Filmplakat Moon
8/10

„We're not programmed. We're people.“ (Moon, 2009)


Moon

Besprechung

LUNAR ist die Firma, die uns in der Zukunft mit Energie versorgt. Saubere Energie, in Form von Helium-3, das auf dem Mond abgebaut wird. Der Abbau läuft im Grunde automatisch, aber es muss immer jemand oben sein, falls mal eine Maschine repariert werden muss. Sam Bell (Sam Rockwell) ist schon seit beinahe drei Jahren alleine auf dem Mond und verrichtet seine Arbeit. “Gesellschaft” hat er nur durch den Roboter GERTY (im Original von Kevin Spacey gesprochen).

Nur noch wenige Tage, dann läuft der Vertrag mit der Firma aus und Sam kann zu seiner geliebten Frau Tess (Dominique McElligott) zurück. Weil die Satellitenschüssel kaputt ist, kann er ihr nur Videonachrichten schicken und von ihr auch solche nur erhalten. Drei Jahre sind eine lange Zeit, aber zum Glück ist es bald vorbei und Sam kann seine Tess wieder in die Arme schließen.

Doch Sam fängt an, eine Gestalt in der Raumbasis und später auch auf freier Mondlandschaft zu sehen. Dadurch verursacht er sogar einen Unfall mit einer Maschine außerhalb der Mondbasis.

Er wacht mit wackeligen Beinen in der Krankenstation auf. GERTY verhält sich komisch und ihm ist der Weg nach draußen versperrt. Als es ihm gelingt doch rauszukommen, fährt er zu der Unglücksstelle und findet dort etwas, das seine Existenz auf den Kopf stellt: er findet sich selber, schwer verletzt in dem verunglückten Wagen. Plötzlich gibt es zwei Sams auf der Station.

Meinung von

Ein sehr ruhiger Film. Ein schwieriger Film, hat man doch im Grunde nur einen Schauspieler, der sich in einer Raumstation befindet, seit drei Jahren alleine ist und sich lediglich mit einem Roboter unterhalten kann.

Man muss sich auf den Streifen einlassen. Wer nur Explosionen, Verfolgungsjagden o.ä. sehen will, ist in Moon aber so was von falsch! Es ist im Grunde ein Kammerspielfilm, nur dass hier gesprochen wird. Wir lernen einiges über Sam, seine Hobbys, seinen Wunsch nach Hause zu seiner Frau und seiner kleinen Tochter zu kommen. Und dann bricht alles zusammen.

Bei der Idee mit der dreijährigen Isolation hätte leicht ein Film entstehen können, in dem die Hauptfigur langsam wahnsinnig wird. Der psychologische Druck muss immens sein. Doch zum Glück geht Moon eine andere Richtung. Seien wir mal ernst, so gut die Psycho-Nummer auch sein mag — so etwas haben wir schon gesehen und es läge zu sehr auf der Hand. Von daher ist die Idee, die in Moon umgesetzt wurde sehr interessant: die skrupellose Firma, die Kosten spart, indem sie nicht alle drei Jahre neue Ingenieure auf den Mond schießt, sondern stets ein und den selben, bereits eingearbeiteten Arbeiter einsetzt.

Wie kommen die beiden Sams miteinander aus? Wie können sie mit sich selbst umgehen, wissend, dass sie nicht einzigartig sind?

Keine Action, keine Explosionen, aber dennoch spannend. Und einfühlsam. Wenn Sam 1 zusammenbricht und nur noch nach Hause möchte, geht das schon an die Nieren. Getragen wird die Stimmung auch durch die Streicher- und Klaviermusik, die wunderbar passt, aber vor allem durch Sam Rockwell. Hut ab vor der Leistung. Rockwell spielt großartig. Zweimal die gleiche Person — und doch so verschieden. Klasse Leistung.

Raumfahrt, Isolation, Roboter? Da denken wir doch alle an einen ganz bestimmten Film? Genau: Stanley Kubricks 2001: A Space Odyssey. Während ich den Film so überhaupt nicht abkann, mochte ich Moon durchaus. In Moon passiert dann doch noch mehr als in 2001. Und GERTY ist auch um Längen sympathischer als HAL. GERTY will wirklich helfen und tut es auch.

Wer einen intensiven, einen gut gespielten Film sehen möchte, der sehr ruhig ist, einen intelligenten Plot hat und auch einen moralischen Aspekt anspricht, der ist mit Moon gut bedient.

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