Filmplakat Memento
7,5/10

„Ich kann mir nicht merken, dich zu vergessen.“ (Memento, 2000)


Memento

Besprechung

In einer dunklen Ecke, in einer Baracke, wird ein Mann erschossen. Wir sehen das Blut auf dem Polaroid. Das Bild verblasst, es entwickelt sich zurück. Wir sehen, wie der Mann erschossen wird, wie das Bild gemacht wird. Wir sehen den Mörder. Break.

Der Versicherungsdetektiv Leonard Shelby (Guy Pearce) hat da ein kleines Problem: Er kann sich nicht an Dinge erinnern, die vor kurzem geschehen sind. Sein Kurzzeitgedächtnis ist futsch. Sein Leben hatte ein einschneidendes Erlebnis. Er sah an, wie seine Frau ermordet wurde. Danach gab’s ein Blackout und der Spaß beginnt. Leonard sinnt auf Rache. Er will den Mann umbringen, der seine Frau vergewaltigt und ermordet hat. Aber wie soll man Detektiv spielen, wenn man ständig die letzten 10 Minuten vergisst?

Lenny behilft sich, indem er alles, was wichtig ist mit seiner Polaroid-Kamera festhält, aufschreibt oder sich auf die Haut tätowiert. So trägt er seine aktuelle Mission immer bei sich.

Bei der Suche nach dem Mörder erhält er Hilfe von Natalie (Carrie-Ann Moss) und dem grinsenden Teddy (Joe Pantoliano). Doch jeder der beiden Gehilfen verfolgt – so scheint es – seine eigenen Ziele.

Der Film zeichnet sich dadurch aus, dass er nicht einem Zeitstrang folgt. Der Zuschauer erhält immer wieder in Rückblenden neue Details, die das Puzzle um die Identität des Mörders und um Lennys Mission enthüllen. So springt die Erzählung ständig hin und her. Um nicht gänzlich verwirrt zu werden, bekommt der Zuschauer dann doch noch Schnittpunkte in der Erzählstruktur, zu bereits Gesehenem. Weit zurückreichende Ereignisse werden in S/W dargeboten.

Meinung von

Memento ist keine leichte Kost! Mal eben einen netten Kinoabend — verbringt man besser nicht mit Memento. Die Erzählstruktur, der ewige Sprung in die Vergangenheit, ist anstrengend. Ist man aber erst einmal in dem Rhythmus drin, dann funzt das Teil.

Wie eine klassische Geschichte auch, so wird Memento zum Schluss immer schneller. Wir bekommen immer mehr Infos. Die Rückblenden werden kürzer. Die Lösung naht. Und die Lösung ist hart. Nicht umsonst heißt der Untertitel "Es gibt Erinnerungen, die man lieber nicht hat" (oder so ähnlich ...). Ich stimme dem zu. Da war eine Frau in unserer Umgebung, die hatte ein Parfüm aufgelegt, dass mich an eine ganz bestimmte Frau erinnerte ... *seufz*

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