Filmplakat Schräger als Fiktion
8/10

„Nein, das ist keine Schizophrenie. Das ist nur eine Stimme in meinem Kopf!“ (Schräger als Fiktion, 2006)


Schräger als Fiktion

Besprechung

Harold Crick (Will Ferrell) ist ein Steuerfahnder, hat keine Freunde, dafür aber einen komplett durchorganisierten Tagesablauf. Er weiß, wie oft er seine Zähne in welcher Richtung putzen muss, wie lange er zum Bus braucht und und und. Alles eigentlich ein extrem langweiliges Leben. Wir sehen Harold bei der Ausübung seines Tagesablaufes und hören die Stimme der Erzählerin. — Harold hört diese Stimme irgendwann auch.

Als die Erzählerin von seinem Tod, von dem er nichts weiß, erzählt, wird Harold panisch. Er sucht Hilfe bei einer Psychologin, die ihm nicht helfen kann. Also geht er, weil sich die Stimme, die da spricht, doch sehr gewählt ausdrückt, zu einem Literatur-Professor (Dustin Hoffman). Professor Hilbert versucht mit Harold herauszufinden, in was für einer Art Roman Harold steckt.

Denn eines ist sicher: Harold ist Teil eines Romans. Die Autorin Kay Eiffel (Emma Thompson) schreibt ein Buch über einen Harold, der Steuerprüfer ist. Nur dass alles, was sie sagt/schreibt auch von Harold gehört wird.

Steckt Harold in einer Komödie oder in einer Tragödie? Das versucht er u.a. mit Hilfe der süßen Bäckerin Ana Pascal (Maggie Gyllenhaal) herauszufinden … Und was für eine Rolle spielt Harolds Armbanduhr in der Geschichte?

Meinung von

Eine herrlich schräge Geschichte. So was mag ich bekanntlich sehr. Will Ferrell gibt dem Harold eine sehr schöne Note: einsam, verzweifelt, sozial verarmt. Seine sonst üblichen Slapstick-Nummern sind in diesem Film vergessen. Hat er gut gemacht, auch wenn Moviejunkie Thorsten ihn nicht mag.

Die Lage, in der sich Harold Crick befindet, ist so ungewöhnlich, dass sich daraus entsprechend nur lustige und verrückte Situationen ergeben müssen. Dustin Hoffman als bademeisternder Professor ist ebenso schön anzusehen, wie Emma Thompson als völlig fertige, mit einer Schreibblockade belasteten Schriftstellerin. Gerade Mrs. Thompson spielt ihre Rolle sehr ansehnlich.

Ebenso gefiel mir Maggie Gyllenhaal als Steuerzahlungs-Verweigerin, die sich mit diesem komischen Kauz von Steuerprüfer abgeben muss.

Der Skurrilitätsfaktor ist bei Schräger als Fiktion ganz oben. Die Figuren sind gut dargestellt, die Dialoge haben teils einen sehr feinen Witz (in großen Dosen!) und man weiß tatsächlich nicht, bis zum Schluss, ob man eine Tragödie oder eine Komödie anschaut. Wer einmal eine "etwas andere Geschichte" als nur "Hau drauf und mach tot" oder was-weiß-ich anschauen möchte, der darf gerne diesen kleinen Film anschauen! Wäre glatt ein DVD-Kandidat für mich ...

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