Filmplakat Mr. Hobbs macht Ferien
6,5/10

„Ich liebe sie von Herzen. Ich liebe bloß aus einer anderen Entfernung als du.“ (Mr. Hobbs macht Ferien, 1962)


Mr. Hobbs macht Ferien

Besprechung

Eigentlich wollte der Bankier Roger Hobbs (James Stewart) doch nur einen ruhigen, erholsamen Urlaub mit seiner hübschen Frau Peggy (Maureen O’Hara) unternehmen. Doch die hatte andere Pläne. So findet sich Roger mit seiner Frau, der jüngsten, gerade pubertierenden Tochter Katey (Lauri Peters) und dem ewig fernsehenden Danny (Michael Burns) auf dem Weg zu einem Strandhaus. Das soll ganz toll sein, hat Peggy gesagt – ist aber die reinste Bruchbude.

Roger versucht das Beste aus dem Urlaub zu machen. Doch Katey will nicht aus dem Haus, da sie eine neue Zahnspange hat, für die sie sich schämt. Und Danny kommt eh nie von seinem geliebten Fernseher weg. Zu allem Überfluss kommen auch noch die beiden älteren Töchter mit ihren Männern und dem Nachwuchs. Die wollen alle in dem Haus wohnen!?

Susan (Natalie Trundy) kommt mit Mann Stan (Josh Peine) sowie den beiden kleinen Enkeln. Zwischen den beiden Eheleuten kriselt es. Stan ist, wie sich später herausstellen soll, seit geraumer Zeit arbeitslos. Außerdem kommt noch die andere Tochter, Janie (Lili Gentle) mit ihrem Mann, dem Psychologen Byron (John Saxon) samt Kleinkind.

Roger wollte doch nur einen ruhigen Urlaub verleben, doch nun hat er die gesamte Sippe am Hals. Schließlich steht noch das Ehepaar Turner vor der Tür. Martin Turner (John McGiver) könnte der neue Chef von Stan werden. Doch der will seine Angestellten zunächst auf Herz und Nieren prüfen. Also erklärt sich Roger bereit, nett zu Mr. Turner und seiner Frau Emily (Marie Wilson) zu sein und sich von der besten Seite zu zeigen. Die recht anstrengenden Turners kommen jedoch früher und bleiben somit auch einige Tage.

Immerhin lebt Katey ein wenig auf, die den jungen Joe (Fabian) kennenlernt.

Meinung von

Der Autor Edward Streeter hatte mit Der Vater der Braut schon bewiesen, dass er Komödien rund um den gestressten Ehemann und Vater schreiben kann. Mr. Hobbs macht Ferien gehört in die selbe Kategorie. Der Film ist eine leichte Komödie ohne viel Tiefgang. James Stewart ist der nette Durchschnittsamerikaner, den er irgendwie immer verkörpert hat, und plagt sich mit der Familie herum. Er ist ein wenig tollpatschig, versteht seine Kinder nicht immer, versucht aber Schritt zu halten. So setzt er alles daran, dass seine kleine Katey endlich aus dem Haus und unter Leute kommt. Sogar mit seinem dem Fernseher verfallenen Sohn kann er eine Verbindung aufbauen.

Die Familie Hobbs macht vier Wochen Urlaub in einem maroden Strandhaus mit schlechter Wasserversorgung und einer Pumpe, die ein Eigenleben zu haben scheint. Das ist alles von der ersten Minute an stressig - dennoch resümiert Mr. Hobbs am Ende, dass es ein toller Urlaub war. Man muss sich eben die Ferien erarbeiten - auch in den Ferien.

Mr. Hobbs macht Ferien ist quirlig, dabei aber nicht nervig. Es passiert immerzu etwas und Mr. Hobbs kommt nicht stets mit. Aber er versucht es. Mit dem damals gerade angesagten Teenie-Schwarm Fabian holte man das jüngere (vornehmlich weibliche) Publikum ab. Im Grunde ein billiger Trick.

Schön schräg wird der Film mit der Ankunft des Ehepaars Turner. Die geben vor, etwas ganz anderes zu sein, als sie tatsächlich sind. Mr. Hobbs versucht sich ihnen anzupassen, steht sogar extra früh auf, um mit Mr. Turner auf Vogelexpedition zu gehen. Das macht er alles, um seinem Schwiegersohn, den er kaum kennt, einen neuen Job zu verschaffen. Denn Mr. Hobbs weiß, das würde seiner Tochter gefallen (und es hält Tochter sowie Schwiegersohn davon ab, bei Mr. Hobbs einzuziehen …).

Wer eine nette, für die 1960er typische Komödie sehen möchte, der ist mit Mr. Hobbs macht Ferien gut bedient. Wie schon in Der Vater der Braut ist auch hier der Vater sehr oft aus dem Off zu hören, wie er das Gesehene moderiert.

Running Gag sind die beiden Damen, die in Mr. Hobbs Telefonleitung sind und sich anscheinend immer über medizinische Themen zu unterhalten scheinen.

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