Filmplakat Nie wieder Sex mit der Ex
5/10

„Der Mann ist wie Ghandi. Nur besser! Er mag Puppen.“ (Nie wieder Sex mit der Ex, 2008)


Nie wieder Sex mit der Ex

Besprechung

Fünf Jahre waren Peter Bretter (Jason Segel) und die Schauspielerin Sarah Marshall (Kristen Bell) zusammen. Während sie für eine Krimi-Serie vor der Kamera stand, hat er die Filmmusik dazu geschrieben. Eines Tages kommt Sarah nach Hause und es ist aus. Einfach so. Für Peter bricht eine Welt zusammen.

Sein Bruder Brian (Bill Hader) kann ihm auch nicht wirklich helfen, rät ihm aber mal abzuhauen. Peter fährt nach Hawaii.

Während um ihn herum Romantik herrscht, leidet Peter in einer Luxus-Suite, die ihm netterweise von der Rezeptzionistin Rachel Jansen (Mila Kunis) zur Verfügung gestellt wurde. Wieso hat sie das gemacht? Weil sie mitansah, wie Sarah mit ihrem neuen Lover Aldous Snow (Russell Brand) dabei waren, dem armen Peter das Herz endgültig aus dem Leib zu reißen. Sarah und der Rock-Star Aldous sind nämlich auch in dem Hotel abgestiegen. Na Danke auch.

Peter ist zwar absolut gebrochen und am Boden zerstört, aber Rachel kann ihn wieder auffangen und schenkt ihm neuen Lebensmut. Scheiß auf Sarah und ihren verdammt coolen Rocker.

Meinung von

Einer dieser Filme, die mich durch ihren Trailer angelockt haben. Naja, der Trailer war's und natürlich Kristen Bell. Bin auch nur ein Mann ...

Doch der Film konnte nicht das halten, was der Trailer versprach. Die meisten Witze sind in der kleinen Vorschau schon abgefeuert worden. Und so plätschert Nie wieder Sex mit der Ex — Was für ein selten bescheuerter Name! Kann auch nur in Deutschland passieren ... — einfach vor sich hin. Das große Lachsalven-Feuerwerk bleibt aus.

Jason Segel, den wir mittlerweile alle aus How I met your mother kennen, schrieb die Story und irgendwie war er wohl noch nicht ganz "warmgelaufen", als er den Punkt hinter den letzten Satz setzte. Nie wieder Sex mit der Ex zeigt ein bisschen die Verzweiflung eines Mannes, der von einer Frau verletzt wurde. Aber nicht so richtig. Mann kann nicht wirklich mitfühlen. Dann also Komödie? Naaa. Auch nicht so wirklich. Dafür will der Film wieder zu sehr die Auferstehung des Peter Bretter zeigen. Wie Rachel ihn aufbaut, bis er schließlich seinen Traum von einer Puppen-Vampir-Rock-Oper realisiert.

Nie wieder Sex mit der Ex kann man sich anschauen, wenn nichts anderes im Fernsehen läuft. Findet man aber z.B. einen alten Comic, kann man sich auch den durchlesen. Man muss also Nie wieder Sex mit der Ex nicht gesehen haben. Dafür ist er zu harmlos und unbedeutend.

Schade übrigens um Kristen Bell, die man (hierzulande leider kaum) als Veronica Mars kennt. So süß, hätte sie auch gerne den netten Part übernehmen dürfen. Und das ist auch so was: Sarah Marshall ist nicht mies genug. Sie hat Peter das Herz rausgerissen, in den Rinnstein geworfen, ist mit einem Auto drübergefahren und hat streunende Hunde drauf pinkeln lassen. Aber das kommt nicht wirklich rüber, dass sie die Böse ist. Auch der Rock-Star Aldous Snow ist jetzt nicht wirklich "das Arschloch, dass dem Helden die Freundin ausgespannt hat". Er ist exzentrisch und spleenig, aber man lehnt ihn auch nicht ab. Alles ist irgendwie grau in Nie wieder Sex mit der Ex. Trotz hawaiianischer Kulissen.

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