Filmplakat Moonwalkers
8,5/10

„I feel like my penis is whispering to me.“ (Moonwalkers, 2015)


Moonwalkers

Besprechung

Die wichtigste Apollo-Mission steht kurz bevor. Die Amis sind sich jedoch nicht ganz sicher ob des Ausgangs. Klappt das mit der ersten Mondlandung? Es muss einfach, sonst verliert die USA ihr Gesicht. Ein Plan B muss her. Der CIA-Agent und Kriegsveteran Kidman (Ron Perlman) wird mit einem Koffer voll Geld nach London geschickt. Hier soll er sich mit dem Manager von Stanley Kubrick treffen. Der hat gerade 2001: A Space Odyssee abgeliefert. Der kann für die Amis eine glaubhafte Mondlandung drehen. Nur für den Fall…

Statt auf Kubricks Manager stößt Kidman jedoch auf den glücklosen Musikproduzenten Jonny (Rupert Grint). Der ergreift die Chance, nimmt das Geld von dem vermeintlichen Hollywood-Futzi an und feixt sich einen.

Blöde nur, dass Kidman von dem Schwindel erfährt und das Geld zurück haben will. Blöde auch, dass Jonny dem Gangsterboss Dawson (James Cosmo) Geld schuldet. Irgendwie läuft alles schief. Der Film mit der gefakten Mondlandung muss aber gemacht werden.

Meinung von

Vierter und letzter Film (für mich) auf den Fantasyfilmfest Nights — und bei weitem der lustigste Streifen. Dass Ron Perlman Action und Komödien machen kann, wissen wir seit Hellboy. In Moonwalkers zeigt er beide Seiten, nur diesmal ohne rotes Make-up. Er ist ein Vietnam-Veteran mit Trauma. Eigentlich hatte er gehofft, erst einmal etwas Ruhe zu finden, stattdessen wird er erneut auf eine Mission geschickt. Sollte nicht so schwer sein: Kubrick überzeugen eine Mondlandung zu inszenieren und anschließend alle Beteiligten eliminieren.

Perlman ist hart, gewaltig, schießt schon mal irgendwelchen britischen Gangstern die Rübe weg. Grint kommt aus seiner Nische als leicht trotteliger Loser nicht heraus. In Moonwalkers spielt er den vom Pech verfolgten Musikproduzenten, der seiner Band einen Plattenvertrag versprochen hat. Was aber nicht klappen will. Zum Glück gibt es noch größere Luschen – nämlich Jonny Kumpel Leon (Robert Sheehan), den Schauspieler, der ständig zugedröhnt ist.

Moonwalkers hat herzliche Charaktere und eine eigentlich simple Geschichte, die aber von Regie-Frischling Antoine Bardot-Jacquet flott und urkomisch umgesetzt wurde. Ein nettes kleines Verwechslungsding führt zu einer ungewöhnlichen Zweckgemeinschaft, die in der verrücktesten Mondlandung mündet. Kidman macht Jonny sehr deutlich, wie wichtig der Film ist. Jonny findet daraufhin den völlig abgespacten Regisseur Renatus (Tom Audenaert), der mit all seinen Drogenkumpels in einem riesigen Anwesen haust, wo er … seltsame Filme dreht. Ein schwacher Ersatz für Kubrick. Zumal der extravagante Renatus die Mondlandung sehr farbenfroh gestalten will. Kidman muss also gegen ach so viele Fronten kämpfen. Kein Wunder, dass er immer mehr unter Stress gerät und überall vietnamesische Geister sieht.

Moonwalkers macht sehr viel Spaß. Wir haben schon so manche inszenierte Mondlandung gesehen, z.B. in Unternehmen Capricorn, aber in Moonwalkers wird das, was wir schon immer geahnt haben, auf die komische Spitze getrieben.

Wer deftige Sprüche, Brüste, Drogenexzesse und ein bisschen Splatter mag, alles eingepackt in eine durchgeknallte Geschichte, der ist mit Moonwalkers besten bedient. Für mich ein krönender Abschluss der Fantasyfilmfest Nights 2016.

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