Filmplakat Melinda und Melinda
6,5/10

„Hast du das gesamte Mobiliar erlegt, auf dem wir sitzen?“ (Melinda und Melinda, 2004)


Melinda und Melinda

Besprechung

Ist das Leben eine Komödie oder eine Tragödie? Ansichtssache. In einem New Yorker (wo sonst) Lokal diskutieren zwei Dramatiker, was denn nun der wahre Kern des Lebens ist: Während Sy (Wallace Shawn) die heitere Seite des Lebens bevorzugt und in allem das Lustige sieht, seziert Max (Larry Pine) die Tragik der Situation. Um das Problem zu lösen, erhalten die Beiden einen Anfang für eine Geschichte, die sie auf ihre eigene Art weiter entwickeln sollen.

Alles beginnt mit Melinda (Radha Mitchell), die plötzlich und unerwartet das Abendessen eines Pärchens unterbricht. In der tragischen Version ist Melinda eine alte Schulfreundin von Laurel (Chloë Sevigny) und Lee (Jonny Lee Miller), die gerade ein Abendessen geben, um einen Produzenten von Lees Vorzügen zu überzeugen. Melinda war verheiratet, doch sie betrog ihren Ehemann mit einem Fotografen, weswegen ihr nun der Umgang mit ihren beiden Kindern verboten wurde. Nun befindet sie sich in einem Kreislauf von Depressionen und Selbstmordversuchen, aus denen sie ohne eigene Hilfe nicht mehr ausbrechen kann.

In der komödiantischen Variante ist Melinda (wieder: Radha Mitchell) eine Nachbarin der Filmemacherin Susan (Amanda Peet) und des Schauspielers Hobie (Will Ferrell), die ebenfalls gerade versuchen einen Produzenten zu überzeugen – diesmal geht es um den nächsten Film von Susan, in dem Hobie eine Rolle spielen soll. Im Gegensatz zur tragischen Melinda, ist diese zwar auch geschieden, hat aber keine Kinder und auch sonst eher fröhlich und aufgeschlossen. Nun entwickeln sich zwei vollkommen unterschiedliche Geschichten, auch wenn Orte und Gegenstände immer wieder zu Überschneidungen führen.

Meinung von

Woody Allen, der diesmal nicht auftritt, weiß einfach, wie man Filme macht: Routiniert blendet er von einer Geschichte zur nächsten und kann dabei geschickt Orte und Gegenstände miteinander verbinden, ohne dass die Personen auch nur einmal aufeinander treffen. Und es ist auch klar, welche Sichtweise der Altmeister bevorzugt: Er ist Komödiant und so ist auch die Komödie eindeutig gelungener. Die Tragödie ist zu bizarr, zu traurig und man kann sicher sein, dass es immer noch schlimmer kommt.

Die Komödie kann mit Witz und Tempo überzeugen und trägt auch die typischen Züge der Woody-Allen-Komödie, in der Will Ferrell ein würdiger Woody-Vertreter ist. Insgesamt ein unterhaltsamer Film.

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