Filmplakat Pets
7,5/10

„Die Eichhörnchen reißen die Weltherrschaft an sich!“ (Pets, 2016)


Pets

Besprechung

Max (Louis C.K.) ist ein kleiner Hund, der in New York lebt. Er liebt sein Frauchen Katie (Ellie Kemper) über alles. Immer wenn sie fortgeht, bricht es ihm das Herz. Das Schönste am Tag ist, wenn sie abends wieder zurückkommt. Ach, Katie …

Während Max voller Sehnsucht wartet, handhaben seine tierischen Freunde im Haus die Abwesenheit der Menschen anders. Die dicke Katze Chloe (Lake Bell) frisst den lieben langen Tag über, Dackel Buddy (Hannibal Buress) geht auch mal zu einer Party, ebenso sein Kumpel Mel (Bobby Moynihan). Von gegenüber schmachtet die Spitz-Dame Gidget (Jenny Slate) Max an.

Eines Tages kommt Katie mit dem riesigen, monströs haarigen Duke (Eric Stonestreet) an. Mit dem soll sich Max Katie teilen? Niemals! Max hasst Duke. Und Duke nutzt seine massige Statur aus. Doch als die gesamte Hundemeute zum Gassi geführt werden, reißt Duke Max mit sich – ins Verderben. In einer Seitengasse werden die beiden ungleichen Zimmergenossen zunächst von Katzen ausgeraubt, dann von Hundefängern eingefangen. Auf der Fahrt ins Tierheim werden sie vom weißen Kaninchen Snowball (Kevin Hart) und seiner Gang befreit. Die “weggeworfenen Haustiere” planen unter Leitung von Snowball die Vernichtung der Menschen. Snowball und Co. hassen alle Menschen, weil sie ihnen weh getan haben – und auch alle braven Haustiere. Max und Duke müssen sich als Herrchen-Mörder ausgeben. Was ihnen nicht gut gelingt.

Während die beiden Hunde mit einem durchgeknallten Kaninchen zu tun haben, trommelt Gidget alle befreundeten Tiere zusammen um Max zu retten. Dabei bekommt sie u.a. Hilfe vom Rotschwanzbussard Tiberius (Albert Brooks), den sie auf dem Dach ihres Hauses trifft.

Meinung von

Vor Pets gab es noch einen Kurzfilm mit den Minions. Quasi zum Aufwärmen. Pets selber ist eine harmlose, aber sehr witzig erzählte Geschichte. Klar, es werden Klischees am laufenden Meter bedient – wie doof doch eigentlich Hunde sind, wie treu-doof. Ist natürlich Blödsinn. Hunde lieben nun mal intensiver als Katzen. Basta. Und wer mag schon einen Nebenbuhler? Max wird massiv von Dukes Anwesenheit bedroht. Sein Glück mit Katie steht auf dem Spiel. Ein Kampf zwischen den beiden Hunden entbrennt – aus dem am Ende natürlich eine dicke Freundschaft wird. Kommt schon. Da verrate ich nichts. Das war klar.

Max und Duke müssen im großen, gefährlichen New York einige Abenteuer meistern. Während Max sein Leben lang wohlbehütet und geliebt gelebt hat, ergeht es anderen Haustieren nicht so gut. Diese verstoßenen und vergessenen Haustiere sammeln sich in der Kanalisation. Snowball ist völlig psychopathisch und durchgeknallt. Im Original dürfte das Karnickel – das lässt der Trailer vermuten – um einiges wilder klingen. Aber ein puscheliges Kaninchen als blutrünstiger Anführer einer Revolution? Das ist herrlich komisch.

Pets handelt von Freundschaft und von Liebe, von den dunklen Seiten unserer Haustiere und ihren Marotten. Ein Tag im Leben von Max, Duke, Chloe und Gidget ist ein verrückter Ritt für die Lachmuskeln. Wenn die Leute von Illumination Entertainment (die, die uns Ich, einfach unverbesserlich beschert haben) eines können, dann sind es schräge Geschichten erzählen mit ebenso schrägen Charakteren darin. Der Film ist wie gesagt harmlos, sprüht aber über vor witziger Ideen und Dialogen. Knapp 90 Minuten kann man sich berieseln und sein inneres Kind raus lassen. Ich habe viel und laut gelacht. Und mehr wollte ich auch nicht.

Fucking 14,50 Euro hat der Spaß allerdings gekostet. Absolute Freudenhauspreise. Muss ich vorher jetzt jedes Mal zwei bis drei alte Omis ausrauben? Mann, ist das teuer … Warum? Weil scheiß 3D. Natürlich. So ungern ich 3D mag – bei Animationsfilmen wirkt diese Technik und man bekommt keine Kopfschmerzen davon. Es wurden diverse Effekte eingesetzt, die das "Wow!" aus 3D rauskitzeln sollten. Tatsächlich fand sogar ich es lustig, wenn eine Schlange dicht in mein Gesichtsfeld kommt und mir ihre Zischelzunge entgegenschnellen lässt. Oder ein Krokodil – wir wissen alle, in der Kanalisation von New York leben in der Toilette heruntergespülte Krokos –, das dem Zuschauer seine wabbelige, lange Schnauze entgegenhält. Auch war die Siamkatze mit ihren riesigen, gelben Augen sehr 3D-ansehnlich.

So schnell und flott der Film auch ist, hat er auch seine ruhige Noten – wenn im Hintergrund sanfte Jazz-Klänge den Soundtrack ausmachen. Außergewöhnliche Wahl für einen Animationsfilm, nicht so ungewöhnlich für einen Streifen über N.Y.

Alter Filmhase, der ich bin, habe ich mich übrigens auch sehr über das Zitat aus Manche mögen’s heiß gefreut. Der alte Basset Pops (Dana Carvey) findet Gefallen an der Katze Chloe. Die weist ihn deutlich darauf hin, dass sie kein Hund sei – und Pops antwortet mit der selben Aussage, wie einst Joe E. Brown als reicher Osgood Fielding III zu "seiner Daphne" sagte: Na und? Niemand ist vollkommen. Ich mag solche Zitate aus Klassikern.

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