Filmplakat Night of the Living Deb
6,5/10

„You're like the Terminator of sarcasm.“ (Night of the Living Deb, 2015)


Night of the Living Deb

Besprechung

Eines Abends trifft die etwas schräge Deb (Maria Thayer) den attraktiven Ryan (Michael Cassidy) in einer Bar. Einen Filmriss später, wacht sie bei Ryan im Bett auf. Beide können sich nicht mehr an den letzten Abend erinnern. Aber Deb ist ganz Deb und brabbelt fröhlich vor sich hin und auf Ryan ein. Der ist zunächst verwirrt und geschockt. Man verabschiedet sich und gut ist.

Naja, nicht ganz gut. Alle Menschen in Maine sind zu Zombies geworden. Schnell finden Deb und Ryan wieder zueinander. Man beschließt, zu Ryans Vater (Ray Wise), zu fahren. Der Chef der hiesigen Wasserwerke hat bestimmt eine Lösung.

Frank Waverly und sein anderer Sohn, Chaz (Chris Marquette), sind tatsächlich zu Hause. Und auch Rayns Ex Stacy (Syd Wilder). Frank will fliehen, doch Ryan will nicht ohne Deb weg. So seltsam und verschroben sie auch sein mag.

Meinung von

Fünfter Film für mich im Rahmen des Fantasy Filmfests. Leichte Kost. Wir kennen Zombie-Romanzen-Komödien (z.B. Life After Beth, Warm Bodies oder im Grunde auch Zombieland), das ist also nichts Neues, die Genres zu vermischen. Diesmal wird der Virus übers Wasser übertragen. Wie gut, dass die letzte Nacht für Deb und Ryan so hitzig war. Keiner hatte Zeit zum Duschen. Zombies sind in Night of the Living Deb tatsächlich absolute Nebensache. Den blubbert etwas Blut aus dem Mund, das T-Shirt ist besudelt und sie gehen etwas langsam. Aber keine Verwesung, raushängende Gedärme oder all der übliche Zombie-Schmuh. Hier geht es um Liebe in extrem Situationen! (Wenn die Deb realisiert, dass etwas nicht stimmt, sehen wir zunächst eine sehr leere Straße – da musste ich unweigerlich an Shaun of the Dead denken. Auch so ein Liebesfilm ...)

Deb-Darstellerin Maria Thayer hat sich bisher hauptsächlich (nicht ausschließlich) im Fernsehen herumgetrieben. Ihre Figur Deb arbeitet auch beim Fernsehen. Wie passend. Ihre Darstellung der eigentlich schüchternen Deb ist erfrischend. Sie brabbelt unentwegt, immer wenn Ryan ein "wir" fallen lässt, bekommt sie große Augen und schmachtet ihn an – auch wenn das in dem Moment so überhaupt nicht passt. Was im Grunde stets der Fall ist. Deb ist auf der Suche nach "Mr. Right" und auch wenn sie und Ryan sehr unterschiedlich sind, knistert es gewaltig … auf ihrer Seite.

Das Ende ist vorhersehbar, es muss ein Happy End geben. Und Night of the Living Deb steuert auch geradlinig darauf hin. So geradlinig, dass man auch die ein oder andere Kurve, das ein oder andere Schlagloch einfach mitnimmt. Egal. Was ich damit meine: Night of the Living Deb ist an einigen Stellen charmant schlecht und schmalzig. Das weiß der Film auch und schert sich einen Teufel drum. Hauptsache, es macht Spaß. Das machte Night of the Living Deb dann auch.

Mit gerade einmal zwei Millionen Dollar Budget ist heutzutage auch nicht viel zu erwarten. Night of the Living Deb wirkt wie eine billige Produktion, dabei aber nicht schlecht. Das gibt es ja auch. Also kein Sharknado-Niveau, sondern tatsächlich gute Unterhaltung mit Charme. Nur günstig. Ich denke einmal, Cell hatte bestimmt mehr Budget (schon wegen Samuel L. Jackson), aber da waren die Effekte echt mies. In Night of the Living Deb sind sie sogar besser.

Ich habe mich gut amüsiert und am Ende ein Lächeln im Gesicht gehabt. Damit ist für mich alles gut.

Die Geschichte, bzw. die Erklärung für die Zombie-Apokalypse ist … stimmig? Also macht in diesem Fall Sinn. Okay, man kann damit leben. Also als Zuschauer, nicht als Zombie. Wir haben Geldgier, vertuschende Politiker und hässliche Pullover. Somit alles, was ein Film so braucht. Was man nicht braucht, das sind Furz-Witze. Einen kleinen hatten sie. Naja ...

Und wer sagt, dass ein Zombie-Film nicht auch bilden könne? Schön das Graffiti, das besagt Your dead, was dann aber – so viel Zeit muss auch während einer Apokalypse sein – zu You're dead korrigiert wurde. So kleine Randwitze mag ich. :-)

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