Lem, der diese seltsamen Bücher schreibt, in denen so wenig geschossen wird und dafür soviel geredet. Irgendwie sind die Bücher klasse — aber verfilmen kann man sie nicht. Trotzdem gab es jetzt schon den zweiten Versuch - diesmal aus Amerika.

OK, man darf die Handlung für einen Film etwas verändern — aber Soderbergh tut des Guten zuviel: Die Geschichte des Planeten wird vollständig ausgespart, aus einem männlichen Besatzungsmitglied wird im Film eine Frau. Und, was mich vor allem ärgert: Die nackte, farbige Frau, die im Buch durch das Schiff geistert, kommt nicht vor. Überflüssig zu bemerken, dass das Ende auch vollkommen anders ist als im Original. All das wäre erträglich, wenn daraus ein spannender Film geworden wäre. Aber nein, das Ganze zieht sich dahin. Sehr ärgerlich. Auf diese Verfilmung kann man gut verzichten.

Wenn der Film losgeht, ist er zumindest in einem Bereich wie das Buch: Sehr langsam, sehr ruhig. Wenn ich ehrlich bin, ist der Film sogar radikaler, denn er ist noch langsamer und noch ruhiger als das Buch. Und das ist nicht gut. Ebenso wenig wie die Änderungen, die Soderbergh am Original vornimmt. Übrig bleibt ein langatmiger Film, der im Weltraum spielt.

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