Filmplakat Scream – Schrei!
7/10

„Ich will sehen wie du von innen aussiehst.“ (Scream – Schrei!, 1996)


Scream – Schrei!

Besprechung

Im beschaulichen Städtchen Woodsboro geht ein Serienkiller um. Auf brutale Weise schlitzt er seine jungen Opfer auf. Gerne leitet er den Akt durch einen Telefonanruf ein, in dem er das Opfer schon mürbe macht. Dann steht er vor den jungen Leuten, ganz in schwarz gekleidet mit einer Schreckensmaske auf und einem Messer bewaffnet.

Der Unbekannte macht auch Jagd auf Sidney Prescott (Neve Campbell), die nach dem Mord an ihrer Mutter vor einem Jahr noch im Trauerprozess steckt. Sehr zum Leidwesen ihres Freundes Billy (Skeet Ulrich). Sidney kommen zudem Zweifel, ob der als Mörder verurteilte Cotton Weary (Liev Schreiber) wirklich der Mörder ihrer Mutter war oder ob es der derzeit umgehende Maskierte war.

Der Jahrestag des Mordes an Sidneys Mutter steht kurz bevor, ihr Vater (Lawrence Hecht) geht auf Geschäftsreise und so ist Sidney alleine. Eine große Party mit all ihren Freunden im Hause von Freundin Tatum (Rose McGowan) hilft nicht — der Mörder geht auch hier um.

Mit von der Partie sind Tatums Bruder Deputy Dewey (David Arquette) und die Reporterin Gale Weathers (Courtney Cox). Der Eine will beschützen, die Andere ist auf eine heiße Story aus. Verdächtig ist eh jeder in diesem Fall.

Meinung von

Es gab schon viele, viele Horror-Filme. Und die meisten kenne ich nicht. Ist nicht mein Genre. Dennoch: Scream ist anders. So richtig mächtig Horror ist das nicht. Vielmehr hat man ein Teeny-Drama vorliegen. Der erste Teil der Reihe ist erst ab 18 freigegeben – vermutlich wegen der Gedärme-Szene auf der Veranda von Casey (Drew Barrymore) und des Todes von Rose McGowans Charakter. Besonders an Scream ist, dass E.T.-Darstellerin Barrymore damals einen Namen hatte. Sie war bekannt, tritt als Erste im Film auf – das muss die Hauptdarstellerin sein. Doch Regisseur Wes Craven bringt sie schon nach zehn Minuten um. Ausgeweidet und aufgehängt. Was muss das damals für ein Schock im Kino gewesen sein! Aber die Barrymore wollte unbedingt mitspielen – dann muss sie sich eben auch mit so einer Rolle zufrieden geben.

Neve Campbell und Skeet Ulrich kannten sich bereits aus Der Hexenclub. In Scream spielen sie ein Pärchen, bei dem es nicht mehr so ganz funktioniert. Das wird nicht besser, wenn Billy kurz nach einer Attacke auf Sidney in ihrem Haus auftaucht und ihm ein Mobiltelefon aus der Tasche fällt. Eben hatte noch der maskierte Mörder sie angerufen und danach Jagd auf sie gemacht. Wes Craven, oder besser der Autor Scream, Kevin Williamson, wirft diverse Charaktere ins Spiel und jeder scheint irgendwann mal verdächtig. Das macht den Film so angenehm wenig vorhersagbar.

Die Hintergrundstory mit dem gewaltsamen Tod von Sidneys Mutter zieht sich gekonnt durch den Film und auch noch die Fortsetzungen. Angedacht war Scream als Trilogie. Was den Streifen noch ausmacht, ist die Tatsache, dass er sich des Genres liebevoll und fachmännisch annimmt. Es werden viele Referenzen gesetzt, einmal sehen wir sogar Craven selber als Hausmeister, gekleidet wie Freddy aus seinem Film A Nightmare on Elm Street. Aber auch Streifen wie Carrie, Psycho oder Das Schweigen der Lämmer werden angesprochen. Im Grunde wird sich auch ein wenig über die Stereotypen im Horror-Genre lustig gemacht. Was wiederum amüsant ist, denkt man daran, dass Craven mit eben solchen Horrorfilmen bekannt wurde.

Vor allem durch die "kritische" Auseinandersetzung mit Horrorfilmen in einem als Horror-Film gekennzeichneten Streifen, ist Scream eine frische Betrachtungsweise. Die Auflösung ist gelungen, das Verwirrspiel erfüllt also seinen Sinn. Da kann man auch über das Liebesdings zwischen Sidney und Billy hinwegsehen.

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