Filmplakat Smart People
7/10

„Mangels eines besseren Begriffs bist du meine Freundin.“ (Smart People, 2008)


Smart People

Besprechung

Lawrence Wetherhold (Dennis Quaid) ist ein griesgrämiger, verbitterter, besserwisserischer Literatur-Professor. Der Witwer lebt zusammen mit seiner 17-jährigen Tochter Vanessa (Ellen Page), die eine absolute Streberin ist und die Rolle der Mutter übernommen hat. Der Sohn James lebt im Studentenwohnheim.

Nach einem Mini-Schlaganfall darf Lawrence sechs Monate nicht mehr mit dem Auto fahren. Wie gut, dass sein Adoptivbruder Chuck (Thomas Haden Church) gerade vorbeigeschneit kam und sich nun im Haus breit macht. Chuck schlägt sich mit diversen Jobs durchs Leben, hat nie Geld und Lawrence mag seinen Adoptivbruder auch nicht sonderlich.

Der überaus gebildete Professor lernt im Krankenhaus die Ärztin Janet Hertigan (Sarah Jessica Parker) kennen, die, wie sich herausstellen soll, eine ehemalige Studentin von Lawrence war. Ungeübt versucht der Familienvater Annäherungsversuche, was zu diversen Komplikationen führt. Nicht nur das, auch die Anwesenheit von Chuck bringt das Leben der Wetherholds durcheinander.

Meinung von

Schnell wird klar: Das ist eine ruhige, eine leise Komödie. Alle Charaktere sind sofort zugänglich und sympathisch. Der Witz von Smart People ist fein. Keine Komödie mit derben Witzen o.ä. Ist es wirklich eine Komödie? Immerhin haben irgendwie alle im Film Probleme. Das Hauptproblem ist die Intelligenz. Lawrence ist ein hochgebildeter Literatur-Professor, seine Tochter Vanessa ist strebsam, schreibt nur Einsen, will hoch hinaus. Und die Ärtzin Janet hat auch einen hohen IQ.

Aber allen Personen — mit Ausnahme des ebenfalls "smarten" James — ist gemein, dass sie zwar mit viel Gehirn gesegnet sind, aber sie sind auch sozial völlig inkompetent. Lawrence macht jeden schlecht, der nicht auf seinem Niveau ist und verbockt auch prompt das erste Date mit Janet. Vanessa, die die Rolle der Hausfrau übernommen hat, hat keine Freunde. Wirklich keine. Und Janet zieht zwar einen Lover nach dem Anderen an Land, wenn es aber ernst wird, zieht sie sich jedes Mal zurück — so auch bei Lawrence.

Trotz ihrer Probleme mit Menschen sind die Figuren doch alle liebenswert. Dennis Quaid spielt prächtig. Er musste wohl einen sog. Fett-Anzug tragen, der ihm mehr Körperfülle verlieh. Alles an ihm ist schwer, es scheint ständig eine Gewitterwolke über ihm zu schweben. Der Tod seiner Frau macht ihm auch nach Jahren noch zu schaffen.

Großer Gewinn für den Film ist die Figur des Adoptivbruders Chuck. Thomas Haden Church schauspielert herrlich verschroben und schräg. Nicht so viel Gehirn zu haben, scheint das Leben um einiges leichter zu machen. Chuck lebt trotz seiner Hilfsjobs immer noch am besten. Von James abgesehen, der den Absprung geschafft hat.

Doch, Smart People ist ein guter Film. Er hat keine peinlichen Momente, gute Schauspieler und nette Charaktere. Durch seine zugrunde liegende "Problematik" und den ruhigen Fluss des Films ist er kein Produkt für die Massen. Wer eine intelligente Familienstudie sehen und dabei ohne Schenkelklopfer lachen möchte, der wird gut bedient. Ich habe mich jedenfalls "gut gefühlt" beim Anschauen. War so die Grundstimmung des Films ... Smart People kann man ein wenig mit Sideways vergleichen, wenn dieser auch einen nicht so heiteren Grundton hat.

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