Filmplakat Monuments Men – Ungewöhnliche Helden
6,5/10

„Jetzt wünschst du dir, John Wayne hätte dich erschossen.“ (Monuments Men – Ungewöhnliche Helden, 2014)


Monuments Men – Ungewöhnliche Helden

Besprechung

In den letzten beiden Jahres des Zweiten Weltkrieges machen sich Frank Stokes (George Clooney) und eine Handvoll Männer auf den Weg, Kunstschätze vor den Nazis zu retten. Die haben zuvor in großem Maße Kunstgegenstände aller Art im großen Stile gestohlen und wollen diese ins noch zu bauende Führermuseum für Kunst verfrachten. Da Kunst nicht einer Person gehören sollte und zudem Kunst auch Kultur eines Landes bedeutet, ist es so wichtig, die Kunstgegenstände sicherzustellen und ihren Besitzern zurückzubringen.

Stokes hat keine Soldaten im Schlepptau, sondern Künstler, Sammler und Architekten. Nach einer kurzen Grundausbildung geht es in kleinen Gruppen in feindlich besetzte Länder, um dort Kunst vor den Nazis zu retten.

James Granger (Matt Damon) ist in Paris und will von der Kuratorin Claire Simone (Cate Blanchett) Informationen erfahren, wo die Nazis die Bilder und Plastiken aus ihrem Museum hingebracht haben. Claire vertraut James jedoch nicht, da sie denkt, er würde die Kunst für sich behalten wollen.

Der Bildhauer Walter Garfield (John Goodman) ist zusammen mit dem französischen Künstler Jean Claude Clermont (Jean Dujardin) unterwegs, um den Altar von Gent wiederzufinden, den die Nazis den Geistlichen abgeknöpft haben, als diese die Altarbilder in Sicherheit bringen wollten. Der Brite Donald Jeffries (Hugh Bonneville) versucht die Madonna mit Kind in einer Kirche in Brügge zu retten. Dem Architekten Richard Campbell (Bill Murray) und dem Sammler Preston Savitz (Bob Balaban) gelingt es, gen Ende des Krieges, einen bedeutenden Fund zu machen.

Meinung von

Die Geschichte der Monuments Men ist wahr. Es gab diese Truppe tatsächlich, die sich um die Sicherstellung von Raubkunst kümmerte, um diese vor der Vernichtung durch Nazis zu schützen, bzw. sie einfach diesen wieder abnehmen wollten. Der Trailer ließ das zwar schon durchschimmern, aber geschnitten war er eher so, dass man eine Komödie erwartete. Monuments Men ist keine Komödie. Ja, der Film hat auch lustige Momente und flotte Sprüche, aber im Endeffekt zeigt Regisseur George Clooney doch deutlich, dass die Protagonisten mitten im Krieg sind. Und Krieg ist nicht lustig.

Monuments Men ist nicht leicht, aber auch nicht schwer; keine Komödie, aber auch kein Drama. Das macht es schwer, den Film einzustufen. Längen im eigentlichen Sinne hat er nicht, aber durchaus Passagen, die "sehr ruhig" sind. Durch die Vielzahl der netten Charaktere, die zudem mit Top-Schauspielern besetzt sind, ist es schwer, sich auf eine Figur zu konzentrieren. Eine echte Hauptfigur gibt es irgendwie auch nicht. Es sei denn, man betrachtet die Kunst als den Mittelpunkt des Streifens.

Ein Thema, das mehrfach angesprochen wird, ist die Frage, was mehr wert ist, ein Menschenleben oder ein Kunstwerk? Am Anfang bläut Stokes seinen Männern noch ein, dass ein Kunstwerk nicht mehr wert sei als ein Leben. Das sehen auch die anderen Militärs so. Unterstützung für einen Haufen alter Männer, die Kunstschätze retten wollen? Vergesst es! Wie soll er es einer Mutter klar machen, so ein Soldat, dass ihr Sohn nun tot ist, nur damit ein Kirchturm gerettet werden konnte? Das sind schon harte, aber auch berechtigte Fragen. Daher bleibt das Team notgedrungen klein und muss sich alleine durchschlagen. Alle kommen nicht durch …

Am Ende fragt der amerikanische Präsident Roosevelt Stokes die Frage noch einmal. Nun ist Stokes davon überzeugt, dass die Opfer nicht umsonst waren.

Monuments Men zeigt eine Seite des Krieges, die ebenfalls grausam war. Nazis haben alle modernen Künstler wie z.B. Picasso einfach zerstört. Ekelhaft! Monuments Men zeigt einige solcher Szenen, da kommt schon enorme Wut im Zuschauer auf. Einen Kloß hatte wohl jeder im Hals, als Bill Murrays Figur mitten in der Ardennenoffensive eine Schallplatte von seiner Tochter zugestellt bekommt, auf der sie ein Weihnachtslied singt.

Monuments Men zeigt uns ein Stück Geschichte. Mutige Männer, die ihr Leben für, so heißt es am Ende, über fünf Millionen Werke aufs Spiel gesetzt haben. Wenn man nicht mit der Erwartung in den Film geht, dass man hier eine Komödie aufgetischt bekommt, dann ist Monuments Men auch gut.

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