Filmplakat Mad Max – Jenseits der Donnerkuppel
4,5/10

„Zwei gehen rein, einer kommt raus.“ (Mad Max – Jenseits der Donnerkuppel, 1985)


Mad Max – Jenseits der Donnerkuppel

Besprechung

Mad Max (Mel Gibson) wird seines fahrbaren Untersatzes beraubt und so führt ihn sein Weg in die Stadt Bartertown. Hier herrscht Aunty Entity (Tina Turner), die diesen Handelsposten aus dem Nichts aufgebaut hat. Sie macht Max einen Deal: Er soll jemanden für Aunty umbringen. Bartertown bezieht in dieser postapokalyptischen Zeit seine Energie aus Schweinemist. MasterBlaster herrscht über diese “Unterwelt”. Master (Angelo Rossitto) ist das Hirn, Blaster (Paul Larsson) die Muskeln. Max soll Blaster in der Donnerkuppel ausschalten. Hier gibt es keine Regeln. Ein Kampf auf Leben und Tod.

Als Master Wind davon bekommt, dass Max und Aunty einen Deal hatten, ist die Herrscherin stinksauer und verbannt Max in die Wüste. Hier müsste er eigentlich sterben, wird aber von Savannah Nix (Helen Buday) gerettet. Sie bringt ihn in ein Lager voller Kinder, die ihn für einen gewissen Captain Walker halten, der die Kinder in das gelobte Land bringen soll. Doch dieser Held ist Max nicht.

Dafür ist er eine andere Art von Held, wie sich im Finale herausstellt, wenn Max gegen Aunty und ihre Schergen kämpft, um den Kindern die Freiheit zu schenken.

Meinung von

Beständiges Motiv in den Mad Max-Filmen ist die Abwesenheit von Zivilisation und die damit einhergehende Verrohung. Das ist in Bartertown nicht anders. Aunty versucht zwar etwas wie Regeln einzuführen, doch die sind sehr urtümlich und gewalttätig. Zivilisiert kann man das nicht wirklich nennen. In diese Welt schlittert also Max hinein. Auch der ehemalige Polizist Max hat schon im ersten Teil jedes Gefühl für Recht und Ordnung verloren. Einen Menschen umbringen, um an Benzin und sein Auto zu gelangen? Kein Problem.

Das erste Drittel des Films ist unterhaltsam. Es ist dreckig und voller Verzweiflung, wie man das aus den beiden vorherigen Teilen auch schon kannte. Die Kostüme sind noch wilder, die Figuren noch deformierter. Doch dann dieser Bruch. Max findet sich auf einmal in einer Oase mitten in der Wüste wieder. Um ihn herum Kinder ohne Ende. Und alle halten ihn für den Erlöser. Die Gören laufen da alle rum, als wäre das eine blöde Peter Pan-Verfilmung. Max ist hier mehr als deplatziert. Sorry, dieser gesamte Part mit den Kindern ist nicht zu ertragen. Kinder in Filmen sind in 99% der Fälle schlecht für den Streifen.

Dann macht sich die bockige Savannah auf den Weg nach Bartertown, jetzt, da Max ihr davon erzählt hat. Und der arme Mann muss hinterher und die Rasselbande retten. Wieso aus der "Ich rette die Kinder aus der Wüste" auf einmal eine "Kinder, Master und Schweinekiller-Rettungsaktion" wird ... keine Ahnung. Wenigstens bekommen wir ganz am Ende doch noch einen Hauch vom alten Mad Max-Feeling, wenn Aunty und ihre Mannen Max und Co. durch die Wüste verfolgen. Also sieht man wieder verrückte, abgefuckte Autos und … einen Zug? Auf Schienen zu fliehen ist doch sehr seltsam.

Man muss tatsächlich bis zum Schluss warten, um Max wieder mal als Helden sehen zu können. Die Kinder werden in Sicherheit gebracht, doch bedürfen sie dazu etwas mehr Startbahn, die er ihnen verschafft. Und was kommt dann? Zum einen eine Aunty, die aussteigt, rumlabert und wieder einsteigt. Was war das denn? Schließlich sehen wir die Kinder, wie sie von Jeddiah (Bruce Spence) – den kennen wir bereits aus Mad Max 2 - Der Vollstrecker – in einem Leichtflugzeug ins verlassene und zerstörte Sydney gebracht werden. Hier leben sie dann glücklich und zufrieden, blablabla. Da wollte Regisseur George Miller wohl dem ganzen Post-Atomkrieg-Thema noch einmal etwas Gutes abgewinnen. Kinder als unsere Zukunft, die dann unbelastet von all dem Bösen und der Gier der Erwachsenen eine neue Zivilisation aufbauen können. Ende der Trilogie.

So gut es eigentlich immer ist, ein wenig Hoffnung zu haben, aber wir haben uns zwei Teile an eine raue, dreckige Welt gewöhnt, da enttäuscht Mad Max - Jenseits der Donnerkuppel doch schon kräftig. Für mich ein schwacher Abschluss.

Übrigens: Woran erkennt man, dass der Film aus den 1980ern ist? Richtig. Am Saxophon. Und daran, dass Tina Turner einen Song dazu geschrieben hat, der vermutlich erfolgreicher war als dieser Film. Zumindest ist We don’t need another hero besser.

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