Filmplakat Männertrip
7/10

„I'm mindfucking you right now!“ (Männertrip, 2010)


Männertrip

Besprechung

Die Musikbranche ist Müll. Total auf dem absteigenden Ast. Neue Ideen müssen her, damit das Label Pinnacle wieder Revenues machen kann. Aaron Green (Jonah Hill) schlägt vor, den mittlerweile völlig fertigen Aldous Snow (Russell Brand) wieder auf die Bühne zu bringen.

Aldous war zusammen mit seiner Flamme Jackie Q (Rose Byrne) dick im Geschäft, aber nach einem kommerziellen Flop, war Jackie voll von der Rolle und die Beziehung mit Aldous ging in die Brüche. Seitdem ist der exzentrische Rocke ständig auf Drogen. Der Gig im Greek wird angenommen, Aldous wird mit seiner Band Infant Sorrow auftreten.

Aaron hat 72 Stunden Zeit, um nach London zu fliegen, Aldous einzupacken und nach L.A. zu kutschieren. Dumm nur, dass Aldous ein Rockstar mit allen Allüren ist. Ein harter, aufopferungsvoller, demütigender, chaotischer, alkoholgeschwängerter, drogenvernebelter Job wartet auf Aaron.

Meinung von

Chaos. Klamauk. Griff unter die Gürtellinie. — Das sind die ersten Worte, die mir zu Männertrip einfallen. Der Film geht gleich mit köstlich peinlichen Momenten los. Wenn Aldous Snow — übrigens der selbe Aldous Snow, der in Nie wieder Sex mit der Ex mit Sarah Marshall rummachen durfte — sein grausam schlechtes Lied "African Child" darbietet und danach die Presse über ihn herzieht — das wirft den Zuschauer gleich in eine Dreckspfütze aus der er lange nicht herauskommt.

Jonah Hill mal in einer Hauptrolle zu sehen ist auch nett. Und er spielt nicht komplett lächerlich, sondern durchaus "seriös". Der unseriöse Part wird von der Figur Aldous Snow übernommen, die hervorragend spleenig vom Briten Russell Brand gespielt wird. War er in Nie wieder Sex mit der Ex ein Störfaktor, haben Schreiberling Jason Segel und Regisseur Nicholas Stoller die Figur in Männertrip mehr ausgeformt und menschlicher gemacht.

Aldous ist kaputt. Aber auch irgendwie liebenswert. Er ist ein Rockstar und das bedeutet Drogen, Sex und ... Drogen. Und Sex. Aber er ist auch ein hoffnungslos Verliebter und ein Vater. Das sind alles Dinge, die wir auf diesem Trip der zwei Männer erfahren dürfen.

Männertrip ist aus der Kategorie Haudrauf-Humor (wie z.B. auch Zu scharf, um wahr zu sein), dabei aber noch nett. Gut, da gibt's einige "Schmuddelszenen" und so manches derbe Wort — aber wer das nicht scheut, der wird in den 109 Minuten, die der Film dauert, gut unterhalten. Das ist allerdings nicht unbedingt das, was ich meinen Eltern empfehlen würde ...

Das Tempo wird ziemlich lang hoch gehalten. Erst zum Ende bricht der Film ein, wenn sie aus der Komödie ein Drama machen wollen. Dann kommen sie mit den Drogenproblemen von Aldous, seinen Beziehungsproblemen und wie schwer es doch ist, ein Rockstar zu sein, blablabla. Hätte man gerne weglassen können. Dieses Zwischenspiel brauchte es nicht, um zum Schluss zu kommen.

Wer deftig derbe Kost mag, einen ironischen Blick ins Showbusiness werfen und einfach mal ablachen möchte, der möge sich Männertrip anschauen. Ja, ich habe mich amüsiert und köstlich gelacht. Ich gebe es zu. Allerdings denke ich, dass der Film in der deutschen Synchronisation massiv verlieren wird. Massiv!

Auch nett sind übrigens die diversen Gastauftritte von "echten Stars". Allen voran Aarons Boss Sergio Roma, dargestellt von Sean "P. Diddy" Combs.

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