Filmplakat Paycheck – Die Abrechnung
4,5/10

„Zeigt man Menschen die Zukunft, haben sie keine Zukunft“ (Paycheck – Die Abrechnung, 2003)


Paycheck – Die Abrechnung

Besprechung

Michael Jennings (Ben Affleck) ist der beste so genannte Reverse-Ingenieur. Soll heißen, man gibt dem Typen ein Produkt, schließt ihn ein und nach zwei Monaten kommt er aus seinem Kabuff und präsentiert das Konkurrenzprodukt. So spart man Entwicklungskosten. Das ist ein gut bezahlter Job, keine Frage. Allerdings darf sich ein Reverse-Ingenieur nicht an seinen Auftraggeber oder seine Arbeit erinnern. Deshalb wird ihm nach getaner Arbeit das Hirn auf kleiner Flamme geröstet und die Erinnerungsengramme der letzten zwei Monate gelöscht. Zurück bleibt ein dicker Gehaltscheck.

Eines Tages kommt sein alter Freund James Rethrick (Aaron Eckhart) auf Michael zu und bietet ihm einen ganz großen Auftrag an. Der Job dauert drei Jahre. So viel Zeit wurde noch nie aus einem Gehirn gelöscht. Aber die Aussicht auf einen mindestens achtstelligen Betrag auf dem Gehaltscheck bringt Michael dazu, den Job anzunehmen. Kurz vor Antritt des Jobs lernt er noch die Biologin Rachel Porter (Uma Thurman) kennen, die ebenfalls für Rethrick arbeitet.

Eine Spritze, Michael macht die Augen auf und – schwupps – drei Jahre sind vergessen. Als Michael zu seiner Bank geht, um sein Geld zu begutachten und etwas an seinen Aktien rumzufummeln, sagt ihm die nette Bankangestellte, dass er alle Aktien abgegeben habe. Da sei kein Geld. Nur ein Briefumschlag mit seinen persönlichen Sachen, die er vor Antritt des Jobs abgeben musste. Doch auch hier ist Michael etwas gearscht: Die Dinge in dem Umschlag sind nicht seine. Was soll er damit?

Mittlerweile ist das FBI hinter Michael her. Er hat wohl etwas in den drei Jahren gemacht, das nicht ganz konform lief mit der Staatssicherheit. Können die 20 Gegenstände in dem Briefumschlag helfen, das Rätsel zu lüften? Kann Rachel eventuell helfen?

Meinung von

Paycheck ist in der bedauerlichen Grauzone des "weder ein schlechter noch ein guter Film". Okay, ich gebe zu, ich bin mit einer echt miesen Einstellung in den Film gegangen – Olli sei dank. Da nützte auch der Rat von Carsten nichts, man möge mit der miesesten Einstellung in den Film gehen, dann könne man nicht enttäuscht werden. Na, ich weiß ja nicht ...

Die Story an sich ist ja gar nicht einmal so schlecht. Aber dennoch wirkt der Film irgendwie verdammt gekünstelt, alles ist verkrampft. Da sind arg gestelzte Sprüche vom Bösewicht, die selbst dem dümmsten Zuschauer noch erklären, was er als nächstes vorhat. Kleine Ungereimtheiten (Stichwort: Patrone auf Nummer 6, warum nicht auf der 2?) ebnen dem Film auch nicht den Weg in die obere Moviejunkie-Bewertungshälfte.

Ben Affleck spielt durchschnittlich, Uma Thurman ist grausam. Was haben die bloß mit der Frau gemacht? Die sieht ja aus, als wäre sie unter der Sonnenbank eingepennt, nur um sich die Haare zu verbrennen. Oder war die Wischmop-Frisur tatsächlich gewollt? Und von ihrer "schauspielerischen Leistung", die mich an ein Blumenkind unter ganz miesen Drogen erinnerte, wollen wir hier nicht weiter reden. Was grinst die Frau bitte schön andauernd so blöde?

Also: Paycheck kann man sehen, aber lieber im Fernsehen irgendwann einmal. Schon im Film wurde mir klar, dass der Streifen Mittelmaß ist und somit fünf Punkte erhalten sollte. Also warum 4,5 Moviejunkie-Punkte? Na, der halbe Punkt ist für die blöde weiße Taube draufgegangen, die uns John Woo natürlich wieder einmal präsentieren musste. Oder besser: Wollte. Denn zu suchen hatte die an der Stelle im Film echt nichts! Und dann dieser ewige Nebel ... *tss* Schließlich störte mich auch noch die unheilsschwangere Streicher-Musik. Dick aufgetragene Streicher sind nicht gleichzusetzen mit "Spannung". Nicht immer.

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