Filmplakat Rambo

8/10

"Gott hat Rambo nicht geschaffen. Ich hab' ihn geschaffen." — Rambo, 1982

Rambo

Besprechung

Der ehemalige Green Beret und Kriegsheld John Rambo (Sylvester Stallone) kommt sieben Jahre nach dem Ende des Vietnamkriegs in das kleine Kaff Hope. Hier stolpert er über den Sheriff Teasle (Brian Dennehy), der John klar zu verstehen gibt, dass man keine Landstreicher in der Stadt haben will. Teasle ist so „nett“ und fährt John von einem Ende der Stadt zum anderen. Doch John kehrt um. Er wollte in der Stadt etwas essen, der Sheriff nimmt ihn jedoch fest.

Auf der Polizeistation wird John von dem Polizisten Galt (Jack Starrett) und anderen misshandelt – was keine gute Idee ist. John leidet unter posttraumatischem Stress, die Behandlungen rufen Erinnerungen wach und John bricht gewaltsam aus.

Teasle macht zusammen mit seinen Leuten Jagd auf John. Der flieht in die nahe gelegenen Wälder und Berge. Hier kann er seinen Guerillakrieg gegen die Gesetzeshüter starten. Nicht die Polizei macht Jagd auf John, sondern umgekehrt. Die Polizei wird geschlagen, John gibt ihnen eine Chance. Doch Teasle bleibt hartnäckig und will für Ordnung sorgen. Da kann auch Johns ehemaliger Colonel, Trautman (Richard Crenna), nicht helfen.

Meinung von

Ich habe lange Zeit diesen Film gemieden. Stallone als Actionheld hat bei mir einen negativen Beigeschmack. Zu Unrecht, wie ich nun feststellen musste. Rambo ist gar nicht mal so dumm. Stallone ist ruhig, den gesamten Film über redet er nicht viel. Rambo ist ein "typischer" Kriegsveteran des Vietnamkriegs. Die Soldaten kamen nach Hause zurück, nach jahrelangen Kämpfen, nach Mord und Grausamkeit – und dann wurden sie bespuckt und beschimpft. Unterstützung wurde ihnen nicht gewährt. So alleine gelassen taucht Rambo in einer Kleinstadt auf und wird hier auch sofort angefeindet.

Die Polizisten sind Arschlöcher, wissen aber nicht, mit wem sie sich da anlegen. John Rambo ist nicht irgendein Soldat, sondern ein Elite-Soldat, eine bestens ausgebildete Killermaschine. Diese Fähigkeiten nutzt der Veteran voll aus. In Vietnam haben er und seine Kumpels aus der Einheit durch den Dschungel gekämpft, da kommt dieser Wald in der Nähe von "Jerktown" wie bekanntes Terrain vor.

Nachdem John seine anfänglichen Episoden hinter sich gelassen hat und nicht mehr Flashbacks an Vietnam hat, schaltet er in den reinen Soldaten-Modus. Er baut nicht-tödliche Fallen, um die Polizisten auszuschalten. Er will nur in Ruhe gelassen werden, doch auf einmal haben alle den absoluten Testosteron-Überschuss und wollen für Ordnung sorgen. Nach dem ersten Desaster für die hiesige Polizei wird die Nationalgarde hinzugezogen. Medien, Hubschrauber – das volle Paket. Und dann ist da Colonel Trautman. Der rät Teasle noch, die Finger von seinem Burschen zu lassen, doch der Sheriff will nicht hören. Dann muss er fühlen.

Rambo zeigt etwas, das die Amis lange Zeit nicht bereit waren zu sehen: Dass sie ihre Soldaten, meist junge Männer, in eine Hölle geschickt haben und als die "Glücklichen" wieder nach Hause kamen, wurden sie wie Dreck behandelt. John beschwert sich am Ende in seiner großen Szene gegenüber Trautman, dass er in Vietnam Panzer gefahren ist, millionenschweres Equipment hatte und in Amerika darf er nicht mal Parkwächter werden, um sich seinen Lebensunterhalt zu verdienen.

Autor David Morrell erklärt, dass er als Professor damit konfrontiert warm Vietnam-Veteranen zu unterrichten, die nach ihren Erlebnissen nicht einsahen, wie Morrell ihnen auch nur irgendwas sagen sollte. Er unterhielt sich mit ihnen und erfuhr von ihren Albträumen und der miesen Behandlung durch die, für die sie eigentlich gekämpft haben. Im Buch wird Rambo von Trautman schließlich erschossen und damit erlöst. Rambo ist ein kaputtes, gefährliches Wesen, das beseitigt gehört. Doch dieses Ende wählte man nicht für den Film.

Interessanterweise sollte Kirk Douglas die Rolle des Trautman übernehmen, doch der bestand auf die finale Schuss-Szene. Stallone hatte sich jedoch dagegen entschieden. Douglas stieg aus und Richard Crenna bekam den Job angeboten – an einem Sonnabendnachmittag. Am Montag stand er das erste Mal vor der Kamera. Der Film hatte mit diversen Startproblemen finanzieller Natur zu kämpfen. Eine Testvorführung mit der Szene am Ende, in der John Rambo – wie im Buch beschrieben – ums Leben kommt, kam überhaupt nicht gut an beim Publikum. Man entschied sich also doch für das Ende, das wir in dem Film sehen können.

Der Film ist eine deutliche Kritik an dem Umgang mit Kriegsveteranen und weist auf psychische Probleme von Soldaten hin. Offensichtlich traf er Anfang der 1980er einen Nerv, schlug er doch ein wie eine Granate. Der Ausbruch, den Stallone am Ende hinlegt ist tatsächlich beeindruckend. Als der Film vorbei war, saß ich da und nickte nur. Doch. Nicht schlecht.