Filmplakat Pandorum
7/10

„Wegrennen ist immer die beste Option.“ (Pandorum, 2009)


Pandorum

Besprechung

Im Jahre 2153 hat sich die Menschheit auf über 24 Milliarden Exemplare vermehrt. Wasser und Essen werden im Jahre 2174 knapp. Man beschließt, das Raumschiff Elysium auf den Planeten Tanis zu schicken. Eine Sonde hat entdeckt, dass man den weit entfernten Planeten bevölkern könnte.

Bower (Ben Foster) wacht aus dem Hyperschlaf auf. Er ist desorientiert und eigentlich ist seine Crew auch noch nicht dran. Oder? Die einzelnen Crews haben stets zwei Jahre Schicht, da der Flug so lange dauert. Normalerweise müsste er von der vorherigen Crew geweckt werden, doch Bower ist ganz alleine. Erst etwas später findet er seinen Vorgesetzten Payton (Dennis Quaid). Payton bleibt an den Kontrollen, während sich Bower durch enge Kabelkanäle auf die Suche nach Antworten macht.

Irgendwo in dem irgendwie nicht mehr ganz sauber arbeitenden Schiff findet er die wilde Nadia (Antje Traue). Sie ist Genetikerin und seit langem auf der Flucht vor den Wesen, die sich mittlerweile an Bord ausgebreitet haben.

Bower muss lernen, dass hier an Bord etwas ganz kräftig falsch läuft. Wie es scheint, sind Aliens an Bord, die Jagd auf Menschen machen. Zusammen mit der misstrauischen Nadia und dem thaiwanesischen Gärtner Manh (Cung Le) versucht Bower das Rätsel zu lösen, was an Bord passiert ist. Wie es scheint, war er nicht nur acht Jahre im Hyperschlaf. Da müssen mehr Jahre ins Land gegangen sein. Viel mehr Jahre …

Derweil findet Payton den völlig verstörten Gallo (Cam Gigandet), der sich zwar nach einiger Zeit beruhigen kann, dann Payton jedoch nach der Raumkrankheit Pandorum fragt – der Krankheit, bei der Menschen im Weltraum verrückt werden. Kein gutes Gesprächthema.

Meinung von

Gar nicht mal so schlecht. Pandorum hat mehrere Wendungen, ist also nicht von Anfang an vorhersehbar. Zudem legte Regisseur Christian Alvart sehr viel Wert auf echte Kullissen - was bekanntlich einen Film immer besser aussehen lässt (wenn sie gut gemacht sind, versteht sich), als einen reinen CGI-Film.

Die Atmosphäre ist düster und bedrohlich. Man sieht die "Aliens" zunächst nie richtig. Jeder ist auf sein eigenes Überleben fixiert. Die Menschlichkeit ist auf diesem Raumschiff verloren gegangen. Ben Foster spielt seinen Part ordentlich, ebenso Quaid und Traue. Wer mir wirklich kein Stück gefiel, das war Eddie Rouse als Koch Leland. Ja, seine Figur sollte so eklig und mies sein, aber Rouse hat es zu sehr übertrieben. Immenser Störfaktor.

Die Grundidee des Raumschiffs ist gut. Ja, die Menschheit hat Raumschiffe, aber um so weite Strecken zurücklegen zu können, muss die Mannschaft in einen Hyperschlaf versetzt werden. Es gibt mehrere Crews, jede ist für volle zwei Jahre im Einsatz. Das Raumschiff Elysium selber ist ein Siedlungsschiff. Also befinden sich unzählige Menschen, Familien an Bord. Alles ist auf Funktionalität ausgelegt, nicht auf Schönheit. Die Idee mit dem Hyperschlaf erinnert ein wenig an die Nostromo aus Alien.

Eigentlich habe ich den Film nur angeschaut, weil ich wusste, dass Antje Traue in Man of Steel mitspielen wird und ich mir ein Bild von der Dame aus Sachsen machen wollte. Interessant fand ich beim Schauen des Films, dass Antje Traue doch ziemlich böse dreinblickt. Wenn man dann aber ihre Stimme hört, ist man verwirrt. Traue hat nämlich eine sehr zarte, weibliche Stimme. Passt nicht so recht zum harten Aussehen der Dame.

Alvart und Travis Milloy sind für die Geschichte hinter Pandorum verantwortlich. Sie haben eine düstere Zukunftsversion beschrieben, eine gefährliche Situation an Bord der Elysium, böse Gegner und alles noch "glaubhaft" erklärt. Die namensgebende Krankheit Pandorum kommt jedoch etwas kurz. Eigentlich ist nur Payton damit konfrontiert. Erst ganz am Ende gibt es einen Moment, wo Bower der Krankheit anheimfallen kann.

Pandorum ist solide SciFi-Unterhaltung mit ein bisschen Schauder und einigen netten Handlungsideen. Nett, aber nicht unbedingt ein Kandidat für die Kategorie "OMG, muss ich gleich noch einmal sehen!".

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