Filmplakat No Country for Old Men
4,5/10

„Oh, ist schon gut. Ich muss auch manchmal lachen.“ (No Country for Old Men, 2007)


No Country for Old Men

Besprechung

Llewelyn Moss (Josh Brolin) findet beim Jagen in der texanischen Wüste den Schauplatz eines völlig missglückten Drogenhandels. Die “Geschäftspartner” haben sich alle über den Haufen geknallt. Moss macht sich auf den Weg um das Geld zu finden. Einer muss überlebt haben und dieser Eine muss das Geld mitgenommen haben. Die Drogen lässt er zurück. Ebenso einen halbtoten Gangster. Moss findet einen Koffer mit zwei Millionen Dollar, den er an sich nimmt.

Zurück bei seiner Frau Carla Jean (Kelly Macdonald) muss er doch noch einmal zurück. Der Halbtote lässt ihm keine Ruhe. Doch an Ort und Stelle angekommen, wird er von anderen Drogengangstern aufgescheucht. Nun sind die hinter ihm her. Doch das ist nicht das Schlimmste. Der absolut humorlose, eiskalte Anton Chigurgh (Javier Bardem) macht sich auf den blutigen Weg, das Geld zurückzubringen.

Weil Antons Pfad von Leichen gesäumt ist, tritt Sheriff Ed Tom Bell (Tommy Lee Jones) auf den Plan. Das Morden muss ein Ende haben, so der gealterte Gesetzeshüter.

Meinung von

Gleich vier Oscars hat No Country for Old Men abgesahnt. Bester Film, beste Regie, bestes Skript und bester Nebendarsteller für Javier Bardem. So ganz kann ich das allerdings nicht nachvollziehen. No Country for Old Men ist nicht total schlecht, aber ihn so hoch zu loben, wie es die Leute immer machen … ich weiß ja nicht.

Ein Typ findet Geld, will damit sich und seiner Frau ein schönes Leben machen, wird aber von einem fiesen Gangster verfolgt. Ein Gesetzeshüter versucht den Mörder zu fassen. Das ist eigentlich alles, was es zu dem Film zu sagen gibt. Brolin spielt einen einfachen, aber nicht dummen Mann, der trotz des Diebstahls noch so was wie ein Gewissen hat. Wenn er dem sterbenden Drogenhändler Wasser bringen will, gerät er dadurch jedoch in größte Schwierigkeiten.

Bardem soll einen Mann unbekannter Herkunft spielen. Seine Frisur ist grausam schlecht und seine Tötungsmethode fies. Er schleppt eine Druckflasche mit sich herum und jagt Menschen einen Bolzen ins Hirn. So öffnet er auch Türen. Er ist nie hektisch, redet wenig und lässt auch schon mal eine Münze über Leben oder Tod entscheiden. Carson Wells (Woody Harrelson) wird von der Gegenseite angeheuert und kennt seinen Gegner. Er fürchtet ihn nicht wirklich, muss aber auch nicht unbedingt seinen Weg kreuzen.

Apropos kreuzen: Die drei Hauptfiguren treten nie in Interaktion, sind nicht gemeinsam auf der Leinwand zu sehen. Llewelyn weiß von Anton und Bell, Bell weiß ebenfalls um die beiden Anderen, Anton weiß nur von Llewelyn.

No Country for Old Men plätschert gemächlich vor sich hin. Viel passiert nicht und doch ist es eine kompakte Geschichte. Der Witz ist verhalten, wenn denn welcher an die Oberfläche treibt. Der Film beschreibt eine Menschenjagd, zeigt einen Mann, der für sich und seine Frau ein besseres Leben will und einen Sheriff, der zu alt für die Gewalt und Respektlosigkeit dieser Zeit (der Film spielt 1980) ist. Von den zwei Stunden Laufzeit hätte man bestimmt eine halbe Stunde rausschneiden können – aber dann wäre es kein Coen-Brüder-Film mehr. Die mögen es breit ausgedehnt, lakonisch und langsam.

Gut umgesetzt, aber mich hat No Country for Old Men nicht wirklich vom Hocker gerissen. Vom Titel ausgehend könnte man denken, der Film würde sich mehr mit dem alten Sheriff beschäftigen – der tritt jedoch verhältnismäßig selten auf.

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